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Thema: Warum sind die Kollegs eigentlich so inkompetent ??? vom 26.11.2003


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Ausbildung -> Warum sind die Kollegs eigentlich so inkompetent ???
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Mi 26.11.2003 20:39
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nix hat geschrieben:
HAAALLOOO ! Das ist ein AUSBILDUNGSBERUF ! Wenn dieser negative Trend doch sooo normal ist dann sollen Sie doch bitte die Aufnahme- und Abschlusskriterien erheblich erschweren... aber nein, stattdessen nehmen Sie jeden wildgewordenen Arbeitslosen auf... und boxen ihn durch * grmbl * Kein Wunder das GTA so einen schlechten Ruf hat...


Ich verstehe Deinen Ärger. Hintergrund zum GTA ist meines Wissens folgender: Mit der Entwicklung der Computertechnik Ende der 80iger brachen in der Druckvorstufe haufenweise Ausbildungsplätze weg. Da es aber ein ungebrochenes Interesse an diesem Ausbildungsbereich gab und gibt, schuf man den GTA. Eine rein schulische Ausbildungsform.

Damit hatte man zwar die Leute von der Straße, aber noch keinen Bedarf für diese Leute geschaffen. Da die Betriebe mit diesem Beruf nichts anfangen konnten, suchten sie lieber weiterhin nach Leuten mit bekannten Ausbildungsberufen ...

Natürlich blieb das auch den Berufsschulen nicht verborgen. Allerdings fehlte es denen eben auch am Geld, um das Ausbildungsniveau zu heben, denn für moderne Computertechnik mangelt es den Berufsschulen an Geld. Die Lösung: Umschüler. Die werden in nicht unerheblichen Maße vom Arbeitsamt gefördert. Nun mag man über Umschüler motzen wie man will, ohne sie würde manche Berufsschule kaum über eine brauchbare Ausstattung verfügen.

Und so beißt sich die Katze in den Schwanz. Man kann es drehen und wenden, wie man will, aber die gesamte Problematik hängt am Geld. Deshalb prophezeie ich auch, dass früher oder später solche Ausbildungen nicht mehr umsonst sein werden. Allein das wird schlagartig das Niveau steigern, denn niemand wird viel Geld in eine Ausbildung stecken, wenn er davon nicht überzeugt ist. Allerdings wird es dann auch in Sachen sozialer Gerechtigkeit düster werden.

In diesem Sinne

Achim
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ika

Dabei seit: 16.10.2003
Ort: Rheine
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Verfasst Mi 26.11.2003 21:20
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Hallo zusammen,

interessantes Thema. Besonderen Dank auch von mir an Achim für seine Schilderung "von der anderen Seite". Und auch wenn ich dem erst einmal komplett zustimme, gibt es noch einen anderen Denkansatz:

Selbstverständlich hängt es auch an der Eigenmotivation der Leute. Aber: Die Leute müssen auch motiviert WERDEN, gerade wo scheinbar der Kampftrieb heute nichtmehr vorhanden ist. Dies gilt für die Ausbildung genau so wie für ein späteres Angestellten-Verhältnis. Leider leider klappt dieses ebenso wenig.

Auch wenn's leicht offtopic wird (neuer Threadname: Warum sind die Kollegen so inkompetent): Meine Erfahrung hat gezeigt, dass die Kollegen plötzlich wieder zu Höchstform auflaufen und auch Ihre eigene Motivation wieder finden, wenn sie im Ansatz motiviert werden.
Beispiel 1: Meine Kollegen kann man im Alltag mitunter leider wirklich nur als faul und auch teilweise dumm bezeichnen. Kaum ist der Chef aber mal wieder im Hause (nur noch ca. 1 Tag/Woche), klappt alles wie am Schnürchen. Nicht etwa weil der Chef "Chef" ist und angeordnet hat; ganz im Gegenteil. Vielmehr weil auf kumpelhafte Art und Weise motiviert wird und alle Spaß bei der Arbeit haben. Auf einmal werden die Leute wieder aufnahmefähig und denken nach. Ich bin bis heute leider nicht dahinter gekommen, WIE mein Chef das so unglaublich gut schafft.

Beispiel 2: Im (Siebdruck-)Betrieb meines Vaters in dem ich hin und wieder mal zu Besuch bin laufen einige Malocher rum, denen dass "warum" und "wieso" immer absolut egal war. Druckmaschinen sind auch nichtmehr viel mehr als etwas teurere Playstations. Der Druck kommt hinten raus und gut ist; wenn nicht, wird ein Maschinentechniker gerufen. Kaum steht aber ein absolut innovativer Siebdruckmaschinen-Prototyp im Hause der dort bis zur Serienreife entwickelt werden soll, wird von JEDEM das beste Fachwissen aus der Trickkiste geholt. Die Motivation ist da, nämlich der potenzielle Ruhm und das Geld an einer solchen Neuentwicklung mitgearbeitet zu haben.

Also, bitte erst die Leute auch an die Hand nehmen. Erst wenn das nach mehrmaligen Versuchen nichtmehr fruchtet, die (ohnehin nichtmehr vorhandene) soziale Gerechtigkeit vergessen und zum DirtyHarry-Verhalten überwechseln.

Gruß,
Michael
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Fr 28.11.2003 08:03
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ika, Du hast da völlig recht, Motivation ist eine wichtige Sache. Leider wird dies aber gerne als Argument vorgeschoben, wenn es mal nicht gut läuft. Dann fühlen sich meine Schüler gerade mal wieder sehr 'unmotiviert'.

Nun denke ich mir manchmal, warum muss ich Erwachsene motivieren, die sich aus eigenen Stücken für eine Umschulung entschieden haben? Für viele ist dies möglicherweise die letzte Chance einen Einstieg in die Berufswelt zu finden. Ist dies nicht Motivation genug?

Von einem normalen Kurs kann man in der Regel nur von der Hälfte der Schüler Beteiligung am Unterricht erwarten. Der Rest ist allenfalls physisch anwesend. Ich habe Leute deren einziger freiwilliger Beitrag aus der Frage besteht, 'ob man nicht früher Schluß machen könnte?' Wenn ich möchte, dass einzelne Leute verschreckt aufschauen, muss ich lediglich den Zugang zum Web sperren. Dann wachen plötzlich reihenweise Schüler auf.

Ich investiere wirklich eine ganze Menge Zeit in die Unterrichtsvorbereitung und es ist wirklich sehr frustrierend, wenn Du dann in haufenweise gelangweilte Gesichter schaust.

Meines Erachtens brauchen viele Schüler keinen Dozenten sondern einen Entertainer (bei manchen wäre auch ein Psychiater empfehlenswert). Viele Menschen kennen den Begriff 'Engagement' nur noch vom Hörensagen. Nur wenn es darum geht einen Schuldigen für ihre Situation zu finden, spürt man noch einen Rest von Leidenschaft. Mir geht mittlerweile diese ganze Heulerei unglaublich auf den Keks.

In diesem Sinne

Achim
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Mondchen

Dabei seit: 15.10.2003
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Verfasst Fr 28.11.2003 09:46
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@Achim

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Hi Achim!

Ich stehe zwar auf der anderen Seite der Klasse, kann deine Meinung aber nur 100prozentig teilen.

Ich bin kein Streber oder sowas, aber mich regen die Schüler auch auf die ständig nur fragen: Gehen wir in die Cafeteria oder machen wir früher Schluß usw usw.

Ich weiß nicht genau wo man die Wurzel des Übels suchen muss.
Sind zuerst du Jugendlichen so unglaublich demotiviert und unzugänglich geworden und darufhin haben die Lehrer ihren Elan verloren oder war es umgekehrt?

Ich liebe meinen Beruf und hatte von daher keine Probleme mich zu engagieren, aber ich glaube für die meisten ist es wirklich eine Beschäftigungstherapie um nicht mehr auf der Straße zu sitzen und das wurde wahrscheinlich noch von Mama organisiert.

Halt durch... Grins
Mondchen
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radal

Dabei seit: 11.09.2003
Ort: -
Alter: 42
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 28.11.2003 10:59
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ACHIM HAT VOLLKOMMEN RECHT!!!!

als dozent gibt man sein wissen weiter. manche trainer sind langweiler, manche nicht... aber alle (in den meisten fällen) wissen worüber sie reden und haben erfahrung.

wie schon gesagt: leute über 18 (an sich auch jungere) sollten wissen was sie wollen (ihk-abschluß, wissen erweitern...) und sollten einen hohen eigenmotivationsanteil haben. und wenn der dozent dennen nicht passt, nun ja, man hat im leben nicht nur mit sympatischen menschen zu tun. wenn man mit unterschiedlichen menschensorten nicht auskommen kann, dann fehlt ja an den sozialen kompetenzen, an den "weichen faktoren".

alex
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Wayne2000

Dabei seit: 26.03.2003
Ort: Lüdenscheid
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 28.11.2003 11:14
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hi zusammen

es war auch sehr interessant von achim, mal die "andere seite" geschildert zu bekommen.

nur warum sind so viele azubis in der schule so unmotiviert? zumindest an meiner berufschule laufen so viele inkompetente lehrer herum, das man sich am liebsten den ganzen tag im schrank verstecken möchte. viele der lehrer haben nur ein geringes basiswissen aus verschiedenen büchern zusammengesucht und von der materie keine ahnung. das ist frustrierend und daher kann ich schüler verstehen, die blau machen oder im unterricht nicht mehr mitarbeiten. ich suche mir inzwischen den unterricht raus, wo ich was lernen kann und nicht nach über 2 jahrenausbildung erklärt bekomme, was der unterschied zwischen cmyk und rgb ist!!!!!
die restliche, sinnlose zeit verbringe ich damit, mit meinen tischnachbarn zu reden, mit nahrungsaufnahme, solitaire spielen an den schul-pcs und im internet surfen. was sinnvolleres kann ich mit meiner zeit nicht anstellen in der berufschule, tut mir leid.

es ist schade, das es so wenig lehrer gibt, die von der ganzen materie ahnung haben. ich will jetzt nicht die schuld auf die lehrer schieben, aber die sind daran genauso schuld wie die schüler. die schuld nur auf eine gruppe abzuladen, wäre verkehrt.

bleibt die problemlösung: wie kann man das ändern?

1 bessere qualifikation der lehrer
2 unterteilung der schüler in leistungsorientierte kurse (grundkurse, leistungskurse, aufbaukurse)
3 höhere Einstellungsanforderung an den Azubi stellen

und warum wird das nicht funktionieren?

1 wer in der freien marktwirtschaft gut und erfolgreich ist, wird nicht lehrer mit geringerem Einkommen
2 soviele lehrer kriegen wir nicht, ausserdem widerspricht das dem prinzip der dualen Ausbildung
3 die Industrie bekommt nicht genügend azubis und somit arbeitskräfte

gruß

wayne
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 28.11.2003 11:34
Titel

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Wayne2000 hat geschrieben:
bleibt die problemlösung: wie kann man das ändern?

1 bessere qualifikation der lehrer
2 unterteilung der schüler in leistungsorientierte kurse (grundkurse, leistungskurse, aufbaukurse)
3 höhere Einstellungsanforderung an den Azubi stellen

und warum wird das nicht funktionieren?

1 wer in der freien marktwirtschaft gut und erfolgreich ist, wird nicht lehrer mit geringerem Einkommen
2 soviele lehrer kriegen wir nicht, ausserdem widerspricht das dem prinzip der dualen Ausbildung
3 die Industrie bekommt nicht genügend azubis und somit arbeitskräfte

gruß

wayne


Ok, vier Forderungen von mir, die kaum Geld kosten:

  • Aufwertung der Zwischenprüfung: Die Zwischenprüfung muss zwingend abgelegt werden. Bei Nichtbestehen erfolgt - unabhängig von bereits abgelegten Abschlüssen - keine Versetzung.
  • Umbau der Umschulungsmaßnahmen: Eine Umschulungsmaßnahme muss mit einem Praktikum beginnen und mit einem Praktikum schließen.
  • Keine Verbeamtung von Lehrern mehr.
  • Lehrer und Dozenten müssen zu einer Qualitätsprüfung, die alle drei Jahre abgelegt werden muss. Nur eine bestandene Prüfung sichert das Beschäftigungsverhältnis.

Tja, sowas würde der GEW nie zulassen, aber sinnvoll wäre es in meinen Augen schon.

Gruß

Achim
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Cusario
Account gelöscht


Ort: -

Verfasst Fr 28.11.2003 12:18
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Achim M. hat geschrieben:

[*]Umbau der Umschulungsmaßnahmen: Eine Umschulungsmaßnahme muss mit einem Praktikum beginnen und mit einem Praktikum schließen.


Das passiert teilweise schon bei verschiedenen Kollegs. Und das gute Ergebnis ist, das viele schon viel früher abspringen.

Achim M. hat geschrieben:
[*]Keine Verbeamtung von Lehrern mehr.


Habe ich das richtig im Kopf oder ist das nicht sowieso schon üblich?!

Achim M. hat geschrieben:
[*]Lehrer und Dozenten müssen zu einer Qualitätsprüfung, die alle drei Jahre abgelegt werden muss. Nur eine bestandene Prüfung sichert das Beschäftigungsverhältnis.[/list]


Jepp. Ist in VHS-Kursen auch üblich und wurde sehr gut angenommen von Dozenten und "Schülern"!
 
 
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