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Thema: RGB ?= CMYK vom 20.02.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> RGB ?= CMYK
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Typografit

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Verfasst Di 21.02.2006 02:39
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Für die Druckausgabe wird CMYK benötigt, aber das heißt noch lange nicht, dass man deshalb Dateien in CMYK wandeln muss. Diese Vorgehensweise war vor 10 Jahren richtig, ist es heute bei Verwendung von Adobe InDesign nicht mehr, bei Quark schon.

1. Dein (Raster)bild muss, wenn in es in RGB zum Druck gegeben wird, unbedingt ein gültiges Farbprofil besitzen, in Deutschland gelten dazu die Empfehlungen der ECI bzw. FOGRA. Auf den Seiten der European Color Intiative lassen sich die genormten ISO-Profile runterladen, dort ist auch das für den RGB-Farbraum empfohlene ECI-RGB dabei.

2. Dei Bildschirm und deine Ausgabegeräte sollten hardwarekalibriert sein, damit du in der Lage bist das Druckergebnis in etwa schon vorher betrachten zu können.

3. In Photoshop kannst und sollst du in der Druckenvorschau arbeiten, damit du den kleineren CMYK-Farbraum siehst, wie es im Druck ist.

4. BIlder sollen unbedingt möglichst lange im RGB verbleiben, damit möglichst viele Bearbeitungsfunktionen erhalten bleiben. Große Dateien werden auch schneller abgearbeitet, eigentlich alle, aber bei großen merkt mans, weil das Bild nicht 4 sondern nur 3 Kanäle zum Berechnen hat. Ebenso ist die Dateigröße um 25% kleiner.

5. Bei Verrwendung von InDesign brauchen nur Bilder mit einem speziellen Schwarzaufbau vor der Ausgabe in CMYK gewandelt werden, alles andere macht InDesign auch - exakt genau so wie Photoshop - bei der Ausgabe nach PDF oder Druck.

6. Es kann auch die Konvertierung nach RGB erst NACH der Erstellung des PDFs aus der Ausgabe aus dem PDF erfolgen. Im Moment sehen das die Druckereien nicht so gerne, aber das wird sich bald ändern.

7. Die Konvertierung von RGB nach CMYK erfolgt von einem Ursprungsprifl (etwa ECI-RGB) in ein maschninen-, druckfarben-, papier- und verfahrensabhängigen Ausgabeprofil. Dies ist bei unterschiedlichen Maschinen anders. Deshalb hat die im Workflow empfohlene Spätkonvertierung den Vorteil, dass man bei verschiedenen Ausgaben nicht eine eigene Datei anlegen muss.

8. Es gibt Druckmaschinen, im Digitaldruck, bei denen die interne Eingabe des Farbraums in RGB erfolgt. Würde eine CMYK-Datei kommen, würde die Druckmaschine die Datei von CMYK nach RGB und zurück auf CMYK konvertieren.

9. Jede Konvertierung ist mit Qualitätsverlusten verbunden, hin und her konvertieren ist zu vermeiden.

10. Jedes Programm, das mit RGB arbeitet muss mit Farbmanagement aktiviert sein, damit Konsistenz zwischen den Anwendungen besteht, müssen die Farbeinstellungen synchrinisiert werden.

11. RGB-Workflows bieten dort, wo sie möglich sind, größere Produktionssicherheit als CMYK-Workflows. Z.B. wandeln viele ein Bild zu früh nach CMYK um. Bei der Konvertierung beachtet das Farbmanagement die eingestellten Farbeistellungen. Zum Beispiel ist beim Ausgabeprofil der Wert des maximalen Farbauftrags festgelegt. Die Summe der verschiedenen Druckfarben darf den entsprechenden Wert nicht übersteigen. Wird hingegen nach der Konvertierung ein CMYK-Bild bearbeitet, kann durch entsprechende Bearbeitung durchaus dieser Überdruckenwert massiv überschritten werden.

12. Erklärungen zu diesem Thema sind sehr an einer Veeränderung unterworfen, da noch bis vor wenigen Jahren ein RGB-Workflow nicht möglich war, kommen immer wieder Meinungen vor, dass dies heute nicht geht. Leider wird das auch an manchen Ausbildungsstätten so gelehrt. Doch gerade was IT anbelangt - dazu zählt auch DTP - ist man massiven Veränderungen der Technologie unterworfen und was heute richtig ist, ist morgen falsch und was gestern falsch war ist heute richtig. Im Druck ist das Farbmanagement sicher davon betroffen. Das Farbmanagement wurde mit Photoshop 5 etwas eingeführt, mit 5.5 massiv verbessert und seither jedes Mal weiter entwickelt.

13. Arbeiten ohne Farbmanagement GEHT NICHT. Wenn das FM ausgeschaltet wurde, dann arbeiten die Programme mit einem FM, das der Benutzer nicht steuern kann, aber sie nehmen eben ein FM als Grundlage her. Anders geht das technisch nicht. Jeder Algorithmus, der Farben umrechnet hat eine Rechenbasis und ein Rechenmodel, das dahinter steht. Bei aktiviertem FM kann ich steuern welche Grundlage hergenommen wird.

14. Neben dem FM ist die Frage wie konvertiert wird. Wenn in Photoshop konvertiert wird, dann sollte nicht einfach Modus->CMYK gewählt werden, sondern Konvertieren nach Farbprofil und dann ein entsprechendes - eventuell auch "eigenes" CMYK angewählt werden. Ich verwende z.B. bei Screenshoots, die ich drucken lasse immer ein eigenes CMYK, bei dem der Schwarzaubau maximal eingestellt ist, dadurch wird das Bildschirmschwarz in ein reines Schwarz gewandelt, bei der Standardkonvertierung geht das immer auf ein Mischschwarz aus, was schlechter lesbar ist und etwas schmutziger wirkt.

15. Wenn es um Scannen geht, bleibe nicht nur in RGB. sondern bis nach der Bild- und Farbkorrektur im 16-Bit-Modus. Dadurch ist mehr Qualität möglich. Natürlich vor dem Speichern für Druck muss auf 8-Bit reduziert werden, da 16-Bit-Bilder in InDesign nur beschränkt verwendbar sind und auch nicht notwendig sind. Mach mal den Vergleich, ein kleines Bild vielleicht 200 x 300 pixel zu bearbeiten, einmal 16-Bit Ausgang, konvertieren auf 8 Bit, dann Tonwertkorrektur, das andere Mal 16 Bit, Tonwertkorrektur, dann Konvertieren auf 8 Bit. Vergleiche in beiden Fällen das Ausgangs- und Zielhistogramm, das überzeugt jeden Zweifler, was bessere Qualität hat.

OT.: An "Der Schnitter": Es könnte vielleicht jemand denken, dass der von Ihnen verfasste Text vielleicht etwas ein Licht auf Sie wirft, warum Sie niemand benötigt.

edit by saucer: {{WIKIFY}}


Zuletzt bearbeitet von saucer am Di 21.02.2006 10:54, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Der Schnitter
NaturalBornGriller

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Verfasst Di 21.02.2006 07:54
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@ Typografit

Ich ziehe meinen Hut, eine hervoragende, kompetente und umfassende Antwort wie sie in dieser Form nur selten hier im Forum gegeben wird. Ich denke das Sie durchaus eine große Bereicherung für dieses Forum sein werden, wenn Sie weiterhin in diesem Stil antworten und aufklären. Dafür möchte ich Ihnen im Voraus danken un Sie hier herzlich willkommen heißen.
Der Grund für meinen kleinen Ausbruch liegt jedoch woanders. Es ist mitnichten meine fehlende Kompetenz die mich auf eine recht einfache Frage so grob ausfallend antworten lässt. Es ist vielmehr so das dieser Thread (und sein Ersteller) nur ein weiterer Tropfen auf die Mühlen einer sich unermüdlich drehenden Diskussion ist die sich schon seit Jahren durch die Mediengestalterbranche zieht. Diese jetzt auch hier auszuwälzen wäre müßig, dann damit würde auch dieser Thread irgendwann gesperrt und gelöscht, und das wäre in DIESEM Fall wirklich schade, ginge dadurch doch Ihnre Antwort verloren.
Vermutlich werden Sie in nicht allzuferner Zukunft selbst einen Teil dieser Diskusionen mitbekomen und verstehen was nicht nur mich, sonden durchaus auch viele andere seriöse Mediengestalter derart auf die Palme bringt das uns ab und an, Sie entschuldigen, der Kragen platzt. Es ist schlicht und einfach die Sorge um unser Überleben in unserem Beruf.

Mit freundlichen Grüßen

der Schnitter
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Scheinwelt

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Verfasst Di 21.02.2006 08:35
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Der Schnitter hat geschrieben:
@ Typografit

Ich ziehe meinen Hut, eine hervoragende, kompetente und umfassende Antwort wie sie in dieser Form nur selten hier im Forum gegeben wird. Ich denke das Sie durchaus eine große Bereicherung für dieses Forum sein werden, wenn Sie weiterhin in diesem Stil antworten und aufklären. Dafür möchte ich Ihnen im Voraus danken un Sie hier herzlich willkommen heißen.


Dem stimme ich voll und ganz zu! * Applaus, Applaus *
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Cusario
Account gelöscht


Ort: -

Verfasst Di 21.02.2006 08:45
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Der Schnitter hat geschrieben:
blablabla


Kann es sein das ich von dir noch nie eine vernünftige Antwort - die deinem Können gerecht wird- gesehen habe. Sondern immer nur blabla und manchmal blablabla, doch meistens blablabla?
 
Mac

Dabei seit: 26.08.2005
Ort: Köln
Alter: 55
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 21.02.2006 08:55
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Achtung Ironie: Ich hab gar nicht gewusst, dass ich wegen der Photoshop-Filter in RGB arbeiten muss. Hüstel. Wieder was dazugelernt.

Ich weiß ja nicht, wie es die anderen machen, aber ich vertrau lieber dem gemessenen Wert als einem Farbmanagement, in das jeder reinspucken kann. Nennt mich alt, aber die Jobs, die wir neu drucken lassen müssen, sind meist inhaltlicher Art (und dann war es auch meist der Kunde selber) - und noch nie der Farbe wegen.
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
Ort: -
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Verfasst Di 21.02.2006 10:47
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MacCon hat geschrieben:
Achtung Ironie: Ich hab gar nicht gewusst, dass ich wegen der Photoshop-Filter in RGB arbeiten muss. Hüstel. Wieder was dazugelernt.


Ist das etwa kein Grund? Ich empfehle den RGB-Farbraum aber vor allem, weil größere Tonwertkorrekturen in CMYK nicht effektiv funktionieren.

Ob Du nun Farbmanagement vertraust oder nicht, Photoshop arbeitet trotzdem damit. Wer glaubt in CMYK gibt's kein Farbmanagement, ist spätestens seit Photoshop 6 auf dem falschen Dampfer.

Gruß

Achim
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cnk
Threadersteller

Dabei seit: 20.02.2006
Ort: Wien
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Verfasst Di 21.02.2006 13:44
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Danke an ALLE!

Danke nochmals ich werd mir mal die Farbskala Holen und ein paar profile besorgen muss ich mir auch..
ist eigentlich ein cmy tintenstraldrucker gut geignet um annehernd die ausgaben zu prüfen?

ps @ Der Schnitter : vielleicht weil ich kreativer bin *bäh* nur fehlt es mir an der offset druck übung, das kommt auch schon mit der zeit ^^

bzw hab ich bis jetzt für die flyer kein geld verlangt, es war nur ein freundschaftlicher gefallen! darum musst du dir keine sorgen machen, ich schnapp dir keinen arbeitsplatz weg *zwinker* noch nicht ^^ hoffentlich *bäh*

mfg


Zuletzt bearbeitet von cnk am Di 21.02.2006 13:54, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Typografit

Dabei seit: 31.01.2006
Ort: München
Alter: 53
Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 21.02.2006 16:23
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MacCon hat geschrieben:


Ich weiß ja nicht, wie es die anderen machen, aber ich vertrau lieber dem gemessenen Wert als einem Farbmanagement, in das jeder reinspucken kann. Nennt mich alt, aber die Jobs, die wir neu drucken lassen müssen, sind meist inhaltlicher Art (und dann war es auch meist der Kunde selber) - und noch nie der Farbe wegen.


Das was du hier machst ist ja auch eine Art Farbmanagement, eben manuell und nicht so präzise. Damit spuckst du dir selber in dein Ergebnis.


Zuletzt bearbeitet von Nimroy am Di 21.02.2006 16:48, insgesamt 1-mal bearbeitet
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