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Thema: Frage zu Farbprofilen (ICC-Profile)... vom 19.07.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> Frage zu Farbprofilen (ICC-Profile)...
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christians26
Threadersteller

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Verfasst Mi 19.07.2006 16:02
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Frage zu Farbprofilen (ICC-Profile)...

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Hallo,

wir haben in unserer Firma (Druckvorstufenbetrieb) ein Problem, weil keiner so richtig versteht für was ICC-Profile eigentlich gebraucht werden...

Wer kann mir das mal in einfachen Worten erklären? Lächel

Welche der beiden Behauptungen stimmt?

1. Ein ICC-Profil wird verwendet um am Monitor eine Art "Soft-Proof" anzuzeigen. Es wird also nur am Monitor das Papier simuliert (z.B. ISO Newspaper=Zeitungspapier, ISOcoated=Offsetdruck) und man kann dann im Photoshop die Bilder so aufbereiten, dass sie später auf dem Papier gut aussehen.

2. Ein ICC-Profil "verbiegt" die Bilder bzw. das Dokument um den Schwächen des Papiers/Druckverfahrens entgegenzuwirken und es besser aussehen zu lassen.

Wäre wirklich toll, wenn mir jemand weiterhelfen könnte,
ich habe schon etliche male das Internet durchforstet, konnte aber nie eine einfache (verständliche) Erklärung dazu finden.

Viele Grüße
Christian Lächel
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Nils84

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Verfasst Mi 19.07.2006 16:21
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hi...
ich möchte mich hier nicht zu weit aus dem fenster lehnen und durch eventuelle fehlinfos den unmit einiger menschen auf mich lenken...

informier dich am besten direkt bei der eci: http://www.eci.org/eci/de/041_offset.php
dort steht, soweit ich mich erinnere, alles wichtige...

viele grüße, nils

** edit ** das druckverfahren ist natürlich extrem wichtig, hier im link als beispiel offset-druck.


Zuletzt bearbeitet von Nils84 am Mi 19.07.2006 16:23, insgesamt 1-mal bearbeitet
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antonio_mo

Dabei seit: 20.05.2006
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Verfasst Mi 19.07.2006 16:59
Titel

Re: Frage zu Farbprofilen (ICC-Profile)...

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christians26 hat geschrieben:
Hallo,

wir haben in unserer Firma (Druckvorstufenbetrieb) ein Problem, weil keiner so richtig versteht für was ICC-Profile eigentlich gebraucht werden...

Wer kann mir das mal in einfachen Worten erklären? Lächel

Welche der beiden Behauptungen stimmt?

1. Ein ICC-Profil wird verwendet um am Monitor eine Art "Soft-Proof" anzuzeigen. Es wird also nur am Monitor das Papier simuliert (z.B. ISO Newspaper=Zeitungspapier, ISOcoated=Offsetdruck) und man kann dann im Photoshop die Bilder so aufbereiten, dass sie später auf dem Papier gut aussehen.

2. Ein ICC-Profil "verbiegt" die Bilder bzw. das Dokument um den Schwächen des Papiers/Druckverfahrens entgegenzuwirken und es besser aussehen zu lassen.

Wäre wirklich toll, wenn mir jemand weiterhelfen könnte,
ich habe schon etliche male das Internet durchforstet, konnte aber nie eine einfache (verständliche) Erklärung dazu finden.


Also wenn Du so viel im Internet gegoogelt hast dann hättest Du auch folgendes gefunden:
http://de.wikipedia.org/wiki/ICC-Profile

Aber ich würde mal gerne wissen wer Dir diese »Infos« gesagt hat???????????????????
Der sollte sich das mal schnellstens genau durchlesen was bei wiki unter ICC Profile steht!!!

antonio
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Benutzer 27313
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Verfasst Mi 19.07.2006 17:02
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Beide Aussage sind nicht ganz falsch, nur nicht vollständig. Grob gesagt ist ein ICC-Profil eine Tabelle, in der Transformationen oder vielmehr Anweisungen zur Transformation zwischen verschiedenen Farbräumen stehen. Ein ICC Profil kann man sich sozusagen wie ein Adapter vorstellen.

Es gibt verschiedene Arten von Profilen: Eingabe-, Ausgabe und Verknüpfungsprofile.

Ein Eingabeprofil hat z.B. ein Scanner oder eine Digitalkamera. In dem Profil steht dann, wie die gerätespezifischen Farben in einem Medienneutralem Farbraum aussehen.

Ein Ausgabeprofil hat z.B. ein Drucker, ein Plattenbelichter (bzw. eigentlich eher der gesamte nachfolgende Druckpozess), ein Monitor etc. Hier steht wiederum eine Charakterisierung des jeweiligen Ausgabeprozesses drin.

Dann gibt es noch Verknüpfungsprofile, z.B. für einen Proofer. Dort werden zwei Profile quasi in Reihe geschaltet. Das erste Profil sagt, wie die Farbe später z.B. auf Zeitungspapier aussehen wird, das zweite trifft eine Aussage über die Charakteristik des Proofers. Beide werden vereinfacht gesagt zu einem Profil verrechnet. Ähnlich funktioniert das Softproofen am Monitor. Das Ausgabeprofil des Monitors wird mit dem späteren Druckprofil (inkl. spezifischen Druckbedingungen und Papier) verrechnet und als Simulation sichtbar.

Diese Angaben waren jetzt sehr sehr unvollständig und modellhaft. Wenn man ICC-Colormanagement wirklich verstehen möchte, kommt man um physikalische Grundlagen der Farbmetrik nicht drumherum. Das ICC-Colormanagement ist so komplex, das es ganze Bücher füllt.

Hast du denn ein konkretes Problem, das du lösen möchtest oder wolltest du nur eine allgemeine Information?
 
Cocktailkrabbe

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Verfasst Mi 19.07.2006 17:39
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Re: Frage zu Farbprofilen (ICC-Profile)...

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christians26 hat geschrieben:
1. Ein ICC-Profil wird verwendet um am Monitor eine Art "Soft-Proof" anzuzeigen. Es wird also nur am Monitor das Papier simuliert (z.B. ISO Newspaper=Zeitungspapier, ISOcoated=Offsetdruck) und man kann dann im Photoshop die Bilder so aufbereiten, dass sie später auf dem Papier gut aussehen.


Mit deinem Simulationsprofil (Ausgabeprofil) werden
deine Bilddaten (RGB/Lab/CMYK) im jeweiligen
Ausgabefarbraum simuliert. Dabei werden KEINE
Farbwerte verändert, sondern die Darstellung.

Die Simulation des Papierweißpunktes ist z. B. bei
einem Zeitungsdruckprofil besonders eindrucksvoll
zu sehen.

Der Softproof macht immer dann Sinn, wenn du
über einen hardwarekalibrierbaren TFT verfügst
und dir somit schon vorab einen verbindlichen
Eindruck (Voraussetzung: Hardwarekalibrierbarer
TFT, angepasste Umgebungsbedingungen etc.)
der Ausgabe anzeigen lassen kannst.

christians26 hat geschrieben:
2. Ein ICC-Profil "verbiegt" die Bilder bzw. das Dokument um den Schwächen des Papiers/Druckverfahrens entgegenzuwirken und es besser aussehen zu lassen.


Ein ICC-Profil ist z.B. einem Ausweis gleichzusetzen.
Er beschreibt den Ist-Zustand und wird für weitere
Transformationen benötigt. Bei der Konvertierung
von einem größeren (RGB) in einen kleineren
Farbraum (z. B. ISO coated) werden deine Farb-
koordinaten anhang einer Anpassungsmethode
(Rendering Intent) verändert. Damit wird eine
für die Papierklasse notwendige Anpassung (Schwarz-
aufbau, Tonwertzuwachs etc.) in deine Daten
hineingerechnet.



Gru:sse
ck
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christians26
Threadersteller

Dabei seit: 19.07.2006
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Verfasst Mi 19.07.2006 17:53
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Hallo,
erstmal danke für deine Antwort Lächel

Zitat:
Hast du denn ein konkretes Problem, das du lösen möchtest oder wolltest du nur eine allgemeine Information?


Nun, ich muss sagen das ich diese Dinge mit den Eingabe/Ausgabeprofile auch schon alles gehört habe. Das Hauptproblem ist, das weder ich noch jemand anderes bei uns in der Firma kappiert, wie diese Profile im praktischen Einstaz in den Programmen (Photoshop, Quark, Indesign usw.) eingesetzt werden...

Ich kann nun leider keine konkrete Frage stellen, da ich den Sinn dieser Profile noch nicht verstanden habe!
Zum Proofen verwenden wir ein GMGcolorproof-System. Dort laden wir eine Farbanpassung z.B. für ISOcoated und das war es dann schon. Dieses Profil simuliert dann den Tonwertzuwachs/Eignenschaften des Offsetdrucks.

Soweit verstehe ich das ja auch noch...

Aber für was genau brauche ich die Profile in Photoshop?
Werden dadurch auch nur die Eigenschaften des Offsetdrucks "simuliert"? Ganz einfach ausgedrückt:
"Ich sehe wie die Farben später im Offset rauskommen, also muss ich die Farben noch etwas aufhellen, dass es später gut aussieht"...

Entschuldige bitte, diese vielleicht etwas "dümmliche" Schreibweise, aber ich weiss leider nicht wie ich erklären soll, was wir nicht verstehen...

Liebe Grüße
Christian Lächel
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Cocktailkrabbe

Dabei seit: 24.06.2002
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Alter: 32
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Verfasst Mi 19.07.2006 19:12
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Hallo Christian,

es bringt wirklich nichts, wenn wir
dich hier mit Links und Einzelheiten
überschütten, du aber den Grund-
gedanken von ICC-Farbmanagement
nicht verstanden hast.

An deiner Stelle würde mal mit einem
Einsteiger-Fachbuch anfangen und
dann noch das ein oder andere
PDF ausm Internet durcharbeiten

> Check PN Lächel
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Benutzer 27313
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Ort: -

Verfasst Mi 19.07.2006 20:32
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Zitat:
Aber für was genau brauche ich die Profile in Photoshop?
Werden dadurch auch nur die Eigenschaften des Offsetdrucks "simuliert"? Ganz einfach ausgedrückt:
"Ich sehe wie die Farben später im Offset rauskommen, also muss ich die Farben noch etwas aufhellen, dass es später gut aussieht"...

Entschuldige bitte, diese vielleicht etwas "dümmliche" Schreibweise, aber ich weiss leider nicht wie ich erklären soll, was wir nicht verstehen...

Die Ausdrucksweise ist überhaupt nicht "dümmlich", sondern gibt ziemlich genau einen Vorteil von ICC-Colormanagement im DTP-Prozess wieder: Genau darum geht es unter anderem beim Softproofing, nämlich zu sehen, wie die Farben später auf dem Auflagenpapier mit genau dieser Prozesskonfiguration (CTP/CTF, Platte, Farbe, Papier ...) aussehen würden, ohne die tatsächlichen Farbwerte bei der Simulation zu verändern. Danach kann man dann sich in der Korrektur richten. Im Idealfalle (wenn es denn überhaupt lohnt) kann man dann sogar medienneutral arbeiten und man überlässt die Separation einem Color-Server. D.h. man sieht eine medienneutrale Datei in LAB und kann dann im Softproof-Modus sehen, wie der Druck später aussieht.

Eben genau das Profil, das du in der Proofsoftware reinlädst, kannst du in Photoshop unter Softproof auswählen. Bei einem kalibrierten Monitor sollte ein Bild hinterher ziemlich ähnlich aussehen, vorausgesetzt es ist alles richtig eingestellt. Beim Softproofing wird der Weißpunkt mit berücksichtigt und so kannst du z.B. sehen, wieviel dunkler/matter die Farben auf Zeitungspapier werden. Nun hast du also auch die Möglichkeit optisch zu korrigieren und nicht nach Erfahrung oder Messwerten.

Natürlich bietet Photoshop noch einige andere Funktionen im Bezug auf CM, welche in einigen Punkten zugegebenermaßen nicht gerade übersichtliche sind. Diese können wir dir hier aber nicht alles erklären, das würde elendig lange dauern. Natürlich arbeitet jedes Programm hinsichtlich CM etwas anders und hat verwirrender Weise auch häufig unterschiedliche Bezeichungen für die gleichen Dinge.

Insgesamt ist CM aber kein triviales Thema, was man gerade mal eben verstehen kann. Für gutes CM reicht es leider nicht mal eben ein paar richtige Hacken und Auswahlen in irgendwelchen Programmen an der richtigen Stelle zu machen. Man hat immer wieder mit CM zu tun: Linearisierung, Vermessen neuer Papiere, Kontrolle der Proofbedingungen usw. Deshalb bringe etwas Geduld mit. Man braucht schon einige Tage, Wochen oder Monate intensiver Arbeit, bis man sagen kann, CM halbwegs verstanden zu haben.

Es gibt aber zahlreiche Bücher zu dem Thema, falls dafür finanzielle Mittel zur Verfügung stehen, gibt es auch Beratungsfirmen, die dahingehend schulen und beraten können.


Zuletzt bearbeitet von am Mi 19.07.2006 20:36, insgesamt 1-mal bearbeitet
 
 
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