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Thema: Drucker gegen Mediengestalter? vom 28.03.2003


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> Drucker gegen Mediengestalter?
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MS

Dabei seit: 16.12.2002
Ort: Münsterland
Alter: 37
Geschlecht: Weiblich
Verfasst So 04.07.2004 00:05
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Hallo allerseits!

Ja Achim, Du hast Recht. Es gibt mittlerweile soviele Kontrollmöglichkeiten, und trotzdem bekomme ich jeden Tag aufs Neue wieder Murksdaten auf den Tisch. Ich verstehe das absolut nicht, denn es ist wirklich nicht nötig. Seitdem ich in diesem Gewerbe bin - und das sind mittlerweile 9 Jahre (inklusive Praktikum) - fordere ich Praktika in Druckereien für Leute (Azubis) aus Werbeagenturen (die für den Printbereich Daten erstellen). Ich bin fester Überzeugung, dass das eine Menge Probleme aus dem Weg räumen würde.

Ein Beispiel dafür fällt mir gerade ein:
Seit einigen Monaten haben ich und ein Kollege fast jeden zweiten Tag eine Frau aus einer Werbeagentur am Telefon, die mit druckfähigen Daten völlig überfordert ist. Die gute Frau hat als Titel und Berufsbezeichnungauf ihrer Visitenkarte stehen: Artdirector, Druckproduktion, etc... Ich habe ihr in den letzten Monaten per stundenlanger Telefongespräche erklärt, wie sie eine Visitenkarte druckfähig anlegt und wie sie ein PDF hinbekommt. Das ganze Thema zog sich jetzt seit Februar. Vorgestern bekam ich nun die PDF dieser Visitenkarten. Nachdem ich das PDF geprüft hatte, stellte sich folgendes heraus: Ein Logo hatte 72dpi, sämtliche Texte standen auf aussparen (bei schwarzem Text auf einem roten Fond) und das natürlich ohne Überfüllung, es waren drei unnötige Schmuckfarben angelegt, die Schriften waren nicht eingebunden.

Ich war schockiert, perplex und hätte auf Kommando heulen können. Warum haben wir es ihr in stundenlangen Telefongesprächen erklärt? Es war frustrierend. Meiner Meinung nach sollten diese Leute während ihrer Ausbildung oder während des Studiums zwangsweise direkt - für einige Zeit - an die "Front" in die Druckereien.

Es ist in vielen Agenturen anscheinend aber auch so, dass sie viel lieber offene Daten schicken, da sie mit einem gelieferten PDF in voller Verantwortung stehen. Aber wenn wir gelieferte PDFs bekommen ist es in 99 Prozent der Fälle so, dass wir noch aufwendig in PitStop oder Solvero irgendwelche Überdrucken oder sonstige Einstellungen ändern müssen.

Nebenbei bemerkt: Eine super Aktion hatten wir übrigens in der vergangenen Woche in der Druckerei, in der ich arbeite. Ein Berufschullehrer hat ein freiwilliges, einwöchiges Praktikum bei uns gemacht, um im Thema zu bleiben. Er hat Repro, Satz und Ausschießstation durchlaufen um am Ball zu bleiben und sich im Thema Colormanagement - was wir ungewöhnlich extrem betreiben - weiterzubilden. Eine tolle Sache! Das sollten viel mehr Lehrer tun!

Viele Grüße
MS
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Cocktailkrabbe

Dabei seit: 24.06.2002
Ort: 70374
Alter: 32
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 04.07.2004 09:07
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Hallo MS,

nachdem ich deine letzten beiden Beiträge gelesen habe, muß ich feststellen daß wir (arbeite in der Druckvorstufe) genau die gleichen Probleme haben und ich dir absolut Recht gebe.

Einige der Probleme, meiner Meinung nach, könnte man tatsächlich durch Praktika lösen. Wir selbst schauen uns in unserem Sommerurlaub eine Buchbinderei an, mit der wir sehr oft zusammen arbeiten. Und warum? Weil es immer wieder Probleme gab, die man einfach schlecht am Telefon lösen kann. Wenn ich z.B. den Sammelhefter mal gesehen hab, weiß ich doch das nächste Mal auf was es ankommt und mach einfach nicht immer die gleichen Fehler. Vor- und Nachfalz sind dann nicht mehr nur von theoretischer Bedeutung.

Nur denk ich mal, daß viele der Werbeagenturen, aus welchem Grund auch immer, es nicht nötig haben sich mit dieser Problematik auseinanderzusetzen.

Eine Freundin von mir, die ihre Ausbildung in einer kleinen Werbeagentur (Kunde von uns) gemacht hat, sagte mir mal: "Warum sie denn die Daten richtig anlegen sollte; sonst hätten wir (Druckvorstufe) ja nichts mehr zu arbeiten". Solche Aussagen zeigen doch eindeutig die Einstellung der Werbeagenturen * grmbl * .
Vieles läuft (zumindestens bei uns) schon in der Auftragsvorbereitung falsch. Da bekommt man schlechte bis gar keine Infos zu den gelieferten Daten, Kunden können nicht angerufen werden, weil man sie nicht verärgern möchte. Und manche, daß find ich das Schlimmste, lassen sich einfach nichts sagen oder behaupten schlichtweg man würde lügen Jo!

Leider hab ich auch keine Idee wie man sonst den Kunden und Werbeagenturen verständlich erklären kann daß man z.B. ein pdf ohne eingebundene Schrifen einfach nicht verwenden kann und dies dann halt eine Korrektur der Daten erfordert. Ich denk mal, es gibt einfach noch zu viele Vorstufenbetriebe die den größten Murks der Kunden noch zu Papier bekommen (die Qualität sei mal dahin gestellt).

Und solange sich das Bedürfnis für Qualität bei den Kunden nicht durchsetzt, wird es immer wieder welche geben, die sagen warum soll ich die Korrektur meiner Daten bezahlen, wenn es ein anderer Betrieb für weniger Geld hinbekommt.

Gruß
Cocktailkrabbe


Zuletzt bearbeitet von Cocktailkrabbe am So 04.07.2004 09:10, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Mike A.

Dabei seit: 06.03.2004
Ort: Bayern
Alter: 52
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 04.07.2004 10:38
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Mahlzeit erstmal. Ich habe mich gerade durch den ganzen Thread gelesen und bin gelinde gesagt begeistert. Wenn sich alle in diesem Beruf so mit ihrem Umfeld beschäftigen würden wie die Schreiber dieser Beiträge gäbe es weit weniger Probleme in unserem Beruf. Und das meine ich nicht ironisch. Es ist wirklich schön zu sehen das sich die "Arbeiter" und "Kreativen" gegenseitig helfen wollen und nicht nur alles auf die jeweils andere Partei abwälzen. Beispiele wie es nicht laufen soll kennt wahrscheinlich jeder von uns und waren hier auch schon zur genüge zu lesen. Es ist halt so jeder Beruf braucht den anderen und wenn man (wie weiter oben schon geschrieben) auch selber über den Tellerrand schauen will ist es für alle einfacher, leichter, stressfreier und vielleicht auch unterhaltsamer zu arbeiten.
einen schönen Sonntag
Mike
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iGeL

Dabei seit: 22.05.2004
Ort: Coburg
Alter: 31
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 04.07.2004 15:18
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also mein ausbilder legt da wert drauf dass ich auch weiß warum man überfüllungen etc anlegt usw...! denke weiß schon bisschen was übers drucken!
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label_red

Dabei seit: 25.04.2004
Ort: -
Alter: 37
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 04.07.2004 15:29
Titel

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iGeL hat geschrieben:
also mein ausbilder legt da wert drauf dass ich auch weiß warum man überfüllungen etc anlegt usw...! denke weiß schon bisschen was übers drucken!


Au weia! Ausbilder .... klingt ja geil, erinnert mich stark an meine
bundeswehrzeit.

aber nun auch meinen senf zum thema. klar sollte man als mediengestalter nen drucker
ganz oben auf seiner bekanntenliste stehen haben. die praktischen erfahrungen beweisen
das tag täglich aufs neue. sicherlich gibt es heutzutage unzählige möglichkeiten des
controlings und des farbmanagmentes nur langt da das wissen eines mg bei weitem nicht
aus um das thema völlig in seine hände zu legen. der druck ist eine wissenschaft für sich!
als mg reichen gewisse grundkenntnisse aus, die man in seiner lehre bekommt alles darüber
hinaus wäre einfach zu viel des guten, da wir mgs nicht täglich in der drucker stehen.
ein gutes zusammenspiel von mg und druck ist die beste lösung wobei der drucker dabei auch
da letzte wort haben darf! *hehe*
best wishes


Zuletzt bearbeitet von label_red am So 04.07.2004 15:30, insgesamt 1-mal bearbeitet
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iGeL

Dabei seit: 22.05.2004
Ort: Coburg
Alter: 31
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 04.07.2004 16:19
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lol, nja des heißt doch ausbilder! Lächel oder?
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 05.07.2004 07:23
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Cocktailkrabbe hat geschrieben:
Vieles läuft (zumindestens bei uns) schon in der Auftragsvorbereitung falsch. Da bekommt man schlechte bis gar keine Infos zu den gelieferten Daten, Kunden können nicht angerufen werden, weil man sie nicht verärgern möchte.


Als Kunde sehe ich das eigentlich genau anders. Ich finde das eigentlich immer sehr positiv, wenn mich jemand aus der Technik anruft und nachfragt. Manches Missverständnis konnte so schon mit einem Telefonat aus der Welt geräumt werden. Häufig hat man als Kunde nur mit dem Kundenberater zu tun und die kennen sich häufig mit technischen Problemen nicht gut genug aus.

Insofern sollten die Leute in der Druckvorstufe eben nicht nur stur ausgeben, sondern auch aktiv in der Kundenberatung mitwirken. Letzlich profitieren beide Seiten davon. Als Kunde kann ich ja auch nichts besser machen, wenn die Druckvorstufe still und heimlich die Daten korrigiert und mich darüber nicht informiert. Andersherum hilft es auch nicht, wenn ich eine ausführliche "Lies mich"-Datei beilege und keiner in der Vorstufe diese liest.

Gruß

Achim
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MS

Dabei seit: 16.12.2002
Ort: Münsterland
Alter: 37
Geschlecht: Weiblich
Verfasst So 11.07.2004 00:02
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Hallo Achim und alle anderen natürlich auch!

Die Einstellung finde ich richtig und gut, das man sich "Kritik" annimmt. Denn schließlich kann ich etwas nur dann beim nächsten Mal besser machen, wenn ich darauf hingewiesen werde, daß ich es falsch gemacht habe. Mir persönlich ist das auch wichtig. Ich arbeite in der Druckvorstufe, mache dort hauptsäcjlich Satz und Ausschießen. Wenn ich etwas zum Beispiel falsch ausgeschossen habe, dann habe ich die Drucker direkt auf der Matte stehen, weil der Auftrag aus der Maschine fliegt. Aber es gibt ja auch Situationen, wo etwas druckbar ist, aber ich es vielleicht nicht ideal ausgeschossen habe (z. B. fehlt ein Farbabnahmebalken, oder ich habe beim Anordnen der Nutzen die Farbzonen der Maschine nicht vernünftig beachtet etc.). Da erwarte ich, daß der Drucker mir das mitteilt, denn sonst mache ich es beim nächsten Mal wieder falsch.

Bei mir ist es idealerweise so, daß meine bessere Hälfte Drucker in der gleichen Firma ist. So bekomme ich spätestens nach Feierabend zu hören, was ich evtl. falsch gemacht habe. Wir sind seit vier Jahren zusammen und haben schon in 2 Firmen zusammen gearbeitet. Ich habe so immens viel von ihm gelernt. Wir sind beide mit Leib und Seele im Druckgewerbe und ich habe mich von ihm extrem mit seinem "Druckmaschinenvirus" anstecken lassen. Ich finde es manchmal sehr schade, daß viele Vorstufler das Thema Druckmaschine null interessiert. Schließlich produzieren wir Vorstufler (sei es Werbeagenturmensch oder Druckvorstufenmensch) etwas, was Drucker weiterverarbeiten. Alleine deshalb sollte man zumindest ein bischen Interesse daran haben. Ich habe da immer einen schönen Vergleich: Wenn ich mir von einem Tischler eine Küche bauen lasse, will ich auch nicht erst alles wieder auseinandernehmen, hier ein Stück absägen, da ein Stück dranklatschen. Das muß passen!

Ich hatte auf der Drupa ein - für mich - schockierendes Erlebnis: Eine Kollegin (seit zehn Jahren im Betrieb, sitzt Luftlinie zehn Meter neben einer Achtfarben, einer Fünffarben und einigen anderen Maschinen entfernt) mit der ich in die Heidelberger Halle kam und vor einer Maschine stand, fragte mich: "Ist das da die Auslage?" Ich war total geplättet, denn wie gesagt, die gute Frau arbeitet seit zehn Jahren in einer Druckerei!

Natürlich muß man keine Maschine bedienen können und man kann auch nicht annähernd wissen, was dort passiert. Aber man sollte schon die grundlegenden Dinge beherrschen und ein wenig Interesse zeigen. Schließlich ist das unser Job!

In diesem Sinne
MS
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