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Thema: [Umfrage] PDF/X-3 in der Praxis? vom 06.11.2004


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> [Umfrage] PDF/X-3 in der Praxis?
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Häufigkeit von PDF/X-3?
Ja, wir erstellen/empfangen größtenteils PDF/X-3
44%
 44%  [ 22 ]
Ja, hin und wieder erstellen/empfangen wir PDF/X-3
20%
 20%  [ 10 ]
Ich weiß was PDF/X-3 ist, dennoch erstellen/empfangen wir nichts dieserseits
18%
 18%  [ 9 ]
PDF/X-3? Schon mal gehört, aber weiß nicht so richtig was das ist
12%
 12%  [ 6 ]
PDF/X-3? Nein, keine Ahnung
2%
 2%  [ 1 ]
Ja kenn mich aus, aber ich bezweifle diesen Standard
2%
 2%  [ 1 ]
Stimmen insgesamt : 49

Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Geschlecht: Männlich
Verfasst So 07.11.2004 11:31
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Seit rund einem Jahr versende ich an Druckereien nur noch PDF/X-3. Es gab eigentlich nur einmal einen Fall, wo angeblich ein Problem auftrat und die Litho lieber ein 'normales' PDF wollten. Ansonsten ist PDF/X-3 ein sinnvolles und wichtiges Format für die Druckvorstufe, das aus meiner Erfahrung keine Probleme bereitet und hilft, potentielle Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen.

Würden Dienstleister und Kunden standardkonform im Sinne des PDF/X-3-Standards arbeiten, könnten viele Fehler in der Druckvorstufe vermieden werden. Leider sind insbesondere Agenturen vielfach zu bequem und zu unsicher. So dass PDF/X-3 sich als Standard kaum durchsetzt.

Dabei wird ein wesentlicher Aspekt aus dem Auge gelassen: Die Rechtssicherheit. Wenn ich meine Daten mit den ISO-Profilen der ECI separiere und ein PDF/X-3 einschließlich korrekter Proofs mit Medienkeil 2.0 abliefere, bin ich bezogen auf einen späteren Rechtsstreit bei einem Fehldruck auf der sicheren Seite. Meinetwegen kann man bei Visitenkarten auch mal 'ne Freehand-Datei rüberschicken, wenn aber bei einem Prospekt im Rollenoffsetdruck mit irgendwelchen Farbdrucken und offenen Daten hantiert wird, dann ist das in meinen Augen absoluter Wahnsinn, der leider heute so tagtäglich praktiziert wird. Geht die Sache schief, sitzt man auf vielen tausend Euro Schaden, nur weil man an Mitarbeiter-Schulungen, Prüftools (die ja teilweise sogar kostenlos sind) und ein paar Proofs sparen wollte.

Andererseits muss man aber auch wissen, dass PDF/X-3 eine klare Verantwortung an den Lieferanten überträgt. Insofern stehe ich den PDF/X-3-Exportfunktionen von InDesign CS etwas skeptisch gegenüber, weil hier die Gefahr besteht eine standardkonforme Datei zu erzeugen, die gar nicht den eigenen Vorstellungen entspricht. So läßt PDF/X-3 ausdrücklich RGB- und Lab-Bilder zu. Wenn die Druckerei nicht ausdrücklich die korrekte Verarbeitung von PDF/X-3-Daten zusichert und CMYK-Daten anfordert, kann man als Lieferant schnell den schwarzen Peter haben. Deshalb ist eine Auseinandersetzung mit dem PDF/X-3-Standard unbedingt erforderlich. Einfach nur 'ne Automatikfunktion zu nutzen, ist nicht immer die richtige Lösung.

Gruß

Achim


Zuletzt bearbeitet von Achim M. am So 07.11.2004 11:40, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Fr 12.11.2004 07:20
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Ich bin so frei und hol das Thema noch einmal hoch. Vielleicht mag sich ja noch jemand an der Umfrage beteiligen.

Was mich wundert, laut Umfrage ist PDF/X-3 ja offensichtlich kein Neuland mehr. In der Praxis mache ich da eigentlich genau die gegenteilige Erfahrung. Die wenigsten Druckereien sind wirklich darauf ausgerichtet und die Agenturen, die ich kenne, benutzen diesen Standard auch nicht. Im Sommer habe ich eine Berufsschullehrerfortbildung geleitet und auch dort hatte ich den Eindruck, dass niemand so richtig was mit dem Begriff anfangen konnte.

Habe ich nur mit den falschen Leuten zu tun? Und hat anderswo in Deutschland die Zukunft schon längst begonnen?

Gruß

Achim
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Verfasst Fr 12.11.2004 07:42
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ich fange jetzt auch damit an PDF/X-3 aus indesign zu
schreiben, nur leider bin ich damit noch nicht so vertraut,
als das ich jetzt großartig mitreden könnte.

das was ich weiß ist das:

Bei PDF-X handelt es sich um eine auf dem PDF-Format basierende Normung für die Übermittlung digitaler Druckvorlagen.
PDF-X besteht aus mehreren Teilen. ISO 15929 beschreibt den PDF-X-Ansatz insgesamt und definiert einige grundlegende Spielregeln zum Thema PDF-X. Der erste Teil (PDF/X-1-ISO 15930-1) definiert den digitalen Druckvorlagen-
austausch für Abläufe, in denen ausschließlich mit CMYK und Sonderfarben gearbeitet wird.
Der zweite Teil (PDF/X-3-ISO 15930-3) beschäftigt sich zusätzlich mit der Unterstützung für Color-Management-Workflows.

Zu den Regeln der PDF-X-Norm gehören unter anderem folgende Punkte:

* Schriften müssen eingebettet sein.
* Bilddaten müssen als Bestandteil des PDF enthalten sein und mit Mitteln einer PDF-Seitenbeschreibung kodiert werden.
* OPI-Kommentare sind verboten.
* Transferkurven sind verboten.
* Rastereinstellungen sind erlaubt, müssen vom Empfänger einer PDF-X-Datei aber nicht verwendet werden.
* Die TrimBox muss definiert sein. Sofern Beschnittzugabe vorhanden und für die Produktion relevant ist, muss die BleedBox definiert sein.
* Kommentare und Formularfelder innerhalb der durch TrimBox bzw. Bleedbox definierten Seitenflächen sind nicht erlaubt.
* Mittels des Eintrags Trapped im Info-Dictionary muss angegeben sein, ob die Datei bereits überfüllt wurde oder nicht.
* LZW-Kompression ist verboten, da Softwarehersteller Lizenzgebühren an den LZW-Patentinhaber Unisys einrichten müssen, um LWZ verwenden zu dürfen. Andererseits ist aber die ZIP-Kompression (in PostScript und PDF als Flate bezeichnet) ähnlich leistungsfähig, ohne mit Patenten belegt zu sein.
* Jegliche Verschlüsselung ist untersagt, das heißt es ist auch nicht zulässig, PDF-Dateien zu verwenden, die verschlüsselt sind, aber kein Kennwort zum Öffnen erfordern.
* Mittels eines PDF/X-spezifischen OutputIntent-Dictionary muss angegeben werden, für welche Ausgabebedingung die PDF/X-Datei erstellt worden ist.
* PDF/X-1a wie PDF/X-3 basieren auf PDF 1.3, insbesondere von den in PDF 1.4 eingeführten Transparenzfunktionen soll kein Gebrauch gemacht werden.

Hierbei handelt es sich fast durchgehend um Charakteristika in einer PDF-Datei, die man mit einem Prüfwerkzeug unmittelbar kontrollieren kann. Zudem ist der Weg von einer prinzipiell druckvorstufentauglichen PDF-Datei zu einer ISO-konformen PDF/X-3-Datei nicht weit.

quelle:
pdf-x.de
 
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Verfasst Fr 12.11.2004 10:18
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Achim M. hat geschrieben:
Ich bin so frei und hol das Thema noch einmal hoch. Vielleicht mag sich ja noch jemand an der Umfrage beteiligen.

Was mich wundert, laut Umfrage ist PDF/X-3 ja offensichtlich kein Neuland mehr. In der Praxis mache ich da eigentlich genau die gegenteilige Erfahrung. Die wenigsten Druckereien sind wirklich darauf ausgerichtet und die Agenturen, die ich kenne, benutzen diesen Standard auch nicht. Im Sommer habe ich eine Berufsschullehrerfortbildung geleitet und auch dort hatte ich den Eindruck, dass niemand so richtig was mit dem Begriff anfangen konnte.

Habe ich nur mit den falschen Leuten zu tun? Und hat anderswo in Deutschland die Zukunft schon längst begonnen?

Gruß

Achim


Liegt vielleicht auch daran, das sich hier größtenteils recht engagierte, junge Leute tummeln und X-3/CM gerade an den Berufsschulen im Augenblick recht gehyped wird.

Wir schreiben ebenfalls X3-pdfs, doch dies größtenteils ebenfalls aus einer Art "Unkenntnis" heraus, zugegeben. So betreiben wir hier in der Firma, in der ich angestellt bin (die kleine Klitsche in Krefeld *zwinker*) keinesfalls Colormanagement, obwohl hier auch vierfarbige Zeitschriften gedruckt werden (zugegeben => nachdem da mal etwas schiefgelaufen ist, wurde ein CM- und Bildbearbeitungsexperte geladen, der allerdings auch nicht mehr zu sagen hatte, als dass die verwendeten Hausmittelchen so gerade genügen, doch ein vernünftiger Workflow sich nur mit entspr. Hardwareanschaffungen realisieren ließe... dies war aber dann doch zu teuer...).

Klar, wir besitzen eine Menge Erfahrung und wissen, dass man bestimmte Funktionen eines Vektorzeichenprogramms einfach nicht verwendet, wenn man keine Probleme in der Belichtung haben will... die Arbeit an sich bringt es mit sich, dass sich im Hirn sozusagen ein eigener PDF-X-Standard bildet, der einen vor groben Schnitzern schützt. Mehr soll PDF-X 3 ja auch nicht sein... doch ists einfach so, dass es einen nicht vor Fehlern schützt, wenn man im Distiller das entsprechende Häkchen setzt. Jeder kann PDF-X schreiben und dies als Aushängeschild eines zukunftsträchtigen Betriebs nutzen, doch heißt das noch lange nicht, dass er auch komplett sicher arbeitet. Unter diesem Gesichtspunkt denke ich sollte man die Umfragewerte hier korrigieren.
 
loesches
Threadersteller

Dabei seit: 13.09.2003
Ort: Regensburg
Alter: 37
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 12.11.2004 12:20
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Vielleicht interresant für einige, die sich noch einlesen wollen oder ihr Wissen in Sachen PDF-X-Standard noch verbessern wollen.

http://www.prepress.ch/pdfx/

Dieser Link führt zu einer Seite von Stephan Jaeggi, diese beinhaltet sehr viele weiter Links zu Anleitungen, Informationen und Downloads, die hilfreich sind für die PDF-X-Erstellung.
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 13.11.2004 07:04
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XSchinkenX hat geschrieben:
die Arbeit an sich bringt es mit sich, dass sich im Hirn sozusagen ein eigener PDF-X-Standard bildet, der einen vor groben Schnitzern schützt. Mehr soll PDF-X 3 ja auch nicht sein... doch ists einfach so, dass es einen nicht vor Fehlern schützt, wenn man im Distiller das entsprechende Häkchen setzt. Jeder kann PDF-X schreiben und dies als Aushängeschild eines zukunftsträchtigen Betriebs nutzen, doch heißt das noch lange nicht, dass er auch komplett sicher arbeitet. Unter diesem Gesichtspunkt denke ich sollte man die Umfragewerte hier korrigieren.


Leider besteht tatsächlich Gefahr, dass PDF/X-3 als eine reine Sicherheitsprüfung verstanden wird. Die PDF/X-3-Prüfung testet aber nur das Vorhandensein bzw. Nichtvorhandensein bestimmte Elemente. Ob die Angaben zum Seitenformat und zu den Farben tatsächlich stimmen und den realen Produktionsanforderungen entsprechen, weiß der PDF-Inspector natürlich nicht. Also braucht man schon einen kompeteten Anwender, der nicht nur PDF/X-3-Dateien erzeugen kann, sondern auch versteht was er tut.

Und genau da sehe ich auch das Problem in der Praxis. Leider ist das Hintergrundverständnis für neuere Technologien sehr unterschiedlich ausgeprägt. Es wird zwar viel von Profilen, PDF-Formaten, PostScript Level etc. gesprochen, nur scheint tatsächlich jeder etwas anderes darunter zu verstehen. Dadurch leidet die Zusammenarbeit mit Druckereien, Photographen, Lithofirmen etc.

PDF/X-3 oder auch PDF/X-1a sollen ja hier eigentlich eine klare Richtlinie schaffen, die überflüssige Kommunikation zwischen Sendern und Empfängern eleminiert. Normalerweise müsste eine Druckerei ein PDF/X-3-Dokument ohne jegliche Absprachen empfangen und verarbeiten können. Dies kann aber nur funktionieren, wenn beide Seiten (Druckerei und Agentur) wissen, was sie tun. Wann dies flächendeckend funktioniert, bleibt wohl die große Frage.

Gruß

Achim


Zuletzt bearbeitet von Achim M. am Sa 13.11.2004 07:05, insgesamt 1-mal bearbeitet
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KCie

Dabei seit: 29.10.2003
Ort: München / Schwabing
Alter: 34
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 13.11.2004 15:47
Titel

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ich bekomme von verschiedenen druckereien immer deren "joboptions",
hatte aber öfter mal probleme damit - der distiller hat oft garkeine pdf's
mit diesen einstellungen erzeugt.

schicke jetzt einfach immer ein PDF X3 und es gab noch nie ein problem.
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Medienverunstalter

Dabei seit: 03.02.2003
Ort: Neutraubling
Alter: 34
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 13.11.2004 17:34
Titel

PDF-X 3 + Workflow

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Wir bekommen ab und an mal PDF-X3 Dateien, die uns allerdings so auch nix bringen, da unser Workflow die Daten nicht verarbeiten kann (der große von der einen Firma, von denen Heidelberg so viel Workflowerfahrung "bekommen" hat...)

Das einzige was mir hiflt, ist Pitstop + Profile Destillator + PDF Inspektor. Ich untersuche jede PDF nach etwaigen Endausgabeprofilen, Lab-Daten oder anderen schönen Dingen und bastel' das dann in eine eigenen Refine-Vorgang unseres Workflows. Ist zwar aufwändig, aber so wird wenigstens die richtige Verarbeitung der PDF's sichergestellt.

Unseren Kunden gebe ich meinen Leitfaden mit, der einerseits die PDF-X3 Schiene abdeckt, und andererseits auch eigene Einstellungen (mit eigenem Farbprofil unserer Maschinen + Papier, PPD und Joboptions) enthält, mit denen wir direkt weiterarbeiten können.
Für externe Anbieter schreib' ich je nach Einsatzzweck PDF-X3 oder unseren Standard. Wenn der Anbieter X3 überhaupt nutzt (oder nur weiss, was es ist), dann kriegt er auch ein X3-PDF, wenn nicht, bekommt er eins nach dem Hausstandard.

Ob X3 Probleme löst oder nicht kann ich erst sagen, wenn unser Worklflow PDF-X3 übernehmen kann und ich so mehr Möglichkeiten darin sehe. Ob die Separation in der PDF allerdings dann immer so klappt wie der Kunde sich das denkt, wage ich zu bezweifeln. Ich hab' schon oft Agenturen etc. gesehen, die uns mit RBG-Proofs wütend angefahren haben, warum zum Teufel wir so schlecht drucken... Ob die dann den Nutzen des Endausgabeprofils verstehen, sei dahingestellt.


MfG
Flori
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