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Thema: Kunde dreht komplett durch & hetzt uns Anwalt auf den Hals! vom 13.05.2016


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Recht -> Kunde dreht komplett durch & hetzt uns Anwalt auf den Hals!
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Joana_Mingen
Threadersteller

Dabei seit: 13.05.2016
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Fr 13.05.2016 23:17
Titel

Kunde dreht komplett durch & hetzt uns Anwalt auf den Ha

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MOINsen! Wir haben eine Website für einen Privatmenschen erstellt, nach der Übergabe hat dieser uns mehrmals per E-Mail bestätigt, dass seine neue Website super sei und er absolut zufrieden.

Knapp drei Monate später schreibt er uns plötzlich an und verlangt Berichte über die erledigten Arbeiten der einzelnen Punkten unserer Rechnung. Unter anderem sollen wir eine detailliert Auflistung der verwendeten Typo3-Plugins erstellen und weitere abstruse Wünsche erfüllen. Die offenen Fragen könnte der Kunde sich jedoch durch wenige Klicks in seinem neuen CMS selbst beantworten. Größtenteils hat er weniger als NULL Ahnung, ist sich seiner Sache aber immer total sicher - ihr kennt solche Kunden ja sicher zu genüge. Inzwischen hätte er zudem jemanden an der Seite, der wohl etwas mehr als NULL Ahnung haben soll und der meint, wir müssten an der ein oder anderen Stelle nachbessern. Wir haben sehr viel Erfahrung in der Branche und wissen, dass wir alles richtig gemacht haben...

Wir hatten eine Frist von zwei Wochen erhalten, um eine umfangreiche Dokumentation über die erfolgten Arbeiten und weitere Rechtfertigungen zu liefern. Da wir aufgrund unserer Auftragslage und unserer Abneigung diesem Menschen gegenüber nicht in der Lage sind (und sein wollen), diese zeitraubenden schriftlichen Ausführungen zu erstellen, die dem Kunden erfahrungsgemäß eh nicht ausreichend erscheinen und weiteren Stress verursachen werden, haben wir uns dazu entschieden, auf die entsprechenden Pos. der Rechnung zu verzichten - obwohl sie einwandfrei umgesetzt wurden! Der Kunde hat also nichts bezahlt und wir müssen wir für diese Pos. keine Rechtfertigung ablegen. Dies haben wir so vorgeschlagen und geschrieben, dass sich die Angelegenheit damit für uns erledigt hätte.

Pah - falsch gedacht: Die vom Kunden gesetzte Frist zur Erstellung der Berichte läuft erst in einer Woche ab und er hat uns bereits SEINEN ANWALT AUF DEN HALS GEHETZT!!! Er hätte uns doch darüber informieren müssen, dass er unser Angebot nicht annimmt und auf jeden Fall die Dokumentation verlangt, oder? Ohne Ablauf der gesetzten Frist den Anwalt einschalten, geht das in dem Fall etwa? Er schrieb uns heute: "Habe die Angelegenheit meinem Anwalt übergeben." Wir erwarten also im Laufe der nächsten Woche Post vom Advokaten.

Eine wichtige Frage: Unser Kunde ist rechtschutzversichert. Wird der Anwalt unseres Kunden die Kosten mit dieser Versicherung abrechnen oder wird uns die Korrespondenzleistung des Anwalts in Rechnung gestellt?

Falls die Korrespondenz des Anwalts kostenlos für uns ist, werden wir erstmal versuchen, die Angelegenheit mit dem Anwalt zu regeln, in der Hoffnung, dass dieser etwas weniger Meschugge ist als unser Kunde. Sollte uns jedoch ab dem ersten Schreiben des Anwalts Kosten entstehen, würden wir dem Kunden schnell noch vorschlagen, doch die angeforderten Berichte zu erstellen und dafür unser Angebot zurückziehen, auf die entsprechenden Pos. unserer Rechnung zu verzichten.

Was denkt und wisst ihr?

Vielen Dank schonmal - wir würden gerne noch an diesem Wochenende reagieren, um evtl. den Anwalt aus dem Spiel zu lassen.
Joana
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Astro

Dabei seit: 14.04.2003
Ort: Lost Valley
Alter: 46
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 14.05.2016 02:24
Titel

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Hier ist am Wochenende nichts los. Da wirst du lange warten müssen und dann größtenteils nur Vermutungen und Schüsse ins Blaue erhalten. Es ist besser, gleich einen Rechtsexperten zu fragen.

Zuletzt bearbeitet von Astro am Sa 14.05.2016 02:24, insgesamt 1-mal bearbeitet
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mabo85

Dabei seit: 04.02.2016
Ort: Rzeszow
Alter: 37
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 14.05.2016 08:35
Titel

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Was ich weiss... wir hatten vor wenigen Wochen beinahe den gleichen Fall mit einem Kunden. Ja, er kann jederzeit einen Anwalt einschalten auch wenn er das Angebote nicht abgelehnt hat, selbst wenn er es angenommen hätte, KANN er trotzdem einen einschalten... er KANN was er will, was am ende rechtnes ist, ist eine ganz andere Sache.

Bei uns war es so daß der Kunde in ähnlicher Situation einen kompletten Bericht bekommen hat, ihn schriftlich bestätigt hat, uns bezahlt hat...und BAMM ganze 2 Monate später bekommen wir Post vom Anwalt daß er sein Geld zurück will PLUS Schadensersatz *zwinker*))) Es KANN also vieles.

Sicher, du kannst versuchen dich mit dem Anwalt deines Kunden auseinanderzusetzen ,nur ist es recht egal was für ein Mensch das ist, da er das tut was sein Kunde von ihm verlangt.

Das einzige beste was man in so einer Situation kann ist meiner Erfahrung nach selbst einen Anwalt einzuschalten. Dafür sind Anwälte schließlich da - die werden die Situation klären. In deinem Fall wird es sicher davon abhängen wie gut und detailliert der Vertrag gestaltet ist. Ich hoffe ja daß du einen schriftlichen Vertrag mit deinem Kunden hast.

Bitte bedenken - das sind MEINE Erfahrungen und die ersetzen auf keinen Fall eine professionelle Rechtsauskunft Lächel
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gehirn

Dabei seit: 20.09.2006
Ort: hamburg
Alter: 35
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Sa 14.05.2016 09:36
Titel

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Einer von euch kennt doch sicher privat einen Juristen, der sich das einmal durchlesen kann. Die haben da oft einen bestimmten Blick und können sofort sagen, wer Recht hat und ob er überhaupt eine Chance hätte, dann reicht ein Widerspruchsschreiben und die Sache erledigt sich schnell wie von selbst.
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eugen.schuetz

Dabei seit: 21.12.2007
Ort: Berlin
Alter: 38
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 17.05.2016 17:08
Titel

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Vorab -> die Sachen gleich dem FACHANWALT übergeben, ich unterstreiche -> Fachanwalt Urheberrecht u.Medienrecht.

Die Korrespondenz mit dem Anwalt ist meines Wissens für dich kostenlos. Der Kunde beauftragt den Anwalt und nicht du, somit zahlt hier der Kunde bzw. seine Versicherung.

Sonst ist es sehr wichtig, wie und was im Vertrag vereinbart wurde.

-> Mich würde sehr interessieren, wie die Sache ausgeht. Viel Glück
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Joana_Mingen
Threadersteller

Dabei seit: 13.05.2016
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Di 24.05.2016 00:30
Titel

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Hello again!

Vielen Dank für eure Hilfestellung bisher.

@mabo85: Danke für deinen Erfahrungsbericht. Wie ist es denn mit eurem Kunden ausgegangen? Gerne würden wir einfach unsererseits einen Anwalt bemühen und uns nicht mehr mit solchen Kunden belasten. Leider läuft unser Business noch nicht so gut, sodass wir bisher noch keine Rechtsschutzversicherung abschließen konnten. Ja, ein bischen blauäugig ist das sicher im professionellen Bereich, aber mit unseren dutzenden, geschäftlich sehr erfolgreichen Kunden hatten wir bisher noch nie ein einziges Problem. Wie gesagt, dieser Privatmensch hat psychische Probleme (bescheinigt!) und dreht nun voll durch... Will jetzt (noch) nicht ins Detail gehen, da die Angelegenheit noch nicht abgeschlossen ist - danach gehen wir gerne auch hier ins Detail, falls es jemanden interessiert.

@gehirn: Danke für den Hinweis. Leider kennen wir keinen Juristen und auch niemanden, der einen kennt. Wir bewegen uns eher in einem künstlerischen Umfeld, da uns Juristen etc. generell etwas suspekt sind... Hoffentlich fühlt sich nun niemand angegriffen, es gibt 100%ig auch nette Menschen unter diesen Rechtsverdrehern *ha ha*

@eugen.schuetz: Danke auch dir. Ja, das mit dem Fachanwalt wäre sicher ratsam, aber wir möchten es erstmal selbst regeln (oder es versuchen), da wir keinen Cent für diesen verrückten Kunden investieren möchten.

Das Schreiben des Anwalts liegt uns inzwischen vor. Wir haben bereits darauf geantwortet und zuvor Nachbesserungen durchgeführt, obwohl sie anhand der vertraglichen Grundlage strittig sind. Außerdem wurden Nachbesserungen verlangt, die in der Form nie vertraglich vereinbart wurden - wir haben sie trotzdem wunschgemäß umgesetzt.

Und als ob das alles nicht schon durchgeknallt genug sein würde, werden uns zusätzlich Dinge vorgeworfen, die nachweislich von unserem Kunden NACH DER ÜBERGABE geändert wurden. Wie sehr wir CMS doch hassen! Man übergibt dem Kunden eine perfekte Website und nach zwei - drei Monaten kommen die Beschwerden, dass dies und jenes nicht stimmen würde. Doch anhand der Änderungshistory und Datenbanksicherungen des CMS kann man dann minutengenau nachvollziehen, wann der Kunde selbst den Mist verzapft hat, der uns nun vorgeworfen wird. Und wir waren jetzt so verrückt und haben selbst diese Nachbesserungen durchgeführt - obwohl wir die Fehler nicht verursachten. Selbstverständlich haben wir den Anwalt (mit Screenshots) darauf hingewiesen, dass sein Auftraggeber die Fehler selbst verursacht hat.

JAAAAAAA, ein Abnahmeprotokoll ist sicher sinnvoll, braucht ihr uns bitte nicht erläutern, werden wir künftig beherzigen, war bisher wie gesagt noch nie nötig, da wir gute Arbeit abliefern und in den vielen Jahren, die wir uns nun in der Branche bewegen, noch NIE EIN EINZIGES Problem mit einem Kunden hatten. Schade, dass wir künftig jeden guten Kunden unter Generalverdacht stellen müssen aufgrund der negativen Erfahrung mit einem durchgeknallten Privatmenschen... *hu hu huu*

Wir möchten die Angelegenheit einfach so schnell wie möglich abschließen und keinen weiteren Stress. Wenn ihr wüsstet, für wie wenig Geld der Auftraggeber wieviel erwartet, ihr würdet euch sowas von schlapplachen. Wenn man sich den Vertrag anschaut und die fertige Website analysiert, ist selbst Laien ersichtlich, dass wir viel mehr umgesetzt haben als vertraglich vereinbart wurde.

Ach, soweit sogut. Sobald uns das Antwortschreiben des Anwalts vorliegt, melden wir uns wieder hier.
Danke und bis bald!
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hilson

Dabei seit: 05.09.2005
Ort: Pforzheim
Alter: 52
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 24.05.2016 09:09
Titel

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Joana_Mingen hat geschrieben:
aber wir möchten es erstmal selbst regeln (oder es versuchen), da wir keinen Cent für diesen verrückten Kunden investieren möchten.


Das ist keine gute Idee ... vor allem nicht, wenn man es mit solchen Psychos zu tun hat. Aber offenbar muß jeder von uns zunächst mal hier und da "Lehrgeld" bezahlen.

Joana_Mingen hat geschrieben:
Wenn ihr wüsstet, für wie wenig Geld der Auftraggeber wieviel erwartet, ihr würdet euch sowas von schlapplachen


Ich glaube die meisten von uns haben mit der Art von Klientel schon so ihre Erfahrungen gemacht. Um solche Typen am besten künftig einen großen Bogen machen. Wie gesagt ... das sind alles Erfahrungswerte, die man ganz einfach mit der Zeit sammelt.
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GreenMan
Moderator

Dabei seit: 07.09.2003
Ort: Bremen
Alter: 56
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 24.05.2016 13:15
Titel

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Joana_Mingen hat geschrieben:
@gehirn: Danke für den Hinweis. Leider kennen wir keinen Juristen und auch niemanden, der einen kennt. Wir bewegen uns eher in einem künstlerischen Umfeld, da uns Juristen etc. generell etwas suspekt sind... Hoffentlich fühlt sich nun niemand angegriffen, es gibt 100%ig auch nette Menschen unter diesen Rechtsverdrehern *ha ha*

Dann wird es aber Zeit, dass du dich damit befasst! Jeglicher "künstlerischer" Anspruch ist im Ernstfall schlicht für den A...., wenn anstattdessen Professionalität nötig ist.
Ist doch nicht so schwer: Einfach mal im Internetz nachzurecherchieren nach einem Fachanwalt in deiner nächsten Umgebung und bei diesem dann ein Anruf, was dich denn ggfls. eine Erstberatung kostet. Informier dich auch, ob du vielleicht auch Anspruch auf Prozesskostenhilfe hast. Das kostet ja alles erstmal nix. Nimm die ganze Geschichte dann als Lernprozess.

Und wer weiß: Vielleicht ist der Anwalt dann ja ein ganz Netter *Thumbs up!*


Zuletzt bearbeitet von GreenMan am Di 24.05.2016 13:18, insgesamt 2-mal bearbeitet
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