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Thema: Azubi treibt mich zur Weisglut! vom 21.02.2015


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Ausbildung -> Azubi treibt mich zur Weisglut!
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iMouni
Threadersteller

Dabei seit: 04.08.2011
Ort: Oberbayern
Alter: 33
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Sa 21.02.2015 21:52
Titel

Azubi treibt mich zur Weisglut!

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Hallo liebe MGs!

Ich weiß leider nicht, ob mein Thema hier hergehört, aber einen anderen Platz hab ich nicht gefunden. Menno!

Ich bin ziemlich ratlos und brauche mal Hilfe von "Kollegen".

Seit meiner Ausbildung 2007 hab ich den Betrieb nicht gewechselt und bin mittlerweile 10 Jahre dort. Es ist ein kleiner Betrieb, ein Familienunternehmen. Inzwischen habe ich die alleinige Leitung unserer Grafikabteilung und bin hauptverantwortlich für das Design unserer Produkte. Diese kreative Phase umfasst aber nur einen Teil meiner Arbeit. Der bisherige Hauptpart bestand aus dem Tagesgeschäft. Wir bieten jegliche Art von Printprodukten an. Täglich erhalten wir Bestellungen und schicken Druckfreigaben an den Kunden laut seinen Wünschen.
Anfang letzten Jahres - kurz vor meinem Jubiläum - sprach ich mit meinem Chef über meinen Wunsch nach Veränderung. Ich wollte einen verantwortungsvolleren, kreativeren Bereich und schlug vor, für das weiterhin laufende Tagesgeschäft einen Azubi einzustellen. Er willigte ein.
Im Sommer erhileten wir für eine Woche seinen Neffen als Praktikanten, der ein Anwärter für die Lehrlingsstelle sein sollte. Ob der Junge dies ebenso sah, war fragwürdig...
Er wirkte lustlos, faul, war sehr verschlossen und - offensichtlich - mehr an seinem Handy und der tickenden Uhr, die hoffentlich bald Feierabend schlagen sollte, interessiert.
Ich und auch meine Kollegen waren nicht sehr überzeugt von seinem angeblichen Interesse an der Stelle.
Hinzu kam, dass der Bub (17 Jahre) keinen Schulabschluss hat... Eltern geschieden, beide "Lebenskünstler"... Hmm...?!
Von der Chefetage (es handelt sich hier um Senior und Junior - Opa und Onkel des besagten Jungen) wurde noch recht artig in die Runde gefragt, was wir denken würden, den schließlich "müssen wir ja mit ihm arbeiten und klarkommen, da muss das schon passen". Diese Frage war aber wohl eher rhetorisch, denn berücksichtigt wurden unsre Bedenken nicht. * Nee, nee, nee *

So kam es also - welch Überraschung - dass der Kerl eingestellt wurde. Es fing schon mal suuuuuper an, als sein erster Arbeitstag erst eine Woche später war, denn - was auch sonst - der gnädige Herr hat erst mal Urlaub. *balla balla* Wo gibt's denn sowas? Ja klar, wenn Opa und Onkelchen die Chefitäten sind... <-- Schuld!

Und dann ging's auch schon los - Dumm wie Brot, null Interesse, von Zeitdruck und Abgabetermin noch nie was gehört, Überstunden sind völlig unmöglich, Elan wird sowieso überbewertet, einmal im Monat krank sein ist Pflicht und frech sein ist natürlich logisch, denn was soll schon passieren? Opa und Onkel schmeissen MICH eh nicht raus.

Ja ich übertreibe nicht. Wirklich.
Ich hab alles versucht:
Nett sein, ihm eine Chance geben. Schließlich hat es der arme Junge nicht leicht zu Hause, tief in ihm drin will er ja, er weiß es nur noch nicht.
Witzig sein, denn mit Charme schafft man alles. Oder...?
Genervt sein, denn das appeliert doch an seinen vernünftigen Menschenverstand.
Wütend sein, denn irgendwann muss man die Zügel enger nehmen, dann wird er schon parrieren.
Stinksaue sein, denn - das kann doch nicht sein, dass so ein kleines Würstchen einfach den hier * Ich will nix hören... * * Wo bin ich? * macht und damit auch noch durchkommt???
Inzischen ist ein halbes Jahr rum und der Typ bringt mich dermaßen auf die Palme, dass ich schon nicht mehr schlafen kann. * grmbl *
Natürlich hab ich mit den Chefs gesprochen. Mehrmals. Das erste mal war ca nach zwei Monaten, als ich mit meinem Latein am Ende war. Ich sprach offen und ehrlich mit meinem Chef und hatte das Gefühl, dass es ihn nicht sonderlich überraschte und er mich ernst nahm. Er versicherte mir, mit seinem Neffen zu sprechen und die Sache zu regeln.
Eine Verbesserung erfolgte nicht...
Beim zweiten Gespräch sprach ich mit dem Senior-Chef über seinen Enkel. Auch er verstand mich, stärkte mir wörtlich den Rücken, beteuerte aber auch immer wieder die "Schwere Kindheit des Jungen und dass sein Schalter einfach noch nicht umgelegt wurde". Er versprach ebenfalls, mit seinem Schützling Tacheles zu reden.
In der Zwischenzeit beschäftigte ich mich einen Monat mit einem anderen Projekt, sodass der kleine Satansbraten unter die Fittiche eines Kollegen kam.
Als ich wieder "zurück kam", fühlte ich mich wie in einem Remake von "Und täglich grüßt das Murmeltier" - nichts, aber auch GAR NICHTS hatte sich verändert. Der Junge schaffte es nicht, fehlerfrei und ordentlich zu arbeiten - und wir reden hier von Aufträgen wie einen vorgegebenen Text (vorzugsweise aus der Besteller-Mail zu kopieren) in eine vorgestaltete Visitenkarte zu setzen und dies dem Kunden zur Ansicht zu schicken. NACH FÜNF MONATEN! Normalerweise sollte er in dieser Zeit wesentlich mehr drauf haben, aber nein, seinen Know-how ist immer noch auf dem Stand der ersten Woche! Au weia!

Ich sprach erneut völlig fassungslos mit den beiden Vorgesetzten. So kam es, dass wir uns entschieden, in in die Obhut der Kollegin aus dem Versand zu geben. "Die wird ihm das Arbeiten schon beibringen", das war die Hoffnung der beiden, hatte die Dame doch selbst zwei pubertierende Teenager zu Hause.
Leider ging der Plan nicht auf, für mich nicht verwunderlich stellte er sich in ihrer Abteilung nicht anders an und meine Kollegen hatte nach nur wenigen Tagen die Schnauze voll.

Fakt ist nun: Wir alle wollen und können nicht mit ihm arbeiten, wir haben es alle versucht. Wir alle sind keine Pädagogen, Drill-Constructer oder Kindermädchen. Der Typ ist geschäftsschädigend und unbelehrbar, weil er - und das ist der Punkt - nicht WILL. Er hat keine Lust auf diese Ausbildung, er hat überhaupt keine Lust zu arbeiten. Der Opa hat gesagt "Du lernst bei uns", weil - sind wir mal ehrlich - der Kerl nie, nie, nie, nie, nie eine Stelle irgendwo anders bekommen würde ohne Schulabschluss und mit seiner Einstellung. Der Opa meint, das kriegen wir schon hin, irgendwie schafft der diese drei Jahre. Ich glaube nicht daran, denn die Schule schafft der sicherlich so nicht, geschweige denn die Prüfung... *balla balla*
Fakt ist aber auch: Die Probezeit ist leider lang vorbei, kündigen können wir ihn nicht mehr. Abmahnungen werden nicht erfolgen, denn die Leine ist viel zu locker - schließlich ist Blut dicker als Wasser. Außerdem - dies ist mir nun schmerzlich bewusst - nimmt mich der Seniorchef diesbezüglich nicht wirklich Ernst, denn Konsequenz ist nicht zu spüren... *hu hu huu*
Selbst er darf - vermute ich sehr stark - von seinem Opa aus nicht kündigen, was noch meine letzte Hoffnung war.

Es läuft also darauf hinaus, dass wir ihn an der Backe haben. Wie also schaffe ich es, dass das Arbeiten einigermaßen erträglich wird? Gibt es eine Möglichkeit, seinen "Schalter umzulegen"? Oder soll ich mich weigern, mit ihm zu arbeiten? Schließlich habe ich keinen Ausbilderschein...

Ich bin echt überfragt. Momentan hat mich der Kerl soweit bebracht, dass ich mich zum ersten Mal nach 10 Jahren um eine andere Arbeitstelle bemühe.

Vielen Dank für Eure Ratschläge.


Hat irgendwer ein ähnliches Problem oder mal einen solchen Fall gehabt?
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Zim

Dabei seit: 05.12.2006
Ort: Earth Rocks
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 22.02.2015 00:38
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Wow! Das scheint hart zu sein *zwinker*

Es gibt sicher Leute die das Kerlchen zurechtbiegen könnten - auf die ein oder andere Art und Weise...

Ist er einfach nur faul und inkompetent oder auch unverschämt zu dir? Musst du seine Arbeit mitmachen und wer ist verantwortlich wenn er Fehler macht?
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Nimroy
Community Manager

Dabei seit: 26.05.2004
Ort: zwischen Köln und D'dorf
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Geschlecht: Männlich
Verfasst So 22.02.2015 00:56
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Mal abgesehen von Zims Fragen: Lass es an dir abperlen. Deine Aufgabe ist es, ihn fachlich auszubilden und nicht, ihn zu erziehen.
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Kartöffelchen

Dabei seit: 16.03.2012
Ort: Strawberry Fields
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 22.02.2015 00:57
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Tja, über so Fälle von Vitamin B kann ich eigentlich nur lachen. Wer weiterhin meint, jemanden einstellen zu müssen, weil man ihn irgendwie kennt, ist halt selber Schuld! *ha ha*

Such Dir eine andere Stelle. Der Chef wird dann schon abwägen, wer die Aufträge sicherer abwickelt ...

Nimroy hat geschrieben:
Deine Aufgabe ist es, ihn fachlich auszubilden und nicht, ihn zu erziehen.


Wenn es sich aber nicht wirklich ausbilden lässt?!


Zuletzt bearbeitet von Kartöffelchen am So 22.02.2015 00:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Nimroy
Community Manager

Dabei seit: 26.05.2004
Ort: zwischen Köln und D'dorf
Alter: 42
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 22.02.2015 09:01
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Dann eben abperlen lassen. Ein Ausbilder sollte sich nicht vom Azubi so stressen lassen. Der ist erwachsen und wenn er nicht ausgebildet werden will, dann eben nicht. Man muss ihn da nur bis zu einem bestimmten Punkt durchziehen, irgendwann ist halt Schluss. Und wenn man ihn schon nicht abmahnen kann, dann reicht man eben Vermerke für die Personalakte ein.

Die reaktion des Chefs kann man ja auch erstmal als Absolution verstehen. Das würde ich mir dann bezüglich Verantwortung für Fehler des Azubis, Schäden, Lieferverzögerungen etc. schriftlich bestätigen lassen. Und dann immer schön dokumentieren, wenn der Azubi sich mal wieder nicht an Weisungen seines Ausbilders gehalten hat.

Und immer wieder ein offenes Wort (sachlich, aber direkt und nichts beschönigend) mit dem Chef suchen. Der wird schon reagieren, wenn es ihm ans Portemonaie geht.


Zuletzt bearbeitet von Nimroy am So 22.02.2015 09:02, insgesamt 1-mal bearbeitet
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JohnnyCage
Gesperrt

Dabei seit: 11.12.2012
Ort: -
Alter: -
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Verfasst So 22.02.2015 18:33
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Wenn ihr nicht mit ihm arbeiten wollt, nehmt ihn aus dem täglichen Geschäft raus und gebt ihm nur Übungsaufgaben. Damit wäre das Problem gelöst.

Das Problem mit dem Weib das "für das laufende Tagesgeschäft Geschäft(!) einen Azubi einstellen" möchte, der sich dann aber als "Satansbraten" von "geschiedenen Eltern, beide "Lebenskünstler Hmm...?! " der " dumm wie Brot" ist entputt, wird hoffentlich mit einer fristlosen Entlassung geregelt. Man kann nur hoffen, dass der Herr Azubi hier auch angemeldet ist.
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Kiraakii

Dabei seit: 01.05.2014
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Verfasst So 22.02.2015 19:21
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wie wäre es wenn ihr mit der Schule spricht wegen noten und ob das sinn macht, das er weitre macht ausbildung.

Und wenn er so eine schlimme Kindheit hatte wie wäre es mitn Psychologen, vllt braucht er prof. hilfe
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Jade-Haus

Dabei seit: 30.11.2006
Ort: Nordisch by nature!
Alter: 51
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Mo 23.02.2015 08:39
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Nicht einfach. Ich kenne den Knaben zum Glück nicht persönlich, aber wir haben hier auch immer mal wieder mit durchgereichten Leistungsverweigerern zu tun.
Wem man seine "Null-Bock-Einstellung" direkt ansehen kann, der bekommt bei mir die selbe Erziehungsmethode, die ich auch bei meinen Hunden anwende:
- macht er Mist - zurechtweisen
- macht er nix - ignorieren
- zeigt er erwünschtes Verhalten (auch wenn es nur eine klitze-kleine Kleinigkeit ist wie z.B. pünktlich am Arbeitsplatz erscheinen) - loben und Leckerchen geben.

Ansonsten kannst du nur hoffen, dass er nach der (hoffentlich irgendwann) abgeschlossenen Berufsausbildung nicht übernommen wird. Und da ist ein Ende abzusehen.
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