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Thema: Testdruckform - Tonwertzunahme und Farbabfall messen vom 08.11.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> Testdruckform - Tonwertzunahme und Farbabfall messen
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ranagschmaz
Threadersteller

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Verfasst Mi 08.11.2006 19:09
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Testdruckform - Tonwertzunahme und Farbabfall messen

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Hallo,

in unserer Druckerei haben wir gerade eine Testform gebastelt auf der ungefähr jede Farbzone mit einem
Kontrollstreifen belegt ist. Zusätzlich haben wir an den Ränder CMYK-Streifen zur Messung des Farbabfalls angelegt.

Meine 2 Fragen jetzt an die Print-Spezialisten:

Wenn ich jetzt die TWZ eines Bogens messen will, an Hand welchen Kontrollstreifens messe ich?
Ich habe ja mehr als genügend zur Auswahl. Nehme ich nur einen- möglichst den in der Mitte, oder messe ich alle aus
und errechne einen Mittelwert?

Wie messe ich den Farbabfall? Klar ich messe die Dichte an verschiedenen Stellen - aber wie definiere ich diese Stellen in diesen
Vollton-Streifen, damit man sie bei späteren Gegenmessungen wiederfindet?

Würd mich über Antworten freuen.

Beste Grüße rana
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MikeG

Dabei seit: 18.05.2006
Ort: Ludwigsburg
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Verfasst Mi 08.11.2006 23:15
Titel

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1) Sinn und Zweck eines Druckbogens und einer Standardisierung ist es unter anderem auf alle Fälle, dass die Tonwerte (also die Dichte) innerhalb einer Farbe über den gesamten Bogen gleich (bzw. annähernd gleich) gehalten wird. Wenn man natürlich auf der A-Seite 1,0 und auf der B-Seite 2,0 als Dichte fährt, dann ist es eh gleich schnuppe....die Testform könnte man sich schlichtweg sparen.
2) Was ist ein Farbabfall? Was meinst Du damit?

Welchen Sinn bzw. warum habt Ihr eine Testform gebaut? Wollte Ihr: Damit irgendwas in eurer Maschine prüfen? Euch einen internen Standard aneignen? Eine Zertifizierung nach ISO vorbereiten? Die Vorstufe / Belichtung prüfen?

Gruss
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ranagschmaz
Threadersteller

Dabei seit: 27.06.2006
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Verfasst Do 09.11.2006 17:42
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Ja es wird eine Zertifizierung nach ISO angestrebt. Die Testform soll die Tonwertzunahmen der Maschine
aufzeigen und den Farbabfall.

Farbabfall meint das maschinentechnisch bedingte Abnehmen der Farbdichte (Farbschichtdicke) von der Greiferkante des Druckbogens zur Hinterkante .
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Naranji

Dabei seit: 07.01.2004
Ort: Zürich, CH
Alter: 32
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Do 09.11.2006 18:24
Titel

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Deine Tonwertzunahme ist aber doch bei jeden Auftrag anders, je nachdem was gedruckt wird und
wie die einzelnen Zonen angesteuert werden. Was das angeht muss das in jedem einzelnen Auftrag
immer wieder individuell gemessen und die Farbsteuerung angepasst werden. Genauso verhält es
sich im Prinzip auch mit dem Farbabfall. Beides sind auftragsabhängige Größen.

Was habt ihr denn für eine Anlage?

Im übrigen wird die Tonwertzunahme nicht nur über die Dichte in den Volltonfeldern gemessen, das
sagt höchstens etwas über die Gleichmäßigkeit der Dichte über den gesamten Druckbogen aus.
Unbedingt müssen hier auch Messungen in den Rasterfeldern gemacht werden, weil du z. B. durch
Schieben/Dublieren ebenso eine Zunahme des Farbauftrags hast, wie wenn z. B. mit zu viel Farbe
oder so gefahren wird. Diesen Fall merkst du in den Volltonfelder beim messen der Dichte gar nicht.

Hier ein ganz gutes PDF zu dem Thema:
http://www.dm-neu.fh-hannover.de/imperia/md/content/fbdm/24.pdf


Zuletzt bearbeitet von Naranji am Do 09.11.2006 18:28, insgesamt 1-mal bearbeitet
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MikeG

Dabei seit: 18.05.2006
Ort: Ludwigsburg
Alter: 46
Geschlecht: Männlich
Verfasst Do 09.11.2006 19:24
Titel

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Bezüglich Farbabfall: Dieser wird u.a. geregelt durch den Reibereinsatzpunkt in der Maschine. Da man aber an diesem nur sehr selten rumspielt, sind die Ergebnisse innerhalb der Produktion i.a. Regel halbwegs reproduzierbar.
Was die Zertifizierung angeht: ich weiss jetzt nicht mehr auswendig, ob die Kontrollelemente am Greifer oder Bogenende waren (ich meine Bogenende), aber das ist ja auch relativ: einfach anderes Papier nehmen (63 cm bzw. 70 cm), und schon hat man einen anderen Farbabfall.........??!!! Also wenn Ihr wirklich die Zertifizierung anstrebt und Mitglied beim Verband seid: lasst euch eine Testform vom Verband geben, die wissen, was sie tun......

Die Farbschichtdicke nimmt übrigens nicht "nur" vom Greifer zur Bogenhinterkante ab. Sie hat (von der Dichte her gesehen) meist im ersten Drittel einen "Bauch" und nimmt dann wieder aber. Ist aber alles sehr relativ und hängt wie gesagt unter anderem auch am Reibereinsatzpunkt.

Zu "Tonwertzunahme ist aber doch bei jeden Auftrag anders...."....naja, zum Glück ist dem nicht so, denn sonst könnte und dürfte es keine Zertifizierung geben......!!!! Klar unterscheiden sich Bedrucktstoffe in der TWZ, keine Frage, aber genau hierfür werden ja Papierklassen gebildet. Und die TWZ dann zwischen verschiedenen Papieren innerhalb der gleichen Klasse ist meist nur minimal (LuxoArtSilk wird sich von Nopacoat oder Profisilk oder wie sie auch immer heissen mögen nur wenig unterscheiden). Und das die "Tonwertzunahme nicht nur über die Dichte in den Volltonfeldern gemessen...." wird ist ja wohl sehr logisch, die TWZ kann man nur in den Rasterfeldern messen. Und eine Messung hat auch immer erst dann zu erfolgen, wenn der Bogen i.O. ist; bei Schieben oder Dublieren etc. sollte man den Bogen lieber gleich wegschmeissen.....so long Gruss
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Naranji

Dabei seit: 07.01.2004
Ort: Zürich, CH
Alter: 32
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Do 09.11.2006 19:51
Titel

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Kontrollstreifen sollten am Bogenende, nicht Greiferrand angebracht werden

Ob der Bogen in Ordnung ist, erfährt man aber ja erst über Messung, oder nicht?!
Man kann also nur ungefähr nach optischen Gesichtspunkten gehen. Und wenn man
ne anständige Farbsteuerung mit Messpulten hat ist so ne Messung ja auch schnell
gemacht... Gemessen werden sollte meines Erachtens über den gesamten Fortdruck
um Farbschwankungen zu vermeiden.

Wie genau das mit der Zertifizierung abläuft weiß ich leider nicht. Ich bin auch keine
Druckerin, sondern erstmal aus der Vorstufe, aus der Drucker-Praxis hab ich relativ
wenig Erfahrung und bin gerade erst am Anfang der Mess-und Prüftechnik.
Von daher - sorry wenn ich was falsch rübergebracht habe...
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teufelchen
Account gelöscht


Ort: -

Verfasst Do 09.11.2006 19:55
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Was ist überhaupt der Tonwertzuwachs......??? Ich denke um das zu beantworten sollte man das Prinziep verstehen.

Ich lege beispielsweiße in meinem Dokument 40% an und die Maschine druckt mir diesen Tonwert in 50 %
Das heißt, meine Druckmaschine hat einen Tonwertzuwachs von 10 % (im entsprechenden Raster)

Diesem muss man entgegenwirken!

Um dies tun zu können lässt man eben genau so eine Testplatte belichten, misst diese Druckplatte „unbedruckt“ und anschließend „bedruckt“ bzw. das Ergebnis auf dem gedruckten Bogen.
Alle Raster von 10 - 90 % werden durchgemessen. So ermittelt man den Tonwertzuwachs, von den Lichtern bis zu den Tiefen. Um dem entsprechend entgegen zu wirken muss man sein Rip kalbrieren und die Linearisierungkurve der Druckmaschine hinterlegen.
Diese Kurve sagt denn dem Rip, belichte meinen 40 % Raster nur in 30 % damit im Druck wieder 40 % stimmen. (bsp 10% Tonwertzuwachs)
Je nach Tonwertzuwachs wird dieses dann hinterlegt.

Der Tonwertzuwachs der Druckmaschine ist in der Regel immer gleich, sollte jedoch stichprobenweiße kontrolliert werden.

Viel Erfolg. Lächel
LG


Zuletzt bearbeitet von am Fr 10.11.2006 20:00, insgesamt 1-mal bearbeitet
 
Cocktailkrabbe

Dabei seit: 24.06.2002
Ort: 70374
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Do 09.11.2006 20:40
Titel

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Bezüglich der Frage welche Bögen man zur Messung verwenden sollte:

Es wird solange gedruckt bis die Enddichte erreicht ist und
dann wieder tendienziell abfallend ist. Allerdings sollte diese
Tendenz halbwegs stabil sein.

Desweiteren sollte man darauf achten, dass nicht überfärbt wird.
So sollte ein 98%iges Rasterfeld natürlich eine geringere Dichte
haben, wie ein 100%iges Rasterfeld… eigentlich klar.

Da ihr eh eine Zertifizierung nach ISO (12647-2 für den Bogenoffset)
anstrebt, solltet ihr wirklich den Verband als Ansprechpartner suchen.
Da sitzen die kompetenten Leute, die das auch nicht das erste Mal
machen.



Gru:sse
Ck
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