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Thema: Frage zu Preisgestaltung für bundesweite Deko-Produkte vom 02.10.2018


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Beruf und Karriere -> Frage zu Preisgestaltung für bundesweite Deko-Produkte
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littbarski
Threadersteller

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Verfasst Di 02.10.2018 10:40
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Frage zu Preisgestaltung für bundesweite Deko-Produkte

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Hallo zusammen,

heute habe ich eine Frage zur Preisgestaltung. Das ist sicherlich eines der schwierigsten Themen, die man in einem Forum kaum beantworten kann, es geht mir daher nicht um genaue Zahlen, sondern nur die Frage, ob ich meilenweit falsch liege oder nicht.

Ich erstelle "Cliparts" (der Begriff passt immer noch am besten...) und wurde nun von einer sehr bekannten und großen Deko-Laden-Kette angefragt, ob einige meiner Motive auf deren Produkte dürfe. Ich soll nun ein Angebot erstellen.

Es geht also um einfache Cliparts, die ich bereits erstellt hatte, ich muss nur die Nutzungsrechte anbieten (nicht-exklusiv). Für die Erstellung eines Ciparts benötige ich unterschiedlich Zeit, aber natürlich recht wenig. Die Erstellung berechne ich daher i.d.R. um 100 EUR. Ich tue mich daher etwas schwer, anhand von Faktoren nun die Nutzungsrechte abzubilden, weil die Nutzung wirklich sehr umfangreich sein wird. In allen Filialen in Deutschland wird man mein Bild recht prominent z.B. auf Geschirr, Handtüchern, Brettchen etc. finden.

Natürlich möchte die Deko-Kette das einmalig abrechnen und nicht je Produktart. Eine Gewinnbeteiligung ist nicht geplant, sondern pauschale Abrechnung.

Meine Fragen an die erfahreneren Leute:
- ist hier pauschale Abrechnung auch ok, oder immer mit Beteiligung?
- wo liegen wir hier je Motiv für die Nutzung bundesweit durch die Deko-Kette für alle deren Produkte und zeitlich unbeschränkt?
a) 100 EUR
b) 300 EUR
c) 1000 EUR

Ich tendiere zu b).

Vielen Dank für eure Hilfe im Voraus!
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Nefliete
Moderator

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Verfasst Di 02.10.2018 11:59
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Ich kenne das nur von Postkarten-Motiven. Da liegt der Preis pro Motiv (egal wie man und womit man es erstellt hat) bei maximal 150 Euro. Beteiligung gibt es nicht und würde ich auch nicht machen. Pauschal pro Motiv hört sich schon gut an.

Du kannst b) selbstredend einfach als Angebot abgeben. Verhandlungsspielraum sollte auf beiden Seiten ja gegeben sein.
c) wird kein Verlag hinblättern. Das Geschäftsmodell gibt das einfach nicht her.

Unbeschränkt würde ich nicht machen. Du kannst großzügig auf 5 Jahre begrenzen. Falls du einen Vertrag von denen bekommst, lies dir in jeden Fall die Zahlungsmodaltitäten (wann ist die Zahlung wie fällig) durch und die Rechteübergabe. Meist sollen ALLE Rechte für ALLES übertragen werden, selbst für Produkte oder Medien, die jetzt noch gar nicht gibt. Das sollte in jedem Fall eingeschränkt werden. Oder natürlich entsprechend honoriert.
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littbarski
Threadersteller

Dabei seit: 28.09.2014
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Verfasst Di 02.10.2018 19:02
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vielen Dank. Es beruhigt mich immerhin schon einmal, dass ich keine komplett falschen Ideen hatte. Für mich ist es immer eher ein Problem, zu wenig verlangt zu haben, weil einem das wohl kaum ein Kunde sagt, während man bei zu hohen Preisen ja doch eher mal eine Rückmeldung erhält Lächel. Und da ich bisher nur Kunden hatte, die einen begrenzten Nutzungsrahmen brauchten bzw. man sich das gut vorstellen konnte, ist es hier eben etwas weit gefasst.

Ja, die zeitliche Beschränkung wäre sicher wünschenswert, aber viell. nicht umsetzbar, v.a. ist es aber wohl eher so, dass die Produkte ja ohnehin nicht jahrzehntelang im Laden stehen werden, das hat ja ohnehin eine eigene Halbwertszeit.

Ich werde nicht direkt und glatt die 300 EUR anbieten, a) bis c) waren ja nur als ganz grobe Richtungen gedacht. Irgendetwas zwischen a) und b) wird es dann werden.

Mit wie viel müsste man dann den Preis multiplizieren, wenn man die Rechte exklusiv verkaufen würde?
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Nefliete
Moderator

Dabei seit: 05.07.2007
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Verfasst Do 04.10.2018 08:45
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Du kannst auch gerne bei Erfolg berichten, wie es gelaufen ist. Lächel
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Anaxagore

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Verfasst Do 04.10.2018 10:30
Titel

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ich empfehle den AGD Vergütungstarifvertrag Design (AGD/SDSt) zu Rate zu ziehen
Da hast du auch eine gute Übersicht, wie das mit den Nutzungsfaktoren läuft und was der marktübliche Preis sein sollte, wenn ein Profi so etwas macht.

Du kannst auch bei mfm Tabellen zu Rate ziehen. Dort gibt es eine Übersicht der marktüblichen Vergütungen für Bildnutzungsrechte.
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Mialet

Dabei seit: 11.02.2004
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Verfasst Do 04.10.2018 12:16
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Nefliete hat geschrieben:
Ich kenne das nur von Postkarten-Motiven. Da liegt der Preis pro Motiv (egal wie man und womit man es erstellt hat) bei maximal 150 Euro.

...

c) wird kein Verlag hinblättern. Das Geschäftsmodell gibt das einfach nicht her.


Das steht und fällt mit dem je Produkt gemachten Umsatz und der darin enthaltenen Marge. Wenn so ein Handtuchset dreistellig kostet, und zig tausend mal abgesetzt wird, sind deine 1000,- € 10 Cent je verkauftem Set, und sollten den Entscheider kein Wimpernzucken zögern lassen, die geforderten 1000,- zu zahlen. Bei ner Postkarte im Centbereich sieht die Kalkulation natürlich ganz anders aus.

Grundsätzlich:

Je niedriger dein finanzieller Bonus bei der Geschichte ist, je größer sollte dein Imagegewinn dadurch ausfallen, sprich Namensnennung fordern! Diese beiden Stellräder dürften für den Interessenten die entscheidenden sein.

Grundsätzlich finde ich: Umsatzbeteiligung ist fair. Ihr verdient beide mit jedem verkauften Exemplar.
Das muss ja nicht pro abgesetztem Stück sein, aber z.B: je angebotenem Artikel mit deiner Clip-Art erzeugt eine zusätzliche Lizensgebühr – die kann dann je nach Preisklasse wiederum unterschiedlich ausfallen.

Und noch was: Schau dir mal die Preismodelle von Fotolia und Konorten an, wie sich da die Größenordnungen verändern, wenn ein Bild vom Beiwerk des redaktionellen Inhalts oder rein schmückender Nebensache zum Thema und Kaufgrund für ein Produkt wird. Da ist man dann auch nirgends mehr mit Centbeträgen dabei.
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Nefliete
Moderator

Dabei seit: 05.07.2007
Ort: Fu**ing Eifel
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Verfasst Do 04.10.2018 16:06
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Wenn Mialet online ist, sollte ich mir beim Schreiben mehr mühe geben... *bäh*

Nach meiner Erfahrung und was ich so mitbekomme, meine Frau macht als Illustrationen für das Verlagswesen, ist das Endprodukt egal. Es gibt ein festes Budget das nicht zwingend in Relation zum Produkt steht. Zumindest ist es bei vielen namhaften Verlagen so. Alle kenne ich natürlich nicht. Ich selbst arbeite auch in einem Verlag für Zeitschriften. Wie gesagt, meine Erfahrung. Anbieten kann man alles, das ist nicht verboten.

Namensnennung ist im Urheberrecht fest verankert. Da müsste man eigentlich nicht drauf pochen. Etwas anderes ist es natürlich, wenn dein Signet/Name teil der Verkaufsstrategie ist (prominent "designed by"). Kleingedruckt stehst du halt irgendwo auf der Verpackung... halte ich eher für unwichtig.

Umsatzbeteiligung hat den Nachteil das es zu Lasten des Honorar gehen kann und du einfach nicht weißt, was dabei herum kommt. Außerdem gibt es da zahlreiche Stolpersteine wie den Verlagsabgabepreis (das können mal schnell 45-55% Abzug sein), Nettopreis, wieviel Prozent von was usw.? Dann könnte es sein, das sie die Beteiligung mit dem Grundhonorar verrechnen, sehr beliebt. Im Zweifel bekommst du dadurch auch nicht mehr. Und wie lange willst du auf das Honorar warten? Die Auszahlung kann schon was dauern, ein Jahr oder mehr? Daher hätte ich es dir erst einmal nicht empfohlen, wenn du damit so gar keine Erfahrung hast.

Lizenzen und Verlagswesen sind eine schwierige Hausnummer. Sehr oft ist der Vertrag, den solltest du in jedem Fall machen, eher einseitig zum Vorteil des Verlags. Allein die Einforderung aller Nutzungsrechte ist oft ne Frechheit. Dann die Klausel (ähnlich einem Berufsverbot) für keinen anderen Verlag eine ähnliche Tätigkeit anzubieten usw...

Also egal wie, Augen auf und das Kleingedruckte lesen. Lächel
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