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Thema: TrueType ist böse? vom 13.08.2005


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Typografie -> TrueType ist böse?
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k-terting
Threadersteller

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Verfasst Sa 13.08.2005 14:24
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TrueType ist böse?

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Hallo

Was bin ich glücklich endlich ein Expertenforum gefunden zu haben:) Auch auf meine neueste Frage finde ich hier sicher eine kompetente Antwort.

In Kürze eröffne ich ein eigenes Geschäft (Mode) und lasse mir zur Zeit ein CorporateDesign von einer Agentur erstellen.

Für Kundenanschreiben, „Mailings“ (heisst das so?) Preis/infoSchilder etc. wird als Hausschrift die „FF Page Sans“ zum Einsatz kommen. Vor einigen Tagen hat mir die Agentur nun den Font zukommen lassen, als „Type 1“ – mein erster Kontakt mit diesem Format.
Auf meine Nachfrage warum nicht als TrueType wurde mir erklärt das TTF´s qualitativ schlechter seien wörtlich „TrueTypes sind böse!“, was zwar auf dem typischen Home-Office-Drucker nicht ins Gewicht fallen würde, im „richtigen“ Druck aber schon.

Jetzt nutze ich aber üblicherweise TTF´s und möchte als Akzentfont einen Freefont nutzen der als TTF vorliegt. Jetzt bin ich verwirrt.
Fällt die Qualität wirklich sichtbar ab? Der TTF-Font ist ein Handschriftenfont, ist dort der Qualitätsunterschied aufgrund der höheren Detaildichte noch deutlicher sichtbar? Sind TTF´s prinzipiell schlechter als Type1?

Ich danke für alle Antworten oder Links zum Thema!
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Nimroy
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Verfasst Sa 13.08.2005 14:37
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TrueType-Fonts ahebn früher einige Probleme auf den RIPs gemacht. Ein RIP ist Rechner, der die Daten in Daten zur Druckplattenbelichtung umwandelt.

Mittlerweile dürften diese Fonst aber keine großen Probleme mehr bereiten. Zumindest in keiner halbwegs aktuellen Druckerei. In den Köpfen ist aber immer noch dieses "TrueType ist Böse" denken drin. Das mag auch auf den ein oder anderen schlecht gemachten Font zu treffen, aber bei der breiten Masse dürfte das kein Problem mehr sein.
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cyanamide
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Verfasst Sa 13.08.2005 14:52
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Ganz klare Aussage zu der Aussage der Agentur: Die reden ziemlichen Dünnschiss.

TrueType ist von der Qualität her keineswegs schlechter - die enthaltenen Daten
sind die gleichen, lediglich anders gehandelt. Postscript benutzt Bézierkurven um
Zeichen zu defninieren, Truetype dagegen verwendet quadratische B-Splines.

Ansonsten unterscheiden sich die Zeichen, Hinting, Kerning etc. in keinster Weise.
Lediglich die Zusatzinformationen (Vorschau etc.) sind anders angelegt und werden
anders genutzt.
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rob

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Verfasst Sa 13.08.2005 17:17
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Es wurde ja bereits schon gesagt, daß TrueType keineswegs schlechter ist als Type1.
Der schlechte Ruf kommt daher, daß es unzählige kostenlose und schlecht gemachte TrueType-Schriften auf dem Markt gibt.
Die Erstellung einer (guten) Schrift inicht mal eben so auf die schnelle gemacht. Da stecken Wochen oder Monate an Entwicklungszeit drin und es gibt ungalublich viele Dinge zu beachten. Das erklärt dann auch, warum man für eine gute Schrift u.U. auch gut und gerne mal mehrere Hundert Euros zahlen kann.
Jetzt gibt es aber einige Programme, womit jeder Depp mal schnell einen TrueType-Font zusammenschustern kann - auch wenn man keine Ahnung von Typographie hat...
Naja und das ist es dann wohl auch, warum TTF zu dem schlechten Ruf kam...
Dazu kommt dann noch, daß im professionellen Bereich mehr T1 als TTF eingesetzt wurde/wird. Das hat aber eher historische Gründe und liegt daran, daß TTF halt nicht Postscript-kompatibel ist. TTF ist daher als "Amateur-Format" verschrien. Mittlerweile gibt es aber auch hochwertige Implementierungen von TTF-Rasterern.
Ansonsten ist TTF aber halt nicht schlechter als T1. Im Gegenteil: TTF bietet in manchen Bereichen sogar einige Vorteile.
Zitat:
Ansonsten unterscheiden sich die Zeichen, Hinting, Kerning etc. in keinster Weise.

Nö, stimmt nicht. T1 ist nur sehr begrenzt Unicode-fähig. Hier liegt einer der TTF-Vorteile. T1 bietet im Prinzip auch immer nur Zugriff auf 256 Zeichen.
Tja und das TrueType-Hinting ist wesentlich komplexer als als T1-Hinting. TTF ist in mancher Hinsicht um einiges moderner als T1.
Probleme kann es aber trotzdem geben bei TTF in Postscript-Geräten. Je nachdem, wie vorgegangen wird, kann es sein, daß TTF in T1 ohne Hints konvertiert wird oder das gerastert wird und der Font dann als Type-3 -Font zum Drucker geschickt wird. Das kommt aber größtenteils auf die verwendete Software an...

Ansonsten gibt es mittlerweile auch noch das Opentype-Format, was gemeinsam von Adobe und Microsoft entwickelt wurde. Da können im Prinzip Postscript- wie auch TrueType-Fonts drinstecken (also die Umrißbeschreibungen können in Postscript oder in TrueType vorliegen).
Die TT-Variante hat dabei die Dateierweiterung .ttf (wie bei normalen TrueType-Fonts) und wenn Postscript drin steckt, ist die Dateierweiterung .otf, dabei hat Adobe die Möglichkeit genutzt, das Postscript-Format zu aktualisieren.
OpenType bietet auch volle Unicode-Unterstützung.


Zuletzt bearbeitet von rob am Sa 13.08.2005 17:17, insgesamt 1-mal bearbeitet
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k-terting
Threadersteller

Dabei seit: 09.08.2005
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Verfasst Sa 13.08.2005 17:34
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Erstmal danke für eure Antworten.

Ich habe das jetzt wohl richtig verstanden, Vorurteile, historische Ursachen und ein Haufen Laien die selbst TTF´s basteln sorgen für ein schlechtes Image?

Vielleicht findet sich ja jemand der mir zu folgendem Font: http://designerinaction.de/fonts/detail.php?id=140 sagen kann ob das eine gute TTF ist, oder eine böse Lächel
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cyanamide
Moderator

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Verfasst Sa 13.08.2005 17:41
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rob hat geschrieben:
Zitat:
Ansonsten unterscheiden sich die Zeichen, Hinting, Kerning etc. in keinster Weise.

Nö, stimmt nicht. T1 ist nur sehr begrenzt Unicode-fähig. Hier liegt einer der TTF-Vorteile. T1 bietet im Prinzip auch immer nur Zugriff auf 256 Zeichen.
Tja und das TrueType-Hinting ist wesentlich komplexer als als T1-Hinting. TTF ist in mancher Hinsicht um einiges moderner als T1.

Was hat Unicode mit Kerning, Hinting und den Zeichen ALS SOLCHE zu tun?
Erst mal nichts. Bei größeren Zeichensätzen muss dann halt in weitere Sets
zerlegt werden. Was ja auch gemacht wird.

Das TT-Hintig ist komplexer, ja. Aber hinten kommt das gleiche raus.
(Natürlich muss man uralte Schätzchen aussen vor lassen)


Open-Type hast du ja schon angesprochen - Das wird sich sicherlich
durchsetzen - Schade, dass viele Programme diese tolle Sache bisher
nur so gering unterstützen. Selbst PS in der CS2 kann noch nicht mit
Ligaturen umgehen. Sinn machen würde es an mancher Stelle sicher.

Zu sagen ist noch:
Schade, dass sich MM nicht durchgesetzt hat. Einige Schriften gab es
ja schon und es war so genial, alles, wirklich alles selber anpassen zu
können...
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rob

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Verfasst Sa 13.08.2005 17:57
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Zitat:
Vielleicht findet sich ja jemand der mir zu folgendem Font: http://designerinaction.de/fonts/detail.php?id=140 sagen kann ob das eine gute TTF ist, oder eine böse

Das ist ja jetzt kein Font, den du für Fließtext verwenden würdest.
Sowas nimmt man ja eigentlich nur für spezielle Sachen und wenig Text - vielleicht für 'ne Überschrit oder 'ne Unterschrift unter einem Brief oder so.
Klar kannst du das verwenden.
Du kannst natürlich alles benutzen, wo du meinst, daß es gut aussieht oder zu deinem Design passt.

Aber wenn du jetzt kostenlose TrueType-Fonts, also normale Antiqua-Schriften, findest, dann sind das entweder professionelle Fonts von bekannten Herstellern, die sie kostenlos zur Verfügung stellen (wie z.B. Trebuchet von Microsoft) oder du hast Schriften, die von Amateuren entworfen wurden. Diese Schriften sind fast alle unausgeglichen, haben schlechtes (oder gar kein) Hinting, Kerning, usw. usf..
Auf der von dir geposteten Site wirst du vermutlich gar keine "normale" Schrift finden, die auch nur ansatzweise mit professionellen und gut gemachten Schriften wie z.B. der Frutiger oder einer Helvetica mithalten können.
Gute Schriften bekommt man im Normalfall auch nicht kostenlos, es sei denn, es sind Schriften, die z.B. mit deinem Betriebssystem, einer Office-Suite oder dem AdobeReader oder sowas mitgeliefert werden.

Aber setze das ein, was dir gefällt...
Nur, wenn du jetzt vielleicht eine Zeitung oder ein Buch setzen willst, dann greife besser zu professionellen Schriften als zu irgendwelchen Freefonts.

BTW: Es gibt auch professionelle Schriften, die nicht wirklich gut sind. Ein gutes Beispiel dafür ist die Arial, die Microsoft bei Windows mitliefert.
Anstatt die Helvetica zu lizensieren, wurde diese lieber kopiert. Arial sieht der Helvetica deshalb sehr ähnlich. Amateure können diese beiden Schriften vielleicht auch gar nicht unterscheiden. Aber Typographen, Mediengestalter oder Leute, die sich ein wenig mit Typographie auskennen, sehen den Unterschied. Die Arial ist eine sehr schlechte Helvetica-Kopie. Sie ist unausgeglichen und hat ein paar sehr häßliche Eigenarten (wie diese schrägen Strichendungen einiger Buchstaben). Die meisten Typographen bekommen das Grausen bei der Arial...
(Und mit der nächsten Windows-Version wird M$ das gleiche mit der genialen Frutiger machen.)


Zitat:
Schade, dass sich MM nicht durchgesetzt hat.

Ja, stimmt. Ich weiß auch nicht, wieso... Adobe hat ja bereits vor einigen Jahren gesagt, daß sie keine weiteren MM-Fonts mehr produzieren wollen.
Der Nachteil ist natürlich der Speicherverbrauch, was auch heute wohl nicht mehr so problematisch wie früher ist.
Und dann sind die natürlich auch recht aufwendig zu produzieren. Der Ansatz ist aber sehr genial, wie ich finde.

Zitat:
Open-Type hast du ja schon angesprochen - Das wird sich sicherlich
durchsetzen - Schade, dass viele Programme diese tolle Sache bisher
nur so gering unterstützen.

Glücklicherweise wird die Opentype-Unterstützung aber jetzt langsam ja immer besser (und das zum Glück auch auf Linux).


Zuletzt bearbeitet von rob am Sa 13.08.2005 18:04, insgesamt 2-mal bearbeitet
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k-terting
Threadersteller

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Alter: 41
Geschlecht: -
Verfasst Sa 13.08.2005 18:13
Titel

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Für Fliesstexte, bzw. überhaupt für alles was lesbar sein muss habe ich mit der Agentur zusammen die „FF Page Sans“ ausgesucht, das hatte ich ja oben auch erwähnt.

Da würde ich auch nie was „billiges“ nehmen. Auch die Frutiger war in der näheren Wahl, allerdings habe ich von einem Bekannten, der Web-, und Printdesigner ist bereits den Hinweis bekommen das die MS „Segoe“ ein Frutiger-Plagiat ist, so wie die (Zitat)„grottige“ Arial ein schlechtes Helvetica-Plagiat. Und da die Segoe mit Longhorn, evtl. sogar schon mit dem IE7 käme wäre bald alles voll mit der Segoe.

Leider ist der momentan nicht erreichbar, sonst würde ich ihn ja fragen.

Der Freefont soll einzig als Akzent, z.B. als Headline eingesetzt werden.

Vielleicht hat ja jemand eine Alternative in ähnlichen Look, die er mir vorschlagen kann.
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