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Thema: Druckerei versucht falsches Papier unterzujubeln vom 28.01.2019


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Recht -> Druckerei versucht falsches Papier unterzujubeln
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Galatea_75
Threadersteller

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Verfasst Mo 28.01.2019 19:14
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Druckerei versucht falsches Papier unterzujubeln

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Hallo zusammen,

für einen Sportverein, für den ich seit mehr als 20 Jahren ehrenamtlich tätig bin, habe ich mal wieder Urkunden drucken lassen. Nachdem der Rechnungsprüfer des Vereins letztes Jahr gemeckert hatte, dass unsere angestammte Druckerei (relativ) teuer sei, habe ich eine neue Druckerei beauftragt. (Keine Online-Druckerei, sondern eine niedergelassene Druckerei im nächsten Städtchen.)

Es ging um 1000 Urkunden auf 170g/qm Offset. Keine große Sache also. Als die Urkunden geliefert wurden, fiel mir sofort auf, dass das Papier sich "weniger wertig" anfühlte, als ich es gewohnt bin.

Irgendwie war ich skeptisch. Und ich habe das Papier nachgewogen (seit 20 Jahren vergeben ich Druckaufträge für Urkunden, Broschüren, Flyer... noch nie habe ich die Papierqualität angezweifelt...)

Um die Fehlermarge gering zu halten, habe ich 10 bzw. 20 Blatt der Urkunden auf meiner (ziemlich präzisen) Küchenwaage abgewogen. Das Ergebnis: es handelt sich nicht um 170g/qm-Papier. 10 Blatt kommen auf 92-93 Gramm. Was also einer Grammatur von 150g/qm entspricht.

Ich habe selbstverständlich bei der Druckerei nachgefragt. Vielleicht gibt es ja eine Erklärung dafür? Hat der Azubi zum falschen Papier gegriffen?

Die Antwort: Ich hätte 170g/qm bestellt, es sei 170g/qm geliefert worden.

Tja, ... auf Angebot und Rechnung stehen die 170g/qm. Meine Waage zeigt eindeutig, dass es bestenfalls 150g/qm sind.

Ich habe der Druckerei deshalb mitgeteilt, dass ich die Rechnung nicht begleichen werde. Der Druckereichef will das nicht akzeptieren. Er beharrt: ich sei zahlungspflichtig.

Jetzt habe ich (weil ich nicht bezahlt habe und das auch nicht vorhabe) eine Zahlungserinnerung erhalten.

Wie seht Ihr das? Die Papiergrammatur ist doch ein wesentliches Merkmal meiner Bestellung, oder?

Wenn ich 170g/qm bestelle und 150g/qm geliefert werden, ist doch der Auftrag nicht erfüllt, sagt zumindest mein Empfinden.

Wie würdet Ihr weiter verfahren? Danke für Eure Einschätzungen.


Zuletzt bearbeitet von Galatea_75 am Mo 28.01.2019 19:20, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Mialet

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Verfasst Di 29.01.2019 11:30
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Re: Druckerei versucht falsches Papier unterzujubeln

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Die statistisch beste Absicherung hast du, wenn du die komplette Auflage wiegst.
Das sollten für 1000 DIN A4 bei 170g/m² = 10,625kg sein

Wegen der schwankenden Feuchte von Papier ist hier idR. mit ±5% zu rechnen.

Gerade jetzt im Winter, mit üblichen Raumfeuchten von 20% und weniger, und befeuchteten Drucksälen mit 50-60%, kann das auch mal deutlicher klaffen.

Was das Gefühlte angeht: Die Wertigkeit eines Papiers definiert sich nicht nur über das Gewicht, sondern vor allem über das Volumen und die Steifigkeit. So erscheint im Visitenkartenformat 200g wie Pappe, das gleiche Papier als A1 Poster ist schon ziemlich labberig.
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Galatea_75
Threadersteller

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Verfasst Di 29.01.2019 13:02
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Aha, Danke für die interessante Info. Über die Schwankungsbreite im Zusammenhang mit der Luftfeuchtigkeit habe ich mir keine Gedanken gemacht.

Allerdings bin ich mir dennoch sicher, dass es sich um 150g/qm handelt.

1. Ich habe mehrfach 10, 20 und einmal auch 30 Blatt gewogen. 10 Blatt haben 92 Gramm, 20 Blatt 184 Gramm usw.
2. Ich habe noch eine Restauflage "alter" Urkunden, der angestammten Druckerei. Die Urkunden haben lt. Rechnung ebenfalls 170g/qm, liegen im Regal direkt daneben und (oh, wunder!) die Waage springt bei 10 Blatt zwischen 106 und 107 Gramm.

Also: die Luftfeuchte kann es nicht sein.

Was mich eben interessiert: Wenn ich 170g/qm bestelle und 150g/qm geliefert bekomme, dann ist das doch keine Bagatelle, sondern ein relevanter Mangel, oder?
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eugen.schuetz

Dabei seit: 21.12.2007
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Verfasst Di 29.01.2019 13:34
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Wenn es tatsächlich eine andere Grammatur ist, dann ist es auf jeden Fall ein Mangel, der reklamiert werden kann/soll.
Was die Beschaffenheit bzw. Haptik angeht, da sind die Qualitätsunterschiede manchmal "gewaltig" und es kann dünner bzw. minderwertiger erscheinen. Hier empfehlt sich das Papier vorab, als Muster zu ordern.
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Mialet

Dabei seit: 11.02.2004
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Verfasst Di 29.01.2019 14:06
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Galatea_75 hat geschrieben:

Was mich eben interessiert: Wenn ich 170g/qm bestelle und 150g/qm geliefert bekomme, dann ist das doch keine Bagatelle, sondern ein relevanter Mangel, oder?


Die Frage ist aber was dabei herumkommt.
Was nützt es dir, wenn der Drucker sich entschuldigt, und dir eine auf 150g geminderte Rechnung schickt?
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Galatea_75
Threadersteller

Dabei seit: 28.01.2019
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Verfasst Di 29.01.2019 14:37
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Ja, Danke für Eure Einschätzungen. Reklamiert habe ich ja, die Druckerei streitet freilich ab, dass es 170g/qm sind.

Da ich nicht vom Fach bin, wollte ich mich hier auch nochmal "umhören", was ihr davon haltet. Könnte ja auch sein, dass ihr sagt: "Och, 150g oder 170g, das ist doch das selbe etc. pp."

Ich bin in der Sache (leider?) etwas prinzipiell: Wenn ich 170g im Angebot und auf der Rechnung habe, dann will ich auch 170g. Mit einer guten Erklärung + Entschuldigung (Azubi hat das falsche Papier eingelegt und wir geben 25% Rabatt) hätte ich mich evtl. auch abgefunden.

Allerdings beharrt die Druckerei auf der Bezahlung der kompletten Rechnung. Und ich habe zwischenzeitlich rausgefunden, dass meine 150g-Urkunden kein "Unfall" waren. Ein befreundeter Verein hat vor 1,5 Jahren ebenfalls bei dieser Druckerei Urkunden drucken lassen. Ich habe den Kollegen gebeten seine Urkunden abzuwiegen. Er hatte damals ebenso 170g bestellt. Seine Urkunden haben aber ebenfalls 150g/qm.

Vielleicht versteht ihr ja, weshalb ich da "prinzipiell" bin und das nicht akzeptieren mag. (V.a. weil meine "alte" Druckerei immer tadellos gearbeitet hat. Und deren 170-g-Urkunden bringen immer exakt das richtige Gewicht auf die Waage... Wie oben erwähnt, habe ich zuvor noch nie irgendetwas angezweifelt oder abgewogen. Aber jetzt war ich skeptisch geworden und habe deshalb ein wenig nachgewogen, weil ich rausfinden wollte, ob es "üblich" ist leichteres Papier zu nehmen als beauftragt...)


Zuletzt bearbeitet von Galatea_75 am Di 29.01.2019 14:42, insgesamt 1-mal bearbeitet
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aue

Dabei seit: 01.11.2016
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Verfasst Di 29.01.2019 17:06
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Als Laie hast du sehr richtig gerechnet und auch dein Empfinden täuscht dich nicht. Wenn du 170g/qm bestellst und das auch in Rechnung gestellt wird, darf dir kein 150g/qm geliefert werden. Das ist ein wesentlicher Mangel, der dich berechtigt, die Lieferung abzulehnen. Dann musst du die Auflage zurückgeben. Es kann allerdings sein, dass die Druckerei noch das Recht auf Nachbesserung hat, den Auftrag also neu auf dem richtigen Papier produziert.

Du musst halt überlegen, was du möchtest. Du solltest keine Grundsatzfrage daraus machen. Für dich muss ausschlaggebend sein, ob das verwendete 150g/qm-Material brauchbar ist. Eigentlich sollte das noch gehen, der Unterschied ist nicht sehr groß. Wenn du damit leben könntest, kannst du mit der Druckerei in Verhandlung treten: entweder gewähren sie dir für ihren Fehler Rabatt, oder du lehnst die gesamte Auflage ab. In dieser Position bist du.

Du musst dir auch darüber klar sein, wie du in Zukunft verfahren willst: Streitest du dich jetzt mit dieser Druckerei, scheidet sie möglicherweise als weiterer Lieferant aus. Dann brauchst du einen neuen Anbieter. Dann sind die bereits genannten Hinweise bzgl. der Unterschiede der verschiedenen Papiersorten sehr wichtig. Aber Offset 170g/qm ist schon sehr eindeutig.

Informiere uns bitte noch, wie die Sache dann ausgegangen ist.
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mac4print

Dabei seit: 02.12.2005
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Verfasst Di 29.01.2019 18:48
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Hallo zusammen,

wir hatten in unserer Druckerei auch schon eigene Reklamationen mir dem Papiergewicht.
Doch wenn wir als Druckereien reklamieren - dann kommt nur der Satz:
Die Hersteller haben aber eine Toleranz von +/-10% und dies schlachten manche der Großkonzerne gezielt aus.
"Die Toleranzen liegen ja in der Norm".
Unser Papier wird derzeit ohnehin immer schlechter, dünner und lässt sich immer miserabler verarbeiten. Es bricht beim falzen, lässt sich schlechter verkleben, scheint immer mehr durch, lässt sich deutschlich schneller reißen .....

Noch ein Tipp zum Abschluß: Meßt doch mal ein 50 m Verpackungsbandrolle nach - da sind meist nur 40 bis 45 Meter drauf.
Wer kommt denn auf so eine Scheißidee eine Verpackungsbandrolle nachzumessen? - tja, nur die sparamen Schwaben

dann merkt ihr, dass wir laufen nur besch..... (natürlich soll das heißen: bescheidener) werden.

wünsche Euch was, verschliesst nicht die Augen * Wo bin ich? * und bleibt wachsam * huduwudu! *
die Großen sind die Ganoven
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