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Aktuelles Datum und Uhrzeit: Do 24.07.2008 08:54 Benutzername: Passwort: Auto-Login

Thema: Illustrator - Kein eingebettetes Farbprofil im EPS - Warum? vom 29.04.2008

Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Software - Print -> Illustrator - Kein eingebettetes Farbprofil im EPS - Warum?
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Asi Prollowski


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Verfasst Do 01.05.2008 19:29
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Zitat:
(Corel ist meiner Meinung nach so gut wie tot).


Sehe ich persönlich mittlerweile nicht mehr so, vor wenigen Jahren hätte ich Dir ohne weiteres zugestimmt.

Mindestens seit Version 10, spätestens seit X3 ist die CDGS zumindest gegenüber Illu und PS ein durchaus wertiger Konkurrent. Das, was heute als übergreifender Workflow zwischen den Adobeprodukten gelobt wird ist bei Corel schon seit Jahren gang und gäbe. Was Corel nicht (mehr) hat ist ein brauchbar Layoutprogramm, wobei ich einige Schuppen kenne, die Ventura 8 immer noch den Vorzug vor XPress oder InDesign geben.

Ich hatte ja auf eine X4-Suite incl. aktualisiertem Ventura gehofft, leider war dem nicht so.

Gerade im Werbetechnikbereich ist CorelDRAW immer noch verbreitet und dies, meiner Meinung nach, vollkommen zu Recht. CorelDRAW auf Suaheli ist immer noch intuitiver bedienbar als Illustrator in der bevorzugten Sprache und ich hab bis jetzt noch nie irgendwelche Probleme bei der Ausgabe gehabt, egal ob für die Offset-Maschine oder für den Plotter.

Perfekt ist eh keine Weichware.
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bauchbieber


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Verfasst Do 01.05.2008 19:39
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Macromedia hat wirklich eine Menge Dinge mit Freehand falsch gemacht. Dazu gehörte u.a. die erbärmliche Update-Politik ab Version 8.0 und die ungünstige Markenführung des Konzerns. Wie kann man nur ein Produkt, das vorher im Printbereich erfolgreich war unter dem gleichen Namen für den Nonprint-Bereich (Flash) umformen wollen?

Freehand war am Ende ein Programm, das vieles konnte, aber nichts wirklich besser, es fehlte die USP. Freehand ist aber nicht gescheitert, das es wirklich schlechter war als Illustrator, sondern daran, das Freehand von Adobe nicht weiterentwickelt wurde. Bis zur Version 10 lag Freehand mit Illustrator Kopf an Kopf, auch wenn Adobe mit dem AI-Format einfach viel kompatibler zu PS und PDF war. Hinter dem Verkauf von Macromedia standen letzlich Investorinteressen, denn Flash und Dreamweaver waren zwei sehr starke Produkte und Macromedia ist immerhin nicht gerade für wenig Geld an Adobe gegangen.

Adobe hat nie wirklich versucht, Freehand fortzusetzen. Sie hatten ihre eigenen Programme und haben Freehand verschleudert und dann - ob sinnvoll oder nicht - einzustellen.

Was PageMaker angeht hast Du Recht. PageMaker war zum Zeitpunkt des Verkaufs an Adobe ein hoffnungslos veraltertes Produkt, das Produkt ist zwar nicht bei Aldus gestorben, war aber wahrscheinlich kaum bei Adobe gesundzupflegen. Nichtsdestotrotz hat Adobe damit Brainpower für Indesign eingekauft. Zum damaligen Zeitpunkt war Adobe schon ein unglaublich mächtiger Konzern.


Zuletzt bearbeitet von bauchbieber am Do 01.05.2008 19:40, insgesamt 1-mal bearbeitet
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213db


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Verfasst Fr 02.05.2008 15:48
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bauchbieber hat geschrieben:
Eine sehr gute Idee ist es doch, mal in seine Software-Kiste zu schauen und mal danach zu kramen, was man alles so entwickelt hat. Adobe ist sozusagen wie eine Legokiste, nur als Software-Hersteller. Die haben es immer wieder geschafft, aus ziemlich alten fertigen Teilen etwas vermeintlich neues zusammenzubauen und teuer zu verkaufen. Was ist ein Distiller? Nichts anderes als ein fast vollwertiges RIP. Was ist ein Acrobat Reader? Nichts anderes als ein Parser, der Display List lesen kann? Was ist Display List? Ein Teil eines RIPs, mehr nicht.... ich könnte die Aufzählung noch unendlich fortsetzen. Es ist doch faszinierend, dass alle Welt "Hurra" schreit, wenn man Ihnen etwas teuer verkauft, was sie im Prinzip schon umsonst auf ihrem Rechner haben.

Als Vater von PostScript ist es doch wohl selbstverständlich ein Referenzwerkzeug zur PS-Verarbeitung im Produktportfolio zu haben. Dass Adobe Distiller anfangs im Lauf der Zeit immer mehr verbessert und optimiert hat, rechtfertigt auch dessen Existenz.
Auch Acrobat/PDF wurde während seines langen Lebenszyklus massiv weiterentwickelt...deswegen kann man auch bei ihm nicht von ollen Kamellen in neuen Gewändern reden. Und die Absicht die Adobe mit Acrobat/PDF verfolgt ist eine andere, viel komplexere, als es die von PostScript war. Acrobat/PDF ist nicht nur ein quasistandard in Sachen Druckdatenaustausch geworden, sondern eigentlich eine Technologie für beispielsweise die (papierlose) Bürokommunikation, sonstigen Dokumentaustausch (s. u.a. PDF/A, PDF/E) und den plattformunabhängigen Austausch von interaktiven multimedialen Inhalten.

bauchbieber hat geschrieben:

Ich bin mir gerade nicht sicher, ob wir auf der gleichen Ebene diskutieren. Vielleicht erklär ich es mal kurz, worum es mir geht:
Wieviele Kombinationen kennst Du, um einen Wert von sagen wir CIELab 70,0,0, ein ziemlich neutrales Grau in CMYK umzusetzen? Du wirst jetzt sagen: Das macht das Profil doch und diese Übersetzung ist immer eindeutig. Also genau eine. Richtig...Naja fast. Bei bekanntem Profil ist immer eine Übersetzung möglich. Bei anderem Schwarzaufbau sind unzählige Kombinationen möglich: Das Grau könnte nur aus CMY oder nur aus K oder aus einer Mischung dieser Farben bestehen. Anders ausgedrückt: Der gleiche Farbeindruck kann durch unzählige Farbkombinationen ausgedrückt werden.

Aah, nein...da hab ich auf einer anderen Ebene angefangen zu diskutieren. Grins
Diese Problematik ist mir aber auch bekannt...wir arbeiten in der Agentur deswegen wo angebracht auch ausschließlich CMYK blind. Ich möchte mich allerdings etwas näher mit medienneutralen Workflows beschäftigen und habe mir von der ECI ein paar Artikel ausgedruckt, aber über das PDF/X FAQ bin ich noch nicht hinweggekommen. Kannst du mir vielleicht ein paar Buchtipps (gerne auch kostenlose Artikel online) empfehlen, oder ne komprimierte Empfehlung bzgl der Vorgehensweise geben? Merci. *zwinker*


gruss aus nürnberg,

:petroczka
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bauchbieber


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Verfasst Fr 02.05.2008 18:24
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Zitat:
Als Vater von PostScript ist es doch wohl selbstverständlich ein Referenzwerkzeug zur PS-Verarbeitung im Produktportfolio zu haben.

Der Distiller ist kein Referenzwerkzeug. Die Referenz ist immer die aktuelle PostScript-Spezifikation. Ein Referenzwerkzeug ist jedes lizensierte PostScript-RIP. EINE Implementation eines nahezu vollständigen PostScript-RIPs ist der Distiller.

Zitat:

Dass Adobe Distiller anfangs im Lauf der Zeit immer mehr verbessert und optimiert hat, rechtfertigt auch dessen Existenz.

Ich habe nie die Berechtigung des Distillers infrage gestellt. Wie kommst Du darauf?

Zitat:

Auch Acrobat/PDF wurde während seines langen Lebenszyklus massiv weiterentwickelt...deswegen kann man auch bei ihm nicht von ollen Kamellen in neuen Gewändern reden.

Ich habe nie gesagt, dass es sich um olle Kamellen handelt. PS ist eine leistungsfähige Sprache und PDF nach wie vor ein leistungsfähiges Dateiformat. Trotzdem ist es immer wieder faszinierend, dass es niemand versteht, dass Adobe seinen Kunden ein und das selbe Produkt, einmal für wenige hundert EUR und einmal für zigtausend EUR verkauft. Ein RIP für einen Plattenbelichter kostet richtig Schotter. Wobei die Hardware nichts anderes als ein relativ normaler Rechner ist. Das teure ist die Software, die der jeweilige Hersteller bei Adobe lizensieren muss. Diese Software ist zu über 90% die gleiche wie ein Distiller! Ehrlich, das ist doch ein grandioses Geschäftsmodell oder nicht?

Was die neuen Gewänder angeht: Hast Du schoneinmal die Postscript- und die PDF-Spezifikation verglichen? 90% der Ideen sind übernommen. (o.k die Operatoren heißen anders bei PDF steht für die Anweisung "sc" in PDF nun "setcolor". Ich meine nicht die Anwendung, auch nicht die Struktur, sondern das logische graphische Modell!).

Die Handelsmarke Acrobat mit diversen Softwareprodukten und das Dateiformat PDF sind zwei völlig verschiedene paar Schuhe. PDF ist genauso wie PostScript vollständig abwärtskompatibel, was im Umkehrschluss nicht ausschließt, dass natürlich stark verbessert worden ist. Eine valide PS-Datei, die mit einem Laserwriter-1 erzeugt worden ist, ist noch auf dem neusten PS-RIP prozessierbar. JEDE PDF-Datei, die jemals erstellt worden ist, ist immer im Reader der neusten Generation lesbar.

Zitat:
Und die Absicht die Adobe mit Acrobat/PDF verfolgt ist eine andere, viel komplexere, als es die von PostScript war.

Das ist nicht richtig, auch wenn das dem Anwender so vorkommt. PostScript ist der wesentlich komplexere Ansatz, da PostScript im Gegensatz zu PDF eine vollwertige Programmiersprache ist. Ein PDF ist eine interpretierte PostScript-Datei und damit konzeptionell wesentlich einfacher gestrickt als PostScript. PS ist schon weit vor dem PDF-Format als prozessierbare Austauschsprache verwendet worden (in Wissenschaftskreisen ist sie das manchmal heute noch). Lange bevor die Strukturen von PDF in Betriebssysteme wie MAC OS X eingeflossen sind, gab es schon eine PostScript-Variante für den Bildschirm, wenngleich sie sich wegen der geringen Leistungsreserven damaliger Rechner nie durchgesetzt haben.

Zitat:

Acrobat/PDF ist nicht nur ein quasistandard in Sachen Druckdatenaustausch geworden, sondern eigentlich eine Technologie für beispielsweise die (papierlose) Bürokommunikation, sonstigen Dokumentaustausch (s. u.a. PDF/A, PDF/E) und den plattformunabhängigen Austausch von interaktiven multimedialen Inhalten.

Acrobat ist kein Standard. PDF ist nicht Quasistandard, sondern ein internationaler Standard.

Zitat:

Aah, nein...da hab ich auf einer anderen Ebene angefangen zu diskutieren. Grins
Diese Problematik ist mir aber auch bekannt...wir arbeiten in der Agentur deswegen wo angebracht auch ausschließlich CMYK blind. Ich möchte mich allerdings etwas näher mit medienneutralen Workflows beschäftigen und habe mir von der ECI ein paar Artikel ausgedruckt, aber über das PDF/X FAQ bin ich noch nicht hinweggekommen. Kannst du mir vielleicht ein paar Buchtipps (gerne auch kostenlose Artikel online) empfehlen, oder ne komprimierte Empfehlung bzgl der Vorgehensweise geben? Merci. *zwinker*

Ich kann Dir nur den guten Rat geben, einen Color Management Experten heranzuziehen, eine Art Kochbuch wirst Du nicht finden, die Einsatzzwecke sind zu speziell. Einen wirklich medienneutralen Workflow installiert man nicht aus dem Handgelenk und betreibt ihn nicht aus dem Handgelenk. Einstiegsliteratur findest Du zuhauf in deutsch. Wirklich gute Bücher zu dem Thema gibt es in deutsch nicht. Eines der besten Bücher zu dem Thema ist sicherlich Bruce Fraser - "Real World Color Management". Sofern Du Interesse an Schulungen oder Beratung hast, kannst Du mir eine PN schreiben.


Zuletzt bearbeitet von bauchbieber am Fr 02.05.2008 18:25, insgesamt 1-mal bearbeitet
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