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Thema: Überdrucken vom 13.08.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> Überdrucken
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tomadv
Threadersteller

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Verfasst So 13.08.2006 13:40
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Überdrucken

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Hallo,
ich arbeite erst seit kurzem mit dem Illustrator CS2. Bis jetzt hat mir unser Plotter ausgereicht aber
nun brauche ich sehr farbechte Ausdrucke von der Druckerei. Ich soll die Daten in PDF anliefern und
habe nun eine Frage zum Überducken. Was passiert da genau? Ich habe gehört das man schwarz
immer auf Übedrucken stellen soll.
z.b.: schwarzer Kreis auf roter Fläche, schwarz auf Überdrucken -> in der Überdruckenvorschau ändert sich nichts
z.b.: roter Kreis auf schwarzer Fläche, rot Überdrucken -> in der Überdruckenvorschau wird alles schwarz

Also so richtig hab ich das nicht verstanden. Was passiert genau im Druckprozess, was wird ausgespart? Woher weiss man was man als überdrucken anlegen muss?

Vielen Dank,
Grüsse Tom
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Cocktailkrabbe

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Verfasst So 13.08.2006 14:22
Titel

Re: Überdrucken

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Hallo Tom,

tomadv hat geschrieben:
z.b.: schwarzer Kreis auf roter Fläche, schwarz auf Überdrucken -> in der Überdruckenvorschau ändert sich nichts


Stell doch mal das schwarze Objekt auf
überdrucken. Je nachdem wie dein Illustrator CS2
für die Schwarzanzeige eingestellt ist
(siehe Voreinstellungen) bekommst du jetzt
eine andere, tiefschwarze, Darstellung.

tomadv hat geschrieben:
z.b.: roter Kreis auf schwarzer Fläche, rot Überdrucken -> in der Überdruckenvorschau wird alles schwarz


Technisch gesehen passiert hier folgendes:

Angenommen der rote Kreis setzt sich aus
den CMYK-Werten 100 Magenta und 100 Gelb
zusammen.

Normalerweise arbeitet das PostScript-Grafikmodell
überschreibend, d.h. die zuvor gemalten Kanäle
werden überschrieben.

Zitat:
Schwarze Fläche (0c0m0y100k), roter Kreis (0c100m100y0k)
Ergebnis ohne Überdrucken: 0c100m100y0k
Cyan wird ausgespart (0/0), Magenta auch (0/100), Yellow
ebenso (0/100) ebenso Schwarz (0/0)


Wird dem roten Kreis ein Überdruckenattribut zugewiesen
(das sogenannte OPM-Flag 1) werden leere mit 0% gefüllte
Kanäle nicht ausgelöscht sondern ignoriert. Hier beispiels-
weise beim Schwarz.

Zitat:
Das bedeutet für dein Beispiel
Ergebnis mit Überdrucken: 0c100m100y100k
Cyan wird ignoriert (0/0), Magenta (0/100), Yellow
(0/100), Schwarz (100/0)


Das überdrucken ist aber von den verwendeten Farbräumen
abhängig. RGB beispielsweise unterstützt keinerlei Übedrucken.
Das oben beschriebene OPM-Flag arbeitet aber nur mit
DeviceCMYK-Farben. Andere, vom Ausgabegerät nicht
unterstütze Farbräume werden immer ausgespart (z.B. DeviceGray)

Zusammengefasst bedeutet dies:

Normalerweise wird immer ausgespart, jedoch ist es in
vielen Fällen gewünscht (feine Linien, Text, partieller Lack etc.)
dass überdruckt wird. Das Überdrucken wird durch den
PS-Operator »setoverprint« und den entsprechend gesetzten
»overprint mode« geregelt.

Wenn dich das Thema näher interessiert, bist mit der
PostScript- und PDF-Bibel gut beraten.

Hab gerade eine sehr interessantes Video2Brain-Video
zum Thema »Überdrucken von Farben« gefunden, welches
das obengenannte gut darstellt.

http://www.video2brain.com/de/linkfiles/user_file/demos/53_pdf_druckvorstufe/window_pdfdr_ueberdrucken.htm
(PopUp-Blocker sollte ausgeschaltet sein)



Gru:sse
Ck


Zuletzt bearbeitet von Cocktailkrabbe am So 13.08.2006 15:05, insgesamt 3-mal bearbeitet
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tomadv
Threadersteller

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Verfasst So 13.08.2006 16:05
Titel

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Ich nochmal...

Danke Cocktailkrabbe, habs jetzt verstanden. Wenn man also die darüberliegende Fläche
nicht auf überdrucken stellt, wird diese aus der Untergrundfläche ausgeschnitten. Nur jetzt
müsste man überfüllen. Das macht ja aber heutzutage die Druckerei.
In einem anderen Beitrag wurde geschrieben das man z.B.: eine schwarze Fläche auf
rotem Untergrund nicht auf Überdrucken stellen soll, da der Untergrund das Schwarz verändert.
Das macht doch Sinn oder? Wenn ich jetzt eine Untergrundfläche mit 30% Cyan habe und darauf
ein Schwarz mit 100% Black gesetzt und überdruckt, entsteht doch das sattere Schwarz im Druck?

lg
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Cocktailkrabbe

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Verfasst So 13.08.2006 16:15
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tomadv hat geschrieben:
In einem anderen Beitrag wurde geschrieben das man z.B.: eine schwarze Fläche auf
rotem Untergrund nicht auf Überdrucken stellen soll, da der Untergrund das Schwarz verändert.
Das macht doch Sinn oder? Wenn ich jetzt eine Untergrundfläche mit 30% Cyan habe und darauf
ein Schwarz mit 100% Black gesetzt und überdruckt, entsteht doch das sattere Schwarz im Druck?


Das Schwarz bekommt durch die Zugabe einer Buntfarbe
natürlich einen, wenn auch geringen, Farbstich. Andererseits
wird dadurch, ein sattes (Tief-)Schwarz erreicht.

Druckt man hingegeben nur zweifarbig (z.B. Rot und Schwarz),
kann sehr wohl auch Schwarz und Rot übereinander drucken, um
auch ein sattes Schwarz zu erreichen.

tomadv hat geschrieben:
Nur jetzt müsste man überfüllen. Das macht ja aber heutzutage die Druckerei.


Weil diese eben auch die entsprechenden Technologien oder Tools
hat und vorallem, eigentlich der wichtigste Grund, über genügend
Erfahrung und Wissen verfügt.

Desweiteren kann heutzutage kein DTP-Programm (außer Adobe
InDesign) Überfüllungswerte in eine Composite-Datei schreiben.
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tomadv
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Verfasst So 13.08.2006 18:01
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Man könnte doch anstatt Rot auszusparen, ( bei Rot C0 M100 Y100 K0 auf
Schwarz C0 M0 Y0 K100) dem Rot C1% und K1% beimischen und auf
Überdrucken stellen um Blitzer vermeiden? Die 1% stellen doch kaum eine
Änderung des Rot-Tones dar?
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Cocktailkrabbe

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Verfasst So 13.08.2006 18:11
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tomadv hat geschrieben:
Man könnte doch anstatt Rot auszusparen, ( bei Rot C0 M100 Y100 K0 auf
Schwarz C0 M0 Y0 K100) dem Rot C1% und K1% beimischen und auf
Überdrucken stellen um Blitzer vermeiden? Die 1% stellen doch kaum eine
Änderung des Rot-Tones dar?


Was willst du erreichen?

Um Blitzer zu vermeiden, wird die rote Fläche um
einen definierten Wert vergrößert.

1%-Tonwerte lassen sich mit keinem Druckverfahren
realisieren.
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tomadv
Threadersteller

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Verfasst So 13.08.2006 18:20
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Nein, was überfüllen bedeutet weiss ich schon. Ich will es nur "umgehen".
Aber ich habe glaub ich noch einen Denkfehler, der vom Illustrator kommt.
Bei roter Schrift ( C0 M100 Y100 K0 ) auf schwarzen Hintergrund kann man ja das Rot nicht auf
Überdrucken stellen. Somit wird ja das schwarz an der Stelle ausgespart wo die
Schrift hinkommt. Wenn jetzt Rot gedruckt wird, können doch kleine Blitzer enstehen.
Und bei kleiner Schrift ist´s laut Druckerei schlecht zu überfüllen.
Wenn ich dann jetzt ein Rot verwende mit C1 M100 Y100 K1 das auf
Überdrucken steht, dann ändert sich in der Überdruckenvorschau im Gegensatz zu
Rot C0 M100 Y100 K0 nichts.
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Cocktailkrabbe

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Verfasst So 13.08.2006 22:58
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tomadv hat geschrieben:
Wenn ich dann jetzt ein Rot verwende mit C1 M100 Y100 K1 das auf
Überdrucken steht, dann ändert sich in der Überdruckenvorschau im Gegensatz zu
Rot C0 M100 Y100 K0 nichts.


im Gegensatz zu einem aussparenden 100/100-Rot hast du
bei 1c100m100y1k eben noch 1% Schwarz und Cyan hinter
der Schrift. Wie schon gesagt, bringt dir das nicht viel,
denn 1% sind nicht machbar.
Du müsstest da schon (je nach Verfahren) 3 – 5% Schwarz
hinterlegen.

Hmm… wahrscheinlich kann die Druckerei die Überfüllung
nicht ganz genau steuern. Daher würde eine manuelle,
mittige und überdruckende Kontur mit 0c100m0y100k anlegen
und diese hinter den Text legen.
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