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Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mo 16.12.2019 08:48 Benutzername: Passwort: Auto-Login

Thema: Überstand negativ - Drucker sieht kein Problem vom 08.10.2019


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Druck - Produktion -> Überstand negativ - Drucker sieht kein Problem
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Burg56
Threadersteller

Dabei seit: 08.10.2019
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Verfasst Di 08.10.2019 18:49
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Überstand negativ - Drucker sieht kein Problem

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Hallo, ich war früher einmal in der Gestaltung tätig, und habe nun ein (Sach-) Buch veröffentlicht.
Für die Bindung wählte ich "Verdeckte Spiralbindung", um das Buch - wegen des Fachthemas nur in kleiner Auflage - aufzuwerten.
Die Produktion zeigte leider durchgängig einen (negativen) Überstand des Innenteils von 1 bis 2 mm - siehe Foto:
https://snipboard.io/xhyL6M.jpg
Ursache ist, dass der Innenteil etwa 201 mm hoch ist, der Umschlag 199..200; Auftrag war 200 mm.
Sieht nicht schön aus, und ist auch meines Erachtens für einen Käufer nicht akzeptabel.

Der Drucker zitiert nun aus einem Dokument "Richtlinien Verarbeitungsdifferenzen und Toleranzwerte in der Druckweiterverarbeitung", das wohl von einer Art Branchenverband 'Bubi' herausgegeben wird:
"Im technologischen Ablauf ergeben sich «Toleranzketten», in denen sich die Toleranzen der einzelnen Arbeitsschritte von der Montage, dem Druck bis zur Weiterverarbeitung sichtbar kummulieren."
Für Schnitte sind dort allerdings auch nur Toleranzen von 0,15 bis 0,25 mm angegeben.
Er will die Produktion nicht reparieren; obwohl das durch Auftrennen der Bindung, Schnitt und Neubindung in dem Fall noch relativ einfach ginge.

Was ist eure Meinung dazu?
Ist so eine Verarbeitung üblich?
Sollte man das hinnehmen?


Zuletzt bearbeitet von Burg56 am Di 08.10.2019 18:51, insgesamt 1-mal bearbeitet
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JonathanB

Dabei seit: 18.04.2017
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Verfasst Di 08.10.2019 20:12
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Dann soll er Dir seine Toleranzkette mal aufmalen und vorrechnen wo sich da 2mm Unterschied innerhalb der jeweiligen Toleranzen aufaddieren sollen.
Meiner Meinung nach ist hier der Zuschnitt des Innenteils und parallel dazu des Umschlags direkt der erste Schritt in der Weiterverarbeitung. Beides geschieht mit Anlage und fester Einstellung an der Schneidemaschine – da ist also nichts schwammig oder Pi mal Daumen... Wenn er da also schon auf Unterschiede von zwei Milimetern kommt, dann Au weia! * Keine Ahnung... *

Zweiter Schritt ist die Stanzung der Löcher in Innenteil und Umschlag. Das sollte ebenfalls wieder mit Anlage passieren. Dann werden Innenteil, Umschlag und ein Streifen Pappe zum Verkleben mit dem Umschlag eingehängt, die Bindung geschlossen und Pappstreifen und Deckel verklebt (genaue Reihenfolge hier kann unterschiedlich sein). Nehmen wir an, hier kommt es zu leichten Abweichungen (Innenteil muss evtl. manuell in mehreren Teilen gestanzt werden (weil -> gesamter Innenteil auf einmal ist zu dick)), oder das Verkleben geschieht nicht ganz passgenau – das sollte sich alles in einem Rahmen halten, der ohnehin durch das Spiel der Wire-O-Bindung wieder ausgeglichen wird. Wenn man das Produkt hochkant hinstellt sackt ja der Innenteil nach unten und stellt sich zusammen mit dem Umschlag auf den Untergrund.

Der Überstand in deinem Beispiel hat also nichts mit einer "Toleranzkette" zu tun, denn der resultiert alleine schon aus dem ersten Verarbeitungsschritt. Die weiteren Verarbeitungsschritte machen da gar nichts besser oder schlimmer.


Zuletzt bearbeitet von JonathanB am Di 08.10.2019 20:14, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Burg56
Threadersteller

Dabei seit: 08.10.2019
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 08.10.2019 23:17
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Informativ, bei dieser Bindung wird nicht geklebt:
Zweite von Links

Ansonsten sehe ich das auch so, dass hier nur der erste Schnitt zu dem Problem führt, also nix "Toleranzkette".


Zuletzt bearbeitet von Burg56 am Di 08.10.2019 23:25, insgesamt 1-mal bearbeitet
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aue

Dabei seit: 01.11.2016
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Verfasst Mi 09.10.2019 08:05
Titel

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Das ist in der Tat recht ärgerlich. Aber mit fertigungsbedingten Toleranzen hat das eher wenig zu tun, sondern einfach nur mit Schlamperei. Schließlich wird der Inhalt als Block beschnitten. Und solche Abweichungen an der Schneidemaschine sind schon nicht mehr als Toleranz zu bezeichnen. Beim Falzen (abhängig von Papier und Falzbogenstärke) kann man schon mal in den mm-Bereich vordringen, aber nicht im Endformat.
Zudem ist völlig inakzeptabel, dass ein Buchblock größer als der Umschlag ist, das ist nun mal nur umgekehrt möglich. Ich hoffe, du hast noch nicht bezahlt, denn hier muss unbedingt nachgebessert werden.
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Burg56
Threadersteller

Dabei seit: 08.10.2019
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Verfasst Mi 09.10.2019 11:11
Titel

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Doch, ich habe bezahlt, aber wir leben ja in einem Rechtsstaat *zwinker*
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Burg56
Threadersteller

Dabei seit: 08.10.2019
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Verfasst Do 10.10.2019 14:07
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Der Drucker lehnt die Reparatur nun endgültig ab, und verweist auf den BVDM, der die besagte Richtlinie herausgebracht habe: https://www.bvdm-online.de

Hatte gerade mit dem BVDM ein freundliches Telefonat - man will die Quelle des Dokuments ermitteln, und sich wieder melden. Für Schlichtung in solchen Fällen sei ggf. der Landesverband zuständig.
Es wäre ja ein interessantes Signal auch für andere Fälle, sollte der Verband solche Mängel durchwinken...

Da das Buch bereits gelistet und beworben wurde, werde ich deren Stellungnahme aber nicht abwarten, und die Produktion bei einem anderen Drucker beauftragen.


Zuletzt bearbeitet von Burg56 am Do 10.10.2019 14:23, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Burg56
Threadersteller

Dabei seit: 08.10.2019
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Verfasst Do 10.10.2019 18:32
Titel

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Auf Anfrage teilt der BVDM mit, dass die zitierte Richtlinie mit dem Satz zur "Toleranzkette" nicht von ihm stammt.

Schon schräg, mit welcher Beharrlichkeit die Firma ihre Schlechtleistung verteidigt.
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JonathanB

Dabei seit: 18.04.2017
Ort: Berlin
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 11.10.2019 09:56
Titel

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Ja, es ist ja verständlich wenn eine Druckerei mal ein Montagsprodukt produziert. Und auch betriebswirtschaftlich verständlich, dass man trotzdem erstmal versucht das Produkt dem Kunden zu verkaufen. Nicht fein, aber verständlich. Aber spätestens, wenn der Kunde deutlich bemängelt, dass das Produkt mit Sicherheit nicht gerade das beste Können der Druckerei repräsentiert, sollte man doch um das Gesicht zu wahren auf irgendeine Art nachgeben. Dabei kann man ja meinetwegen noch irgendwo "Kulanz" murmeln, wenn man den Fehler nicht eingestehen will.

Biete ihm doch sonst an, das gleiche Produkt bei anderen Druckereien im Ort zu bestellen und die Ergebnisse als Vergleichstest zu veröffentlichen. Er hätte doch mit Sicherheit sein Bestes gegeben. *bäh*

Übrigens, selbst wenn da alle auf selbstauferlegten Richtlinien beharren: ich würde als Endkunde dennoch argumentieren, dass die gelieferte Qualität in unerwartet heftiger Weise die Qualität unterschreitet, die du als Verbraucher als branchenüblich kennengelernt hast.
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