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Thema: Flexibilität und Ausbeutung in der Ausbildung vom 21.02.2004


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Ausbildung -> Flexibilität und Ausbeutung in der Ausbildung
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Waschbequen
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Verfasst Sa 21.02.2004 13:26
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VENTURA hat geschrieben:
was für eine kurzsichtige art und weise das zu betrachten. wer nach der 10. klasse die realschule verlässt um sich gemäß´seiner interessen zum mediengestalter ausbilden zu lassen, soll bei einem gehalt von 350 netto 500 km fortziehen, fahrkarte bezahlen, wohnung, lebensmittel, ausstattung?


Natürlich nicht bei 350 EUR netto, ich für meinen Teil habe bei 500 angefangen. Wie sähe denn deine Alternative aus?

VENTURA hat geschrieben:
- und jetzt bitte nichts von staatlicher beihilfe, förderung erzählen, denn die wird das ganze auch nicht auffangen. da bleibt schlussendlich nur die unterstützung der erziehungsberechtigten. flexibilität ja, aber dann doch bitte in einem zumutbaren rahmen.


Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal... ich konnte sehr wohl von dem Geld gut leben, staatl. Subventionen einbegriffen.

Übigens kenne ich noch ne Menge anderer Leute, die mit weit weniger Geld auskommen (soziale Berufe, Gastronomie...). Keine Ahnung was du für Vorstellungen hast (Einzelkind?), aber weit wärest du an meiner Stelle z.B. wahrscheinlich nicht gekommen.
 
ventura

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Verfasst Sa 21.02.2004 13:47
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Achim M. hat geschrieben:
VENTURA hat geschrieben:
augelernte mediengestalter mit 1000 euro brutto abgespeist werden. das gibt es in keinem anderen berufsfeld, denke ich


Du weißt, was man so im Hotel- und Gastronomiegewerbe verdient?

Gruß

Achim


eventuell muss ich meine vorstellung in dem fall korrigieren, ich kenne nur eine ausgelernte hotelfachfrau. deren gehalt liegt jedoch über den erwähnten 1000 euro brutto. ich lasse mich da aber gerne vom gegenteil überzeugen, der misstand bleibt jedoch bestehen.
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burnout

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Verfasst Sa 21.02.2004 13:49
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VENTURA hat geschrieben:
was für eine kurzsichtige art und weise das zu betrachten. wer nach der 10. klasse die realschule verlässt um sich gemäß´seiner interessen zum mediengestalter ausbilden zu lassen, soll bei einem gehalt von 350 netto 500 km fortziehen, fahrkarte bezahlen, wohnung, lebensmittel, ausstattung? - und jetzt bitte nichts von staatlicher beihilfe, förderung erzählen, denn die wird das ganze auch nicht auffangen. da bleibt schlussendlich nur die unterstützung der erziehungsberechtigten. flexibilität ja, aber dann doch bitte in einem zumutbaren rahmen.

also, ich hab im ersten jahr 590 DM brutto bekommen. Zwar konnte ich mir dank der Unterstützung meiner Eltern eine Wohnung leisten, aber so dicke hatte ich das Geld auch nicht. Klar ist das nicht einfach, aber wie Waschbecken das schon sagte, man kommt auch mit Hilfe des Staates über die Runden. Viele aus meiner Berufsschulklasse hatten noch nen Kellnerjob, damit sie sich ihre Wohnung und ihren Rechner, ihr Handy und ihr Auto leisten konnten. Und ne 40 Stunden Woche hatten die auch nicht in der Agentur.
Ich hab den Job zum Beispiel auch nur angenommen, weil ich ihn unbedingt machen wollte und ich kein anderes Angebot hatte. Sonst hätte ich für das Geld auch nicht gearbeitet.

VENTURA hat geschrieben:

letztendlich zeigt das aber auch nur wie akzeptiert schon das auftreten der agenturen/ unternehmen am markt ist. verantwortung übenimmt kein unternehmen mehr, ausbildung ist primär methode um zu günstiger arbeitskraft zu gelangen. monatelange unentgeltliche praktika, unzumutbare niedriglöhne für gesellen. schlimm das sich immer noch junge leute finden, die solche stellen besetzen, das führt zu nichts, oder ist der anfang vom ende. es ist eine katastrophe ,dass, wie in einem anderen thread besprochen, augelernte mediengestalter mit 1000 euro brutto abgespeist werden. das gibt es in keinem anderen berufsfeld, denke ich. dabei sind die aufgaben eines mediengestalters weitaus subtiler als die des kfz machanikers etc. als fazit bleibt festzustellen das sich leider genug leute finden die bereit sind für dieses geld zu arbeiten, umzuziehen, flexibel zu sein. vermutlich auch für 500 brutto, bei einer 60h woche.


Du kannst mir glauben, dass ich das auch nicht gutheiße. Aber was will man machen, entweder man hat nen Ausbildungsplatz und danach nen Job oder man steht ewig auf der Straße. Ich find's ja noch einigermaßen akzeptabel, wenn man wirklich etwas lernt, aber das scheint ja leider auch in den wenigsten Ausbildungsstätten der Fall zu sein. Ich wurde auch in einen Bereich reingedrängt, von dem ich nichts habe, der mich nicht interessiert hat und der mich an die Agentur gebunden hat.
Meiner Meinung nach müsste es eine Überprüfung der Betriebe geben, bevor sie jemanden ausbilden dürfen. Und selbst gute Abschlussnoten von vorherigen Azubis haben nicht wirklich etwas zu sagen. Das was mich zu der guten Note gebracht hat, war das, was ich vor der Ausbildung konnte, mir selbst beigebracht habe, oder was ich in der Schule gelernt habe. Aber kaum etwas, was ich der Agentur zu verdanken habe...
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ventura

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Verfasst Sa 21.02.2004 13:54
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Waschbecken hat geschrieben:
VENTURA hat geschrieben:
was für eine kurzsichtige art und weise das zu betrachten. wer nach der 10. klasse die realschule verlässt um sich gemäß´seiner interessen zum mediengestalter ausbilden zu lassen, soll bei einem gehalt von 350 netto 500 km fortziehen, fahrkarte bezahlen, wohnung, lebensmittel, ausstattung?


Natürlich nicht bei 350 EUR netto, ich für meinen Teil habe bei 500 angefangen. Wie sähe denn deine Alternative aus?

VENTURA hat geschrieben:
- und jetzt bitte nichts von staatlicher beihilfe, förderung erzählen, denn die wird das ganze auch nicht auffangen. da bleibt schlussendlich nur die unterstützung der erziehungsberechtigten. flexibilität ja, aber dann doch bitte in einem zumutbaren rahmen.


Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal... ich konnte sehr wohl von dem Geld gut leben, staatl. Subventionen einbegriffen.

Übigens kenne ich noch ne Menge anderer Leute, die mit weit weniger Geld auskommen (soziale Berufe, Gastronomie...). Keine Ahnung was du für Vorstellungen hast (Einzelkind?), aber weit wärest du an meiner Stelle z.B. wahrscheinlich nicht gekommen.


500 euro netto sind schon ein recht ordentliches gehalt im ersten lehrjahr. scheint mit überdurchschnittlich. es kann dennoch nicht die lösung sein auf staatliche subventionen angewiesen zu sein.

natürlich gibt es immer noch berufe in denen man weniger bekommt, immer noch länder in denen menschen verhungern. solche grundsätzlichen vergleiche verwischen die diskussion darüber.

im übrigen bin ich kein einzelkind, was aber auch nicht im geringsten in das thema gehört, vielmehr denke ich das zu viele sich schon mit dieses gehaltsmisere abgefunden haben und bereit sind jeden irrsinn über sich ergehen zu lassen.
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Waschbequen
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Verfasst Sa 21.02.2004 14:21
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Ja wie schaut denn die Alternative aus? Also was tun, wenn man seine Ansprüche gegenüber dem Staat nicht geltend macht, wenn man den angebotenen Ausbildungsplatz nicht annimmt, was? Mir ist irgendwie nicht so ganz klar, worauf du hinaus willst.
 
ventura

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Verfasst Sa 21.02.2004 17:14
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Waschbecken hat geschrieben:
Ja wie schaut denn die Alternative aus? Also was tun, wenn man seine Ansprüche gegenüber dem Staat nicht geltend macht, wenn man den angebotenen Ausbildungsplatz nicht annimmt, was? Mir ist irgendwie nicht so ganz klar, worauf du hinaus willst.


vermutlich gibt es keine alternative: als felxibel zu sein, wenig zu verdienen (unter tarif), staatlich subventioniert zu werden. das man sich damit arrangieren kann, wenn man motiviert ist, ist mir schon klar. andererseits wird somit die peronal und gehaltsdebatte doch nur legitimiert und es ist auch nur eine frage der zeit bis die ersten agenturen anfangen für 400 euro brutto auszubildenede einzustellen. sofern das nicht schon realität ist. das finde ich bedauerlich.
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burnout

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Verfasst Sa 21.02.2004 17:21
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VENTURA hat geschrieben:
und es ist auch nur eine frage der zeit bis die ersten agenturen anfangen für 400 euro brutto auszubildenede einzustellen. sofern das nicht schon realität ist. das finde ich bedauerlich.


ich find's auch bedauerlich. aber Realität ist, dass einige in meiner Klasse 350 DM brutto im ersten LJ bekommen haben. Andere hatten's besser, die haben ihre Ausbildung in ner Druckerei gemacht und haben fein die Tarifvergütung bei ner 35 Stunden Woche eingestrichen...
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burnout

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Verfasst Sa 21.02.2004 17:30
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so, thema gesplittet und aufgeräumt.

wer das ausgangsthema sucht, es ging ursprünglich von diesem jobangebot aus: http://www.mediengestalter.info/viewtopic.php?p=218849
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