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Aktuelles Datum und Uhrzeit: Fr 09.12.2016 22:56 Benutzername: Passwort: Auto-Login

Thema: [Preisfrage] Der richtige Umgang mit Kundenwünschen vom 12.06.2004


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impact

Dabei seit: 14.02.2004
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Verfasst Mo 14.06.2004 08:14
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ich denke, dass das ganz einfach zu den Basics unseres Business gehört. Und es wird immer wieder vorkommen, dass ein Kunde einen Entwurf ganz einfach hernimmt und dran rumbastelt. Ihm ist dabei nicht bewusst, ob da nun stundenlange Überlegungen dahinterstecken, was man sich zur Typo überlegt hat oder nicht, und ob man sich Gedanken zu den Farben und der späteren Produktion gemacht hat. Und meistens ist er der Meinung dass er uns Gestaltern zeigen möchte, dass er halt auch ein bissal mit den Programmen umgehen kann. Und da entsteht eben auch ein kleines Problem. Denn der Kunde macht sich selbst die Arbeit den bereitgestellten Entwurf zu bearbeiten. Und bastelt halt eine Variante des ganzen. Und ist danach einfach irre stolz weil er das grade so hingebracht hat. Und das möchte er dann auch so haben.

Und ich würde meinen, dass wir genau bis zu diesem Punkt reine Gestalter sind. Wir bekommen Vorstellungen, ein paar Infos und vielleicht ein paar Ideen, und sollen daraus dann etwas basteln. Die meisten Kunden haben aber für sich bereits ein gewisses Bild geschaffen wie das fertige Produkt dann aussehen soll. Und wenn Sie dran herumkritzeln, dann sind sie einfach von ihrer eigenen Arbeit begeistert.

Fakt ist, dass es dem Kunden wichtig war die Headlines grösser zu haben. Das merkt man ja mehr als deutlich. Und ganz sicher möchte er, dass sein Name wesentlich präsenter ist bei der ganzen Produktion.

Aber all das bedeutet nicht, dass wir jetzt einfach nur noch Dienstleister sind. Wir sind und bleiben Gestalter. Der Entwurf war ganz einfach unsere eigenen Interpretation seines Wunsches. Und auf Basis dieser Idee wird dann weitergearbeitet.

Ziel sollte es nun sein, die Botschaften aus den Änderungen zu erkennen und umzusetzen. Dabei muss nicht die gleiche Typo verwendet werden, sondern es geht einfach nur darum die Basisänderungen anzupassen.

Um die eigenen Ideen und besonders das Fachwissen zu transportieren würde ich an dieser Stelle eine Version machen die seiner ähnelt. Und dann einen Entwurf, der das beinhaltet was in den bisherigen Antworten hinsichtlich des Designs gepostet wurde, und natürlich eben die eigenen Vorstellung.

Bei einem Termin dann beide Designs präsentieren. Am besten auf nem schwarzen Karton aufkaschiert nebeneinander. Und dann dem Kunden vor die Nase setzen. Und die entsprechenden Argumente vermitteln.

Dann sieht er seinen Entwurf. Und daneben den Entwurf der mithilfe seiner Inputs gemacht wurde und halt typographisch und gestalterisch einfach besser ist.

Die Entscheidung sollte dann etwas leichter fallen. Und geht dann aufgrund des direkten Vergleichs und der Argumente dann doch zugunsten des neuen Entwurfs von eurer Agentur.
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heim_experimente

Dabei seit: 24.06.2003
Ort: Dessau
Alter: 35
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 14.06.2004 23:10
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mensch achim, kämpf doch auch mal für was und steck nicht immer zurück *zwinker*


Achim M. hat geschrieben:
Für einen guten Gestalter sollte es auch keine Unmöglichkeit sein, diesen Aspekt der eigenen Arbeit zu ändern, ohne den Gesamteindruck der Gestaltung zu zerstören.


wenn man dann noch die steigerung des von dir als gut bezeichneten gestalters betrachtet, dann ist das jemand, der es versteht einen kunden das gefühl zu vermitteln, er sei bei ihm in guten händen - dann entsteht so etwas gar nicht erst!!
und übrigens: keiner hat gesagt, dass man die zusammenarbeit gleich beenden soll aber es wäre doch schön, wenn sich an der fast alltäglichen situation etwas ändern würde ?!

und du kannst mir nicht erzählen, dass du dich nicht geärgert hättest, wenn so ein fax bei dir eingetroffen wäre, anstatt eines kurzen und sachlichen anrufs des kunden (egal, ob nun die schriftgröße bzw. laufweite zu klein ist)

gruß


Zuletzt bearbeitet von heim_experimente am Mo 14.06.2004 23:13, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Di 15.06.2004 06:17
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heim_experimente hat geschrieben:
mensch achim, kämpf doch auch mal für was und steck nicht immer zurück


Ehrlich gesagt, kriege ich, seitdem ich selbstständig bin, fast jeden Entwurf ohne große Korrekturen verkauft. Dazu gehört aber auch, dass man solche eigenartigen Bemerkungen oder Faxe von Kunden nicht persönlich nimmt. Wie schon weiter oben erwähnt, suche ich deshalb den persönlichen Kontakt zum Kunden. Das funktioniert häufig besser als stundenlange Telefonate oder seitenlange E-Mails.

Ein normaler Kunde, der einen Entwurf zugeschickt bekommt, wird ihn seinen Mitarbeitern, seiner Frau und seinen Freunden zeigen. Dann hast Du 'ne Menge Kommentare. In der Regel wird es immer was zu meckern geben. Spätestens dann ist der Kunde verunsichert, ob er tatsächlich einen guten Entwurf bekommen hat. Wenn Kunden in dieser Phase formulieren sollen, was ihnen nicht gefällt, dann treffen sie eigentlich nie den richtigen Ton. Vielfach möchten Kunden die Kritik dann aber auch nicht bei einem persönlichen Telefonat äußern, sondern "verstecken" sich hinter schriftlichen Formulierungen. Da habe ich schon einige Faxe und Mails bekommen. In einer solchen Phase darf man einfach nicht stur reagieren, sondern muss erkennen, was beim Kunden möglicherweise die Unsicherheit ausgelöst hat. Ein persönliches Gespräch löst eigentlich immer den Knoten, vorausgesetzt man kann als Gestalter seine Meinung auch vertreten und die Art der Gestaltung glaubhaft begründen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung, weiss ich aber, das die Verargumentation der eigenen Arbeit vielen Gestaltern eher nicht liegt. Vom typischen Kontakter ganz zu schweigen. Dem ist es in der Regel ohnehin egal, was er da verkauft und ob alles neu gemacht werden muss.

Schwierig sind Kundenbeziehungen, wenn man keinen direkten Zugriff hat. Z.B. weil man als Subunternehmer den Kunden nicht kennt oder der Chef einem zum Kundengespräch nicht mitnehmen will. Ebenfalls problematisch ist es, wenn Entscheidungsträger bei Präsentationen nicht anwesend sein können. Dann muss man auch bei einer gelungen Präsentationen immer noch mit nachträglichen Problemen rechnen, weil sich der Entscheidungsträger übergangen fühlt.

Soweit meine Erfahrung und deshalb kann ich nur zu einem entspannten Kundenverhältnis raten.

Gruß

Achim
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derrolf

Dabei seit: 26.01.2004
Ort: ist mir peinlich
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Di 15.06.2004 06:30
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als erstes würde ich noch eine variante von deinem und seinem umschlag probieren zu gestallten. vielleicht kommt ihr euch in der mitte entgegen. ansonsten würde ich versuchen meine super tollen vorteile der mega gestallteten psychologisch vorteilhaften seite zu machen. sollte er nicht die vorteiler deiner seite auch nach stundenlanger hirnwäsche verstehen (wie in meiner firma) must du des geldes wegen seine kreation übernehmen *hu hu huu* .

scheiß job keiner versteht unsere arbeit oder hat ein auge dafür. *Schnief*
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reproprofi

Dabei seit: 25.03.2004
Ort: Medienhauptstadt
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Mi 16.06.2004 11:26
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richtig so würde ich es auch machen
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arne
Threadersteller

Dabei seit: 23.05.2004
Ort: MOCKBA
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Do 17.06.2004 01:13
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fazit - kurz und linksbuendig:

kaspar hat geschrieben:
Die erste Frage die du dir stellen solltest lautet: Bin ich Gestalter oder Dienstleister?


gestalter natuerlich

kaspar hat geschrieben:

Antwortest du mit Dienstleister, so ist das ganze eigentlich kein Problem -> Fax einfach nachbauen, odr?
Antwortest du mit Gestalter, so solltest du dir die Zeit nehmen und deinem Kunden einfach genau deine Argumente für eine gute Gestaltung und Typografie erklären.
Sollte dein Kunde nun beleidigt sein, liegt das Problem einzig und allein bei ihm und nicht bei dir (sofern du die allgemein gebräuchlichen Höflichkeitsformen eingehalten hast).


bin kein freund von argumenten, aber hoeflich bleibe ich beim kundengespraech trotzdem ;-)

flavio hat geschrieben:

meiner meinung nach ist das immer die falsche antwort. zumindest sollten solche wünsche nicht kommentarlos hingenommen werden. allzuoft muss man für drei denken.
in meinem trottelverein hat mein excheffe immer "ja wird gemacht" und "kunde ist könig" gesagt. und als ich letztens referenzunterlagen für einen potenziellen kunden zusammen suchen musste, hab ich nur mit dem kopf geschüttelt.


nun, fuer eine dienstleister waere es unter umstaenden die richtige antwort.

cyanamide hat geschrieben:
Sowas kenne ich auch.
In diesem Fall Lade ich den Kunden immer gemütlich auf einen Kaffee ein,
bei guten Kunden gibt's auch ein Essen.
Dabei bewaffne ich mich immer schon mit anderen Pro- und Kontra-Beispielen,
aus Typo-Büchern zum Beispiel. Diese reichen dann doch fast immer schon
aus um den Kunden zu überzeugen wieso und weshalb das so aussehen MUSS
wie ich es haben will und nicht wie er es haben will.
Genügt dies nicht, so frage ich im beisein des Kunden noch meist einen
anderen, befreundeten Grafiker, was er meint, was besser ist. Bisher
hat spätestens dann jeder Kunde nachgegeben.
Cheers!


durchaus brauchbares handwerkszeug.
allerdings ist eine 2-stufige kaffeephase in diesem projekt schon durch.

heim_experimente hat geschrieben:
wichtig ist es ersteinmal zu wissen ob es bei dem kunden sinn hat darüber zu reden - wenn ja und er ist offen für neues und bereit deine gründe für die gestaltung der ersten version sich anzuhören, würde ich empfehlen folgende punkte bei seiner nachbesserung anzusprechen:

- 3 unterschiedliche schriftgrössen in einem so minimalistisch gehaltenem layout sind absolut an der grenze des gestalterisch möglichen, wenn sie nicht sogar schon diese überschreiten (erklär dem kunden, es sei eine goldene regel)

- bitte von der rechtsbündigen ausrichtung abraten, da ja sicherlich der text innen auch linksbündig (max. noch im blocksatz) angeordnet ist und man ja schon einen gewissen roten faden in das buch bringen möchte, der sich von der ersten bis zur letzten seite hindurchzieht

- die komplette gestaltung der schrift in schwarz sollte vermieden werden, da sich das wichtige (z.b. titel) vom weniger wichtigen (z.b. verlag) schlecht abhebt bzw. herauskristalliesiert (und da man dies, wie bereits erwähnt, nicht mit hilfe der schriftgrösse machen sollte, erreicht man dies mit hilfe der farbgestaltung) - des weiteren wirkt es dann auch nicht so düster und trist, was ja auch nicht zum thema passend wäre

- wenn die schrift doch schwarz sein soll dann aber auf keinen fall auf dem roten untergrund, da dort nur ein sehr schwacher kontrast gegeben ist

- die schriftart ist definitiv zu dominant, fordernd und aufdringlich - meiner ansicht nach sollte ein chorbuch eher etwas zurückhaltender wirken (die von dir gewählte schrift,welche zwar eine grössere laufweite vertragen könnte, wirkt z.b. eleganter und sehr viel harmonischer als die variante des kunden und sie sagt in meinen augen mehr über einen chor aus - nämlich dass er sowohl zart singen kann als auch impulsant und lautstark - die schriftart des kunden sieht eher nach einem chor aus der den zuhörer die ganze zeit anschreit)

gruss
norman


ja, bezogen auf den konkreten fall ist das handfeste munition, die sicher taugt um vom abbrechen des projektes nochmal abstand zu nehmen!

flavio hat geschrieben:
//ot
das beste an solchen leuten ist nur noch einen teil bezahlen zu wollen/müssen, da sie ja schließlich selbst die idee hatten.
mir hat mal ein kunde ein auftragsbestätigung zurück gefaxt mit der bemerkung drauf "bei gefallen o.k."


lol - nicht schlecht - aber du musst bedenken: immerhin bekommt der kunder nachher einfach nur flaches papier geliefert - allenfalls ein paar pixel &-)

Sahra hat geschrieben:
hi,
du solltest erstmal mit deinem Kunden reden, dabei merkst du ja auch wie er so drauf ist, und ob es überhaupt Sinnvoll ist im mitzuteilen das es so zwar gehen würde jedoch von der Gestaltung nicht das wahre ist. Wenn er dann aber jemand ist mit dem man reden kann, dann schlage ihm vor wie man es besser machen kann, und vorallem warum du es besser machen möchtest. Da es ja nicht so viel Arbeit ist kannst du ja direkt etwas für ihn fertig machen das du ihm dann zufaxt. So sieht er vielleicht direkt selber das sein Idee nicht die tollste war. Ansonten kann ich dir nur sagen sei am besten immer ehrlich zu deinen Kunden sag auf eine nette weisse was du denkst, denn du hast ja die Ahnung dein Kunde ja nicht. Denn wenn er damit keinen Erfolg hat, dann wird er auch nicht wiederkommen. Bei mir ist es so wenn ich was für einen Kunden mache versuche ich die Dinge so Werbewirksam wie es nur geht zumachen, denn wenn klappt dann kommt der Kunden wieder.


meine praemisse ist es jeweils, die gestaltung so sinnvoll UND aesthetisch wie moeglich zu machen. in vielen faellen (nicht immer) ist da der geschmack des kunden absolut unwichtig. der kommt erst bei der geschaeftlichen projektabwicklung ins spiel. dieser ansatz mag etwas stur wirken, ist aber meiner - ich weigere mich, schlechten sachen zu machen und kompromisse sind immer halbseiden.

Achim M. hat geschrieben:
Vor allem sollte man einen Kunden ernst nehmen.


stimme ich bedingungslos zu. gilt auch fuer sonst alle menschen..

Achim M. hat geschrieben:

Zum Vergleich der beiden Designs: Dein Design ist natürlich gefälliger, aber nicht so klar strukturiert wie das Fax. So ist in Deinem Entwurf die Bandnummer (Band 2) nicht so präsent, sondern geht typographisch unter. Bei einer Bücherserie sicherlich eine Schwäche (es sei denn die Bände unterscheiden sich durch einen Farbcode).


das mit dem farbcode trifft zu - haette ich auch gleich sagen koennen.

Achim M. hat geschrieben:

Deine Typo könnte - wie bei schmalen Schriften und Versalien generell zu empfehlen - vor allem mehr Spationierung vertragen. So wirkt das Ganze zwar sehr kompakt und ruhig, dies aber auf Kosten der Lesbarkeit. Im täglichen Gebrauch - mal eben schnell den Orgelband heraussuchen - ist Dein Design meines Erachtens zu unpraktisch.


den punkt werde ich mir zu herzen nehmen und eine testreihe an lebenden objekten in freier wildbahn durchfuehren.

Achim M. hat geschrieben:

Vor einigen Jahren gab es mal einen Bericht in der Page. Irgendeine kirchliche Gruppe hatte ein zentrales Liedheft neu gestalten lassen. Das Design war sehr schön, gefällig und auf den ersten Blick sehr gelungen. Das Heft wurde ein flop, weil die Typo für viele ältere Kirchgänger zu klein, in dunklen Kirchen der Farbkontrast kaum auszumachen war und die verwendete Symbolik zu komplex war. Gleiche Kritik könnte Dir auch widerfahren. Weniger designbelastete Nutzer haben zu Typographie eine deutlich pragmatischere Herangehensweise.


wahrlich

Achim M. hat geschrieben:

Was ich sagen will. Überlege, wie Dein Design zu verbessern ist, welche Vorteile das alte Design im praktischen Nutzen hat. Gehe konstruktiv mit den Wünschen Deiner Kunden um. Manchmal sitzt man in seinem Gestalterloch und erkennt den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Passiert mir auch und deshalb versuche ich nicht zu vergessen, dass meine Kunden ihre Zielgruppe besser kennen als ich. Trotzdem: Wenn nicht eine Titelserie einzuhalten ist, würde ich auf gar keinen Fall das alte Design nachbauen. Du bist definitiv auf dem besseren Weg.
Gruß
Achim


gute ansaetze fuer eine milde reaktion in dieser sache - danke!

chatcress hat geschrieben:
pecunia non olet.*
*-> lat.: geld stinkt nicht


o cives, cives quaerenda pecunia primum est, virtus post nummos*

chatcress hat geschrieben:

lass deinen namen weg, wenns dir peinlich ist, und tue, wie der kunde dir aufgetan.
beratungsresistenz... das fax von ihm war ja kein spass


ipse fecit **

chatcress hat geschrieben:

rette da raus, was geht, aber ich würds einfach umsetzen.


possum, sed nolo***

chatcress hat geschrieben:

nicht für gestalter, sondern für geld und kunden wird gestaltet.


non vitae, sed pecunia laborare****


vale // pax


ps.:
ut sementem feceris, ita metes*****



_____________________________
* o bürger, bürger, für euch ist der gelderwerb das wichtigste, die tugend kommt erst nach den talern.
** er hat das selbst gemacht
*** ich könnte, aber ich mag nicht
**** nicht fürs leben arbeiten wir, sondern fürs geld
***** wie du aussäest, so wirst du ernten


heim_experimente hat geschrieben:
ich nochmal

ich verstehe es ja auch, dass man dem kunde entsprechend entgegenkommen sollte und auch seine wünsche ernst nehmen muss aber was viele von euch vergessen, ist, dass wir, als gestalter, die den job gelernt haben und die wirkung von gewissen gestaltungsmitteln besser kennen als der unbedarfte auftraggeber, die aufgabe haben das produkt auch selbst zu gestalten - wir sagen ja auch nicht unseren kunden, wie sie ihr geschäft zu führen haben oder wie in diesem fall, dem chorleiter, welche lieder er in dem buch drucken lassen soll - sicherlich sind wir nur dienstleister aber wie sollten den kunden die zu uns kommen gleich von anfang an sachte klarmachen wie der auftrag abläuft (zumindest versuchen)
dies hängt sicherlich vom kunden ab und man braucht schon eine gewisse menschenkenntnis um entscheiden zu können, wie man den kunden am besten anpackt - jedoch ist es auch wichtig, dass der kunde weiss, dass er nur einen geringen spielraum für eigene einbringungen hat - da wir nunmal die fachmänner sind !! er kommt zu uns um beraten zu werden, also müssen wir ihm auch klarmachen was geht und was nicht !!

der art-director in unserer agentur ist in der hinsicht sehr direkt: wenn der kunde meint einen entwurf an dem mehrere stunden gearbeitet wurde innerhalb von 2 minuten nach 2mal draufschauen umändern zu müssen und in seinen augen zu revolutionieren, dann steht unser a-d auf und erklärt dem kunden, dass die zusammenarbeit so natürlich nicht laufen kann - er wägt da sicherlich auch ab, mit wem er das machen kann !!

hört sich sicherlich krass an und selbst praktizieren tue ich das auch nicht immer aber wie oft ärgert man sich, dass das endergebnis wieder einmal durch einflussnahme des kunden zu bedauern ist - und soetwas reiht sich dann in die referenzliste der agentur ein !! :-l


ja - das ist ein menschliches kernproblem: wenn man jemanden, den man fuer kompetent haelt um rat konsultiert - kann man dann auch seinen rat annehmen und ihm weiterhin die kompetenz zugestehen? dass das schwierig zu sein scheint, sehe ich nicht nur bei kunden, sondern in jeder situation, in der menschen mit eigenen visionen in zusammenarbeit treten. jemanden anderen seinen part machen lassen klingt einfacher als es ist.


thaBeat hat geschrieben:

das wichtigste ist doch in der gestaltung, wie auch in der werbung das bestmöglichste rauszuholen... und dabei verkünsteln und -designen sich oft sehr viele, die normalbevölkerung sieht sowas teilweise gar nicht und hat dann auch kein verständnis wenn sie nicht damit vernünftig umgehen können. design muss funktionieren, ansonsten ist hätte man künstler werden sollen...


aha! dann ist es wohl an der zeit, dass ich mich selbst aus einem anderen thread zitiere:

arne hat geschrieben:

meiner gestalter-auffassung nach schliessen sich design und kunst nicht aus.
im gegenteil: unsere mediengestalterei kommt mir manchmal vor,
wie das haessliche entlein, das zu mutter kunst zurueckkehren muss
(natuerlich nicht, ohne vorher seine erfahrungen in der grossen weiten
welt gemacht zu haben ;-)


McMaren hat geschrieben:
Also wenn ich deinen Entwurf mit dem Fax des Kunden vergleiche, interpretiere ich das so:

- die Schrift ist ihm zu klein und zu schlecht lesbar. Ein isschen Spationierung täte dem wirklich gut.
- dass es sich da um verschiedenen Bände handelt, hätte ich bei deinem Entwurf nicht erkannt. Man erkennt am Ende sicherlich an den Farben, DASS es sich um verschiedenen Bände handelt, aber um WELCHEN, erkennt man nur schwer. Und in Kirchenchors befinden sich nun mal hauptäschlich ältere Menschen.
- allgemein ist ihm das farblich etwas zu wischiwaschi" oder auch Ton udn Ton. Ich meine, es ist echt schick, was du gemacht hast, keine Frage, aber für einen Kirchenchor einfach zu undeutlich.


das mit den alten kirchenchoeren werde ich in den weiteren prozess einbeziehen - danke!
die wischigen farben sind bereits vom kunden als zeitlos und elegant akzeptiert ;-)


Achim M. hat geschrieben:
Also manche Antworten finde ich schon recht eigenartig. Ein Kunde, der für etwas Geld bezahlt, hat ja wohl auch ein Mitspracherecht. Anderseits ist ein Gestalter auch kein Befehlsempfänger, der beim kleinsten Widerstand direkt alles in die Tonne wirft und stur nach Kundenwunsch arbeitet.

Gestaltung heißt für mich auch Präsentieren, Beraten und Verkaufen. Ich schicke mittlerweile keine Vorentwürfe mehr an meine Kunden per E-Mail raus, weil die häufig falsch aufgenommen werden. Wer eine vernünftige Gestaltung machen will, muss diese auch beim Kunden Präsentieren und den Dialog mit dem Kunden suchen. Eine Kommunikation per Fax oder Mail funktioniert eigentlich fast immer nur mit Bestandskunden.

Also fahr hin und rede mit dem Kunden. Der persönliche Kontakt wirkt oft Wunder (vorausgesetzt Du kannst Deinen Entwurf auch begründen).

Gruß
Achim


das mit dem persoenlichen kontakt ist voellig klar - anders koennte man kein projekt brauchbar abwickeln. die sache mit dem mitspracherecht ist schon kniffliger, da man spaetestens bei der typografie bis adrian und eva ausholen muss und dann das gewisse etwas mit nochsoviel fachwissen nicht vermitteln kann. da fuehre ich dann zuweilen doch lieber rechtzeitig z.b. meine unterentwickelte musikalitaet als manoeverkurswechsel ein.

heim_experimente hat geschrieben:
Kaufdex hat geschrieben:
Hey PC Fan, das stimmt schon aber ein architekt macht dir das Haus oder was auch immer so wie du gerne möchtest, der kann auch nicht immer seine Sachen einbringen. Und wenn dann der Kunde sagt ne so wie du das da gezeichnet hast will ich mein Haus nicht muss er es so machen wie der Kunde es gerne möchte, natürlich nur wenn das auch umsetzbar ist.


aber in unserem fall hat nunmal der kunde eine tragende wand entfernen wollen !!
der kunde kann sagen was enthalten sein soll aber er sollte nicht ständig versuchen unsere arbeit besser zu machen - im sinne von: hey architekt, lass mich mal ran da, ich kann das besser zeichnen !!


so kann man das auch ausdruecken.

impact hat geschrieben:

Fakt ist, dass es dem Kunden wichtig war die Headlines grösser zu haben. Das merkt man ja mehr als deutlich. Und ganz sicher möchte er, dass sein Name wesentlich präsenter ist bei der ganzen Produktion.

Aber all das bedeutet nicht, dass wir jetzt einfach nur noch Dienstleister sind. Wir sind und bleiben Gestalter. Der Entwurf war ganz einfach unsere eigenen Interpretation seines Wunsches. Und auf Basis dieser Idee wird dann weitergearbeitet.

Ziel sollte es nun sein, die Botschaften aus den Änderungen zu erkennen und umzusetzen. Dabei muss nicht die gleiche Typo verwendet werden, sondern es geht einfach nur darum die Basisänderungen anzupassen.

Um die eigenen Ideen und besonders das Fachwissen zu transportieren würde ich an dieser Stelle eine Version machen die seiner ähnelt. Und dann einen Entwurf, der das beinhaltet was in den bisherigen Antworten hinsichtlich des Designs gepostet wurde, und natürlich eben die eigenen Vorstellung.

Bei einem Termin dann beide Designs präsentieren. Am besten auf nem schwarzen Karton aufkaschiert nebeneinander. Und dann dem Kunden vor die Nase setzen. Und die entsprechenden Argumente vermitteln.

Dann sieht er seinen Entwurf. Und daneben den Entwurf der mithilfe seiner Inputs gemacht wurde und halt typographisch und gestalterisch einfach besser ist.

Die Entscheidung sollte dann etwas leichter fallen. Und geht dann aufgrund des direkten Vergleichs und der Argumente dann doch zugunsten des neuen Entwurfs von eurer Agentur.


drchaus ein pragmatischer loesungsweg! fuer meine radikale gestalter-mentalitaet waere das allerdings etwas zuviel sekundaer-zinober. aber die hand und den fuss deines vorschlags werde ich im hinterkopf behalten.


derrolf hat geschrieben:

scheiß job keiner versteht unsere arbeit oder hat ein auge dafür. :(


aber es ist immer wieder erstaunlich, wieviel andere sensoren es gibt, gute gestaltung zu erkennen.
("boah! ich weiss nicht warum, aber ich muss unbedingt in son kirchenchor eintreten!" ;-)

und uebrigens: ich finde meinen job geil.
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arne
Threadersteller

Dabei seit: 23.05.2004
Ort: MOCKBA
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Do 17.06.2004 01:43
Titel

PREISVERLEIHUNG

Antworten mit Zitat Zum Seitenanfang

.
.
PREISVERLEIHUNG


das siebdruck-plakat geht an:

norman // heim-experimente // renty-boy


je 2 siebdruck-flyer gehen an:

kaspar
Achim
impact

gratuliere!
schickt mir die adresse eurer hardware via pn oder mail, dann kommt das upgrade.
und vielen dank auch an alle anderen!
vom weiteren verlauf des projektes erzaehle ich, wenn es abgeschlossen ist.


dieser thread wird aufgenommen in den neuen mediengestalter-lehrplan.

.
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