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Thema: Extreme kurzfristigkeit von Aufträgen vom 18.01.2011


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Beruf und Karriere -> Extreme kurzfristigkeit von Aufträgen
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Illunatic
Threadersteller

Dabei seit: 23.01.2006
Ort: Bonn
Alter: 41
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 18.01.2011 22:06
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Extreme kurzfristigkeit von Aufträgen

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Guten Abend liebe Leute,

ich möchte gerne Eure Meinung zu einem Problem hören, dass sich bei mir in letzter Zeit immer häufiger stellt.

Konkret geht es dabei um einen wirklich sehr guten Kunden, mit dem der Kontakt und die generelle Auftragsabwicklung sehr gut und flüssig funktioniert(e).

Allerdings hat sich in den letzten Monaten eine Terminplanung auf deren Seite eingeschlichen, die es mir unmöglich macht andere Dinge zu planen. Als Beispiel hier der aktuelle Grund für meinen Post: Es soll innerhalb von einem Tag ein Layout für eine Zeitschriftenanzeige (A4) erstellt werden, die dann am darauf folgenden Tag finalisert in den Druck gehen soll. Unter diesem Zeitdruck leidet nicht nur die Qualität, sondern auch die gesamte Planung was andere zugesagte Aufträge betrifft. Ähnliche Fälle gab in letzter Zeit schon mehrfach.

Ich kann also momentan nie sicher sein, dass ich nach bestimmten Jobs für diesen Kunden einen Schlussstrich ziehen kann um andere Dinge anzugehen. Auch wenn ich Wochen vorher sage, dass ich ab dem Datum X anderes zu tun haben werde, wird dies quasi ignoriert - man könnte sagen, beim Kunden mit einem blinden Gottvertrauen, dass wir das schon alles hinkriegen ...

Ich muss dazu sagen, dass ich freiberuflich arbeite und mich mit dem Kunden sehr gut verstehe.

Wie würdet ihr dieses Problem lösen? Einfach mal einen Job platzen lassen, mit allen möglichen Folgen die dies hätte? Oder die Zähne zusammenbeissen und die Dinge so kurzfristig bearbeiten? Wie soll man dann diese kurzen Zeiten vernünftig berechnen? Auf Stundenbasis schieß ich mir ja ins eigene Knie. Hingewiesen habe ich den Kunden auf diese Probleme schon oft - sonst würde ich Euch nicht um Rat fragen.

Vielen Dank für hilfreiche Ratschläge! Vielleicht hat ja der eine oder andere ähnliche Fälle erlebt.

Grüße, Illu
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remote

Dabei seit: 10.11.2006
Ort: /var/www/
Alter: 108
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 18.01.2011 22:28
Titel

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gerade bei anzeigen ist das meiner erfahrung nach nicht unüblich.
einige kunden bekommen häufig kurz vor anzeigenschluss noch gute angebote und entschliessen sich eine anzeige zu platzieren. da liegt die kurzfristigkeit in der natur der sache.

wenn es für deine arbeitsplanung ein großes problem darstellt gibt es reel nur zwei optionen. entweder du sprichst mit dem kunden über eine entsprechenden "express aufschlag", oder du sagst klar, welchen minimal vorlauf du für welche art von auftrag benötigst. wenn der kontakt zum kunden so gut ist, wie du sagst, sollte das in einem gespräch geklärt werden können.
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Illunatic
Threadersteller

Dabei seit: 23.01.2006
Ort: Bonn
Alter: 41
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 18.01.2011 22:49
Titel

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remote hat geschrieben:
gerade bei anzeigen ist das meiner erfahrung nach nicht unüblich.
einige kunden bekommen häufig kurz vor anzeigenschluss noch gute angebote und entschliessen sich eine anzeige zu platzieren. da liegt die kurzfristigkeit in der natur der sache.

wenn es für deine arbeitsplanung ein großes problem darstellt gibt es reel nur zwei optionen. entweder du sprichst mit dem kunden über eine entsprechenden "express aufschlag", oder du sagst klar, welchen minimal vorlauf du für welche art von auftrag benötigst. wenn der kontakt zum kunden so gut ist, wie du sagst, sollte das in einem gespräch geklärt werden können.


Vielen Dank für deine Antwort!

Du hast mit allem Recht. Ein solches Gespräch haben wir allerdings schon mehrfach geführt. Eigentlich immer, wenn es wiedereinmal geradeso geklappt hat, weil ich eine Nachtschicht eingelegt habe.

Die Dinge werden zwar irgendwie fertig - aber halt eben irgendwie. Also nie wirklich so gut, wie es sein müsste. So ist es wirklich unbefriedigend, wenn ich die Sachen nichteinmal in meine Mappe packen kann.

Der Aufschlag ist eine gute Idee! Allerdings möchte ich tatsichlich eher die gesamte Planung ändern, denn es läuft in den nächsten Wochen darauf hinaus, dass ich die Sachen eben dann nicht machen kann - selbst mit einem Aufschlag nicht.

Zudem erweckt es ja beim Kunden bald den Eindruck, dass ich nur viel Wind um eine Arbeit mache, die doch eigentlich schnell zu erledigen ist. Das hat auch etwas mit Wertschätzung zu tun ...

Wie seht ihr das? Mache ich mir unnötig Sorgen oder ist dies ein echts Problem auch bei euch?
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Asi Prollowski

Dabei seit: 30.09.2005
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: -
Verfasst Di 18.01.2011 23:20
Titel

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Zitat:
Allerdings möchte ich tatsichlich eher die gesamte Planung ändern, denn es läuft in den nächsten Wochen darauf hinaus, dass ich die Sachen eben dann nicht machen kann - selbst mit einem Aufschlag nicht.


Dann verkauf dich nicht als Insel, im Sinne von »Ich mach Dir das zum Preis XY«, sondern als Teil der Prozesskette. Auf Prozesse fahren eh alle total ab …

Schniekes Prozesskettenbildchen mit Daten/Zeiten und dem ganzen Kram. Bei Anzeigen kann man das ja schön aus den Mediadaten entnehmen mit Druckunterlagenschluß, Veröffentlichungsdaten usw. und entsprechend von hinten (Veröffentlichung) nach vorne (Idee eine Anzeige zu schalten) auf-/ausbauen. Und du bist eben im Prozess mit drin und brauchst z.B. 2 Tage.

Und wenn es dann wirklich mal ganz eng ist, dann passt es nicht mehr in den Prozess rein und muß gesondert berechnet werden. Oder Drittvergabe oder was auch immer.

»Prozesskette« hilft fast immer. Ich hab unserem BWL-Absolventen erzählt, er soll sein Frühstücksbrötchen als Prozess betrachten, seit dem fährt er immer morgens in der selben Reihenfolge (die logistisch absoluter Schwachsinn ist) Metzger, Bäcker und Supermarkt ab und freut sich über sein prozessorientiert zusammengebautes Brötchen.


Zuletzt bearbeitet von Asi Prollowski am Di 18.01.2011 23:23, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Darkwing

Dabei seit: 27.01.2006
Ort: Dresden
Alter: 39
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mi 19.01.2011 09:25
Titel

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Der Termindruck in unserer Nonstop-Gesellschaft geht mir ebenfalls tierisch auf den Geist, weil darunter wirklich die Qualität unglaublich leiden kann. Einen Tag sollte man wenigstens über alles nochmal schlafen können, sonst kann man für nichts garantieren; ist ganz einfach so.

Aus dem Grund habe ich denselben Ansatz verfolgt wie Monsieur Prollowski hier beschreibt: ich kommuniziere dem Kunden offen, wie unsere Abläufe und Terminketten sind, dass er über den Prozess informiert ist. Alles was aus der Reihe tanzt, muss mit (Qualitäts-) Einbußen oder Zuschlägen rechnen - da braucht sich dann halt niemand beschweren, wenn doch mal was passiert.

Kläre das doch mit deinem Kunden so: du planst eine Prozessumstrukturierung (wie auch immer geartet) im gesamten Betrieb zur Qualitätssicherung. Damit einher gehen die und die und die Sachen, die für einen reibungslosen Ablauf in zukunft nötig sind (und welche Vorteile sich für den Kunden dadurch ergeben). Und dann kann er entscheiden, ob er damit einverstanden ist, oder eben die Nachteile des Aus-der-Reihe-tanzens in Kauf nimmt, die du nach Ermessen vorgibst.

Man muss eben schon oftmals bisschen lenken und erziehen, um Kunden zu ihrem Glück zu verhelfen. *zwinker*
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Mac

Dabei seit: 26.08.2005
Ort: Aufm Boot in W'dijk
Alter: 60
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mi 19.01.2011 10:19
Titel

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Ich würde die Argumentationskette ein wenig umdrehen.
Statt über zu kurze Termine zu reden, würde ich mit dem Kunden erklären,
dass eine sinnvolle Planung seiner Aktivitäten für IHN Vorteile hat, weil ER
dann weniger Stress, besserer ERgebnisse, keine Aufschläge hat, und alle
ihre Ressourcen besser planen und einrichten können.

Schnellschüsse werden immer vorkommen, aber man kann das Projektgeschäft
ein weig entzerren und nebenbei hat man wesentlich mehr Übersicht über die
eigene Marketing-Planung (aus Firmensicht).

Gegen solch eine Argumentationskette wird keiner auch nur halbwegs normale
Mensch was einzuwenden haben. Der Rest liegt dann bei dir, dass du mit dem
Kunden das wie und wann überlegst.
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mi 19.01.2011 12:35
Titel

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Im Anzeigengeschäft habe ich dieses Problem auch. Viele Kunden haben keine echte Anzeigenplanung, sondern werden von den Verlagen aktiv angeworben, wenn es noch Platz zu füllen gibt. Wenn die Kunden dann irgendwelche Rabatte erhalten, schalten Sie relativ spontan Anzeigen. Mit einer Werbestartegie hat das natürlich nichts zu tun.

Was hilft:
  1. In ruhigeren Phasen Kunden aktiv ansprechen und Grunddesigns entwickeln, die man dann ggf. nur noch im Format anpassen muss. Hat man erst einmal solche Basisanzeigen, sinkt der Stresspegel, wenn mal wieder eine spontane Anzeige erforderlich ist.

  2. Aktiv auf die Verlage/Drucker zugehen. Termine, die beim Kunden eintreffen, enthalten immer einen zeitlichen Puffer. Ich mache es schon seit Jahren so, dass ich bei knappen Terminen mich immer direkt an den Verlag oder die Drucker des Kunden wende. Wenn die erst einmal einsehen, dass sie eine perfekte Reinzeichnung bekommen, die keine weitere Nacharbeit erfordert, bekommt man fast immer zusätzliche Zeit eingeräumt. Das können Stunden aber auch mehrere Tage sein. Kundenangaben wie "Die Daten müssen in einer Stunde bei der Druckerei sein" glaube ich grundsätzlich nicht und das hat sich noch immer bewahrheitet.

  3. Kundenerziehung - Manche Sachen lassen sich in bestimmten Zeiten halt nicht realisieren. Ich würde nie einen Kunden im Regen stehen lassen, aber Kunden müssen auch akzeptieren, dass der völlige Neuentwurf, die aufwendige Bildrecherche oder Designvarianaten nicht mehr drin sind, wenn die Zeitspanne zu klein ist. Auch muss der Kunde, dann auch schon mal bis abends warten, bis der Entwurf eintrifft und bekommt nicht alles kurz vor Feierabend auf den Schreibtisch. Mit ein wenig Verhandlungsgeschick kann man Kunden hier auf Dauer auch zu mehr Disziplin erziehen. Wenn man alles ohne Widerspruch akzeptiert, kann der Kunde auch keine Sensibilität für unsere Arbeit bekommen, weil er wirklich denkt, das machen die alles per Knopfdruck.
Gruß

Achim
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Illunatic
Threadersteller

Dabei seit: 23.01.2006
Ort: Bonn
Alter: 41
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mi 19.01.2011 13:51
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Achim M. hat geschrieben:
Im Anzeigengeschäft habe ich dieses Problem auch. Viele Kunden haben keine echte Anzeigenplanung, sondern werden von den Verlagen aktiv angeworben, wenn es noch Platz zu füllen gibt. Wenn die Kunden dann irgendwelche Rabatte erhalten, schalten Sie relativ spontan Anzeigen. Mit einer Werbestartegie hat das natürlich nichts zu tun.


Etwas in der Richtung wird es wohl in meinem Fall sein. Allerdings sollte der Kunde dann nicht auf meine Kosten an der Schaltung sparen, wenn die Daten trotz allem fristgerecht geliefert werden - siehe Aufschlag für´s Feuerlöschen.

Im Fall einer Anzeigenschaltung mag der Kunde ja sparen, wenn er beim Verlag einen Rabatt bekommt. Es gab aber auch schon den Fall, dass innerhalb von einem Tag ca. 100 Deckenhänger produziert werden mussten. Die kosteten dann fast das 50-fache des normalen Preises, da ein spezielles Material und Druckverfahren verwendet werden mussten (Trocknungszeiten etc.) und per Kurier geliefert wurde ... da wird dann richtig Kohle verbrannt.
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