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Thema: KSK, Finanzamt & Krankenversicherung vom 26.09.2005


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Beruf und Karriere -> KSK, Finanzamt & Krankenversicherung
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paradosis
Threadersteller

Dabei seit: 26.09.2005
Ort: Berlin
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 26.09.2005 18:15
Titel

KSK, Finanzamt & Krankenversicherung

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Schönen guten Abend,
ich habe einige Fragen und massive Unklarheiten, die ich gerne mit Eurer Hilfe lösen würde.
Aber ersteinmal ein paar dafür relevante Infos zu mir:

Ich bin 23 Jahre alt, habe eine Ausbildung zum Grafikdesigner
und produziere und komponiere seit 8 Jahren Musik. Nach einem
festen Job arbeite ich nun freiberuflich, d.h. projektweise (sollte euch ja bekannt sein Lächel
Mein Problem ist, daß ich momentan weder krankenversichert bin, noch irgend eine andere
Art von Abgaben leiste. Bisher lief immer alles inoffiziell, jetzt muß aber bei der
Größenordnung ganz korrekt mit Rechnung abgerechnet werden.

1. Frage: In die KSK komme ich jetzt wahrscheinlich noch nicht,
aber in ein paar Monaten habe ich genügend Verträge von veröffentlichen Musiken zusammen,
die mir die entgeltliche Musikproduktion bescheinigen.
Trotzdem muß ich mich bis dahin ja irgendwie krankenversichern! Wie und wo? Privat, Sozialamt?
Bis vor kurzem hat mein alter Arbeitgeber ja noch an die BKK aktiv gezahlt.

2. Frage: Man hat mir gesagt, ich solle mir eine Steuernummer beim Finanzamt besorgen.
Muß ich jetzt ein Gewerbe anmelden, oder was für Möglichkeiten gibt es?

3. Frage: In meine Verträgen steht zum Punkt Vergütung, "xxx Euro zzgl. Umsatzsteuer".
Macht es Sinn, Mehrwertsteuer zu kassieren, um sie dann wieder abzuführen?
Inwiefern kann man Anschaffungen absetzen? Sollte man sich, sofern es möglich ist, von
der Mehrwertsteuer befreien lassen?
Bei mir läufts gerade erst an, dieses Jahr werdens wohl kaum über 5.000-7.000 Euro werden.
Mein Prognose fürs Jahr 2006 sind je nach Auftragslage zw. 20.000 bis 28.000 Euro.

OK, das waren ganz schön viele Fragen für den Anfang. Ich bin wirklich für jede Info dankbar!!
Wenn du bis hier gekommen bist, schon mal vielen Dank für die von Dir erbrachte Zeit,
um diesen Haufen zu lesen Lächel

Gruß, Basti
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MadHatter

Dabei seit: 21.09.2005
Ort: Hamburg
Alter: -
Geschlecht: -
Verfasst Mo 26.09.2005 19:01
Titel

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Das verstehe ich ehrlich gesagt nicht so ganz.
Du wars bei deinem alten Arbeitgeber pflicht krankenversichert.
Wenn du dann arbeitslos wurdest und nicht gleich selbstständig geworden bist, dann warst du nach wie vor Krankenversicherungspflichtig. Entweder hat das Arbeitsamt oder deine Eltern diese Bezahlt (soviel ich weiß kann man bis 25 bei den Eltern Krankenversichert sein)
Wenn das Arbeitsamt dich versichert hat, dann warst du in der gesetzlichen - vermutlich witerhin bei der BKK.
Wenn du jetzt ein gewerbe anmeldest musst du dich freiwilligt bei der gesetzlichen oder bei der privaten versichern. Wenn du dich für die private entscheidest, dann hast du zwar erstmal niedrigere Biträge bei besserer Leistung aber sollten sich deine Verhältnisse ändern, dann wird es mega teuer (falls du heiratest und dein ehepartner oder dein kind bei dir versicher sein soll). Die gesetzliche ist teurer mind. 250 EUR/Monat aber als Familienversicherung etwas günstiger.
Zahlst du keine Beiträge und es passiert dir was (Schlaganfall oder Tinitus) dann musst du für die Behandlung locker zig Tausend Euro auf den Tisch legen - außerdem ist es dann noch Fraglich ob dich eine Versicherung aufnimmt.

Diese Angaben sind natürlich ohne gewehr und kann sein, dass sie einige Lücken und leichte Unstimmigkeiten enthalten.

Zu Frage 1: entweder über das Arbeitsamt (Arbeitslosengeld oder Harz IV) oder du hast genug Einnahmen um es selbst zu bezahlen.

Zu Frage 2: Soviel ich weiß musst du ein gewerbe anmelden. Es sei denn du bis angestellt.


Zuletzt bearbeitet von MadHatter am Mo 26.09.2005 19:04, insgesamt 1-mal bearbeitet
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aUDIOfREAK

Dabei seit: 04.04.2002
Ort: Ansbach
Alter: 36
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 26.09.2005 19:01
Titel

Re: KSK, Finanzamt & Krankenversicherung

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ich versuche deine fragen mal zu beantworten (aber ohne gewähr):

paradosis hat geschrieben:

Ich bin 23 Jahre alt, habe eine Ausbildung zum Grafikdesigner
und produziere und komponiere seit 8 Jahren Musik. Nach einem
festen Job arbeite ich nun freiberuflich, d.h. projektweise (sollte euch ja bekannt sein Lächel
Mein Problem ist, daß ich momentan weder krankenversichert bin, noch irgend eine andere
Art von Abgaben leiste. Bisher lief immer alles inoffiziell, jetzt muß aber bei der
Größenordnung ganz korrekt mit Rechnung abgerechnet werden.

1. Frage: In die KSK komme ich jetzt wahrscheinlich noch nicht,
aber in ein paar Monaten habe ich genügend Verträge von veröffentlichen Musiken zusammen,
die mir die entgeltliche Musikproduktion bescheinigen.
Trotzdem muß ich mich bis dahin ja irgendwie krankenversichern! Wie und wo? Privat, Sozialamt?
Bis vor kurzem hat mein alter Arbeitgeber ja noch an die BKK aktiv gezahlt.


wie ist denn dein status momentan? bist du offiziell arbeitslos gemeldet oder hast du schlichtweg aufgehört zu arbeiten und hast dich dann einfach nicht um versicherung gekümmert?

grundsätzlich kannst du dich auf zweierlei Arten versichern (die KSK mal ganz außen vor): privat und freiwillig gesetzlich. Bei der Privaten hast Du den Vorteil von niedrigen Beiträgen, wenn du jung und gesund bist. Dafür musst Du aber bei Arztrechnungen immer in Vorleistung gehen und mit der Krankenkasse abrechnen. Wenn Du Familie hast, musst Du jedes Familienmitglied extra versichern. Wenn Du dich privat versicherst, kommst Du nicht mehr in die gesetzliche zurück (außer Du gehst wieder in ein Angestelltenverhältnis und bleibst unter der Beitragbemessungsgrenze).

Bei der freiwillig gesetzlichen Versicherung ist das im Grunde von den Leistungen her wie bei der BKK bei der Du bisher warst. Allerdings zahlst Du eben auch den vollen Beitrag. Dafür kannst Du aber auch Familienmitglieder miversichern ohne mehr zu bezahlen.

Zitat:


2. Frage: Man hat mir gesagt, ich solle mir eine Steuernummer beim Finanzamt besorgen.
Muß ich jetzt ein Gewerbe anmelden, oder was für Möglichkeiten gibt es?



du kannst dich entweder als freiberuflich tätig anmelden (was glaub ich auch grundvoraussetzung ist um in die KSK zu kommen - bin mir da jetzt aber nicht ganz sicher) oder eben ein gewerbe anmelden. Beim Gewerbe musst Du halt mit weiteren Kosten rechnen (Gewerbesteuer, IHK-Beiträge, etc.). Dafür kannst Du dann aber auch alle Waren und Dienstleistungen verkaufen wie Du lustig bist. Bei einer freiberuflichen Tätigkeit ist das nicht so. Da darfst Du nur wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische unterrichtende oder erzieherische Tätigkeiten verrichten. d.h. wenn du im musikbereich tätig bist, darft du z.b. komponieren, aber die cd-pressung beispielsweise nicht mit anbieten...

weitere infos findest du unter: http://www.e-lancer-nrw.de/ratgeber/index.php?naviId=179&level=2&count=6.3.

Zitat:

3. Frage: In meine Verträgen steht zum Punkt Vergütung, "xxx Euro zzgl. Umsatzsteuer".
Macht es Sinn, Mehrwertsteuer zu kassieren, um sie dann wieder abzuführen?
Inwiefern kann man Anschaffungen absetzen? Sollte man sich, sofern es möglich ist, von
der Mehrwertsteuer befreien lassen?
Bei mir läufts gerade erst an, dieses Jahr werdens wohl kaum über 5.000-7.000 Euro werden.
Mein Prognose fürs Jahr 2006 sind je nach Auftragslage zw. 20.000 bis 28.000 Euro.


Naja kommt halt drauf an. Wenn Du USt. abführst, bist Du auch berechtigt die USt aus Rechnungen und Quittungen abzusetzen (z.b. bei Anschaffungen). Das kann mitunter schon nicht unerheblich sein. Wirkliche Nachteile entstehen Dir eigentlich nicht. Ob Du nun ne Rechnung mit oder ohne MwSt. schreibst kann Dir egal sein. Und Deine Kunden - so lange diese auch Gewerbetreibene sind, isses im Normalfall auch egal, weil diese die Ust. auch wieder absetzen können. Das einzige was Du hast ist der Aufwand des verbuchens und des Abführens ans Finanzamt.

Viele wertvolle Tipps rund ums Thema Selbstständigkeit findest Du unter: http://www.e-lancer-nrw.de/ratgeber/index.php
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way2hot

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Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 26.09.2005 19:15
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MadHatter hat geschrieben:
(soviel ich weiß kann man bis 25 bei den Eltern Krankenversichert sein)


Bis zum Ende des 25. Lebensjahres soweit ich weiß. Sofern man Zivil- oder Wehrdienst geleistet hat, kann man sogar noch ein Jahr länger, als bis zum Ende des 26. Lebensjahres bei den Eltern versichert sein.
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paradosis
Threadersteller

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Verfasst Di 27.09.2005 00:51
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Aufklärung

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Hey, vielen Dank für Euer Feedback, auch der Link zu e-lancer-nrw ist aufschlußreich.
So, jetzt ersteinmal zur Aufklärung: ich bin ledig, habe ein(e) abgeschlossene(s) kombinierte(s) Grafik-Design Studium/Ausbildung, kinderlos, aber dafür stolzer Tinnitus-Besitzer, und nicht arbeitslos gemeldet.

Vor etwa 26 Tagen (Ende August) habe ich mein nebenberufliches (parallel zum Studium) Angestelltenverhältnis beendet und bin seitdem nicht zum Amt gerannt, da ich seit Anfang September nun quasi freiberuflich für eine Agentur arbeite. Inzwischen hatten wir ein paar gute Produktionen, die mir laut Verträgen einen Batzen Kohle zusichern. "Haste jetzt endlich ne Steuernummer? Dann kann ich dir endlich deine Kohle überweisen!", heißt es seitdem alle paar Tage.
Freut mich, daß die offensichtlich kein Problem damit hätten(!), mir meine Gage zu zahlen, aber langsam brauch ich die wirklich aufm Konto und nicht nur aufm Papier.

Also, beabsichtigt ist, in die KSK aufgenommen zu werden. Ende des Jahres sollte ich genügend Beweismaterial beisammen haben. Freiberufler muß man auch sein, also scheidet das Gewerbe dafür wohl aus.
Kann man als solcher denn Mehrwertsteuer verlangen, bzw. sollte man das? Ich habe vor, in den nächsten Wochen ca. 1.000 bis 2.000 Euro in Software zu investieren. Wäre doch nett, wenn ich einen Teil davon bezahlt bekäme, oder?
Wie genau beantrage ich das beim Finanzamt? Gibt es Voraussetzungen dafür?

OK, wg Krankenversicherung muß ich meine Ma nochmal anhauen. Ich dachte auch, ich wäre noch mitversichert. Zumindest, bis ich mit der BKK wg der Kostenübernahme einer Tinnitus-ReHa Maßnahme diskutierte und sie mir sagte, daß die BKK nicht dafür zuständig sei, da ich aktuell nicht versichert wäre. Ich solle schleunigst zum Sozialamt, die würde das zahlen. Na bitte, soll ich mich mit 2000 Euro im Monat beim Sozialamt melden?? Da bin ich doch wohl schneller wieder draußen, als ich mich von der netten Sachbearbeiterin verabschieden kann...

Ich vertraue da mal auf den Rat der Weisen Lächel

Basti
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aUDIOfREAK

Dabei seit: 04.04.2002
Ort: Ansbach
Alter: 36
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 27.09.2005 07:11
Titel

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soweit ich weiß, zahlt mal als freiberufler nur den ermäßigten mwst-satz von 7 %. da würd ich mich an deiner stelle aber einfach mal beim finanzamt schlau machen. die haben normalerweise jemanden, der die leute in exitenzgründerfragen berät.

zum thema krankenkassen will ich noch sagen: schau das du das so schnell wie möglich geregelt bekommst. sollte dir wirklich was passieren und du musst ins krankenhaus, oder operiert werden oder sowas, könnte dich das dann dein ganzes leben begleiten. und damit meine ich nicht die folgeerscheinungen nach einer operation, sondern die rechnung, die dir für ebendiese gestellt wird... da können auch für kleinere eingriffe schnell mal 20.000 euro zusammen kommen. wenn's was ernstes ist, biste gleich mal 100.000 los... und das mal eben so aus eigener tasche zu bezahlen - da ich weiß ja nicht...

eine soziale beratungsstelle ist vielleicht wirklich der richtige ansprechpartner. der kann dir dann raten, wie du dich versichern musst - zumindest bis du gewissheit hast ob du bei der ksk zugelassen wirst oder nicht...
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