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Thema: Ablauf in Agenturen vom 09.09.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Allgemeines - Print -> Ablauf in Agenturen
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moohain
Threadersteller

Dabei seit: 21.06.2004
Ort: Eckernförde
Alter: 45
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 07:52
Titel

Ablauf in Agenturen

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Ich möchte hier gerne mal mein letztes Problem schildern, um evt. zu hören wie es in anderen Agenturen läuft, oder eine Möglichkeit zur Lösung des Problems zu hören.

Ich arbeite für eine kleine Werbeagentur, wir erstellen Print und digitalmedien (Web)
Ich bin Grafiker, sprich für alle Weblayouts und Printlayouts zuständig.
Die Webtechnik (CMS) wird dabei von einem guten Kollegen umgesetz. Contentbereiche fallen dabei auch in meinen Aufgabenbereich.
Bei den Printmedien ist es so, dass so gut wie alles; also vom Angebot / Preisgestaltung, Entwurf, Vorstellung beim Kunden Satz und Druckvorbereitung; Auswahl der Druckerei (Wir arbeiten mit diversen Druckereien, je nach Medium) und übermittlung der Druckdaten bis zum Empfang und Kontrolle der Medien und evt. Auslieferung der Drucksachen, in meinen Aufgabenbereich fallen.
Wobei ich einen wichtigen Punkt noch nicht erwähnt habe: Korrekturlesen:
Das Korrekturlesen erfolgt bei uns meißtens durch andere Mitarbeiter und/oder meiner Chefin.
Und das ist denke ich unser großes Problem: Denn wenn dann doch der Druckteufel am Werk ist (Rechtschreibfehler oder Flüchtigkeitsfehler) dann muss ich dafür gerade stehen, egal wer nun alles korrektur gelesen hat.
Es ist also so, dass ich wann immer ein Versandunternehmen auf unseren Hof fährt; schwitze ich Blut und Wasser, aus Angst vor dem Druckteufel... Denn ich bin kein Germanist der immer unbedingt alle Fehler findet; und alle anderen Mitarbeiter auch nicht...
Ich persönlich bin nun an einem Punkt angekommen, an dem ich diese Situation nicht mehr hinnehmen möchte und kann, da gerade jüngst wieder mal ein Fehler passiert ist der sehr unangenehm ist...

Mich würde deshalb interessieren, wie soetwas in anderen Agenturen gehandhabt wird.
Ist es tatsächlich so, dass auch ich als Grafiker auch noch dafür gerade stehen muss?
Gibt es nicht Arbeitsweisen, bei denen verschiedene Aufgaben in verschiedene Verantwortungsbereiche fallen?

Ich würde mich gerne von der Aufgabe (Das Korrekturlesen) entbinden denn es ist nicht meine stärke solche Fehler zu finden. Am Montag gibt es in unserer Firma eine (Krisen-) Sitzung. Es wäre toll wenn ich bis dahin ein paar Meinungen hätte, damit ich etwas vortragen kann...

Schon jetzt vielen Dank für jegliche Meinung ...
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stsy2k

Dabei seit: 30.01.2003
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 08:14
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Ich würde es von der Größe ind der Art eines Projektes abhängig machen. Ist es z.B. eine 32-seitige Imagebroschüre (hohe Auflage, seht hohes Kostenvolumen), würde ich diese auf jeden Fall von einem Lektor bearbeiten lassen. Ist es ein 4-seitiger Flyer für ein Dorfmuseum (recht hohe Auflage, trotzdem kleines Kostenvolumen), würde ich darauf verzichten.

Wo die Grenze ist, musst du entscheiden. Die Fähigkeiten deiner Kollegen und deiner Wenigkeit spielen dabei eine große Rolle. Und für jedes Projekt die Verantwortung wegzugeben finde ich auch nicht gut.
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aUDIOfREAK

Dabei seit: 04.04.2002
Ort: Ansbach
Alter: 36
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 08:15
Titel

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in der agentur in der ich gelernt habe, war es ähnlich. da wurde ein druckerzeugnis auch 1 x durch die agentur zum korrektur lesen gereicht. aber gerade stehen musste dafür dann nicht unbedingt der grafiker (zumal es ja von mind. 3 - 4 korrektur gelesen wurde). das fände ich auch nicht richtig (ausser er baut nach der korrektur noch irgendwo fehler ein - dann ja). da beschissene gefühl bei druckerzeugnissen is mir wohl bekannt - besonders wenn die auflagen recht hoch oder das erzeugnis recht teuer ist...
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M_a_x

Dabei seit: 28.02.2005
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 08:48
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Ist doch ganz einfach:
text ausdrucken und kunden zur rechtsverbindlichen Unterschrift vorlegen.
Früher hiess sowas Korrekturabzug.
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radschlaeger
Moderator

Dabei seit: 10.12.2004
Ort: Neuss
Alter: 49
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 09:15
Titel

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als argumentationshilfe:
ich weiss aus eigener erfahrung, dass es gerade für den mediengestalter/grafiker, der tage-/wochenlang an einem projekt gehockt hat, unmöglich ist, rechtschreibfehler zu finden und/oder zu vermeiden. da hilft auch die in den programmen eingebaute rechtschreibüberprüfung nix - irgendwann sieht man die fehler einfach nicht mehr.
von der verantwortung würde ich mich weitgehend freimachen und den workflow dahingehend ändern wollen, dass du für alle nicht durchgeführten korrekturen (hausintern oder vom lektorat/korrektor) verantwortlich bist - aber darüber hinaus eben nicht. das hat nichts mit schwäche oder faulheit zu tun, sondern mit erfahrung bei gewissen prozessen. in produzierenden unternehmen - z.b. der autobranche - gibt es für sowas die endkontrolle, die von leuten durchgeführt wird, die mit der eigentlichen fertigung nichts zu tun haben. ich denke, sowas hat sich jahrzehntelang bewährt... in deinem fall wäre das eigentlich der kunde, der das dann freigibt - oder eben das lektorat.

aber das mit der rechtschreibung ist halt heutzutage wirklich so ein ding... in meiner hauszeitung, der neuß-grevenbroicher-zeitung (nein, nicht die von horst schlämmer), gibt es hin und wieder ausgaben, die von fehlern nur so wimmeln. ich finde das ganz schrecklich und einfach ungehörig, wenn interne abläufe suboptimal optimiert werden und das lektorat einfach aus zeit- und/oder kostengründen gestrichen wird. aber den redakteuren und layoutern kann man dabei keine vorwürfe machen. das ist ein ding der chefredaktion, bzw. verlags.


M_a_x hat geschrieben:
Ist doch ganz einfach:
text ausdrucken und kunden zur rechtsverbindlichen Unterschrift vorlegen.
Früher hiess sowas Korrekturabzug.

grundsätzlich hast du recht - aber das bestreben als dienstleister sollte es sein, professionelle und fehlerfreie arbeit abzuliefern. insbesondere unter dem gesichtspunkt, dass lektorat in meinen augen unter den begriff "handwerk" fällt - und die wenigsten mg haben eine entsprechende ausbildung.
als dienstleister hast du sowieso immer das problem, dass fehlerbehaftete arbeit auf dich zurückfällt - jedes projekt ist eine art visitenkarte und du hast niemals die chance, den versauten ersten eindruck wieder gerade zu rücken.


Zuletzt bearbeitet von radschlaeger am Sa 09.09.2006 09:49, insgesamt 5-mal bearbeitet
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MikeG

Dabei seit: 18.05.2006
Ort: Ludwigsburg
Alter: 46
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 09:49
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Es kommt jetzt natürlich auch ein wenig darauf an, für was Ihr als Agentur in diesem Fall bezahlt werdet. Wenn das Texten ebenfalls zu euren Dienstleistungen zählt obliegt die Fehlerfreiheit natürlich auch eurer Verantwortung. Als erstes gehört der Korrektur-Abzug (von der Druckerei) zu eurem Kunden, der ja zwingend die Imprimatur leisten muss. Sollte ein Kunde nicht in der Lage sein, die freizuzeichnen, dann würde ich den Druckauftrag sofort stoppen, ganz einfach (diese Imprimatur bezeichne ich immer gerne als Lebensversicherung). Vielleicht würde ich es auch so machen: Auftrag von Kunde freizeichnen lassen, und nach dieser Imprimatur den Korrekturabzug nochmals ins Korrektorat geben (Druckereien, die auch viel für Verlage arbeiten haben teilweise noch ein Korrektorat; wir haben jedenfalls noch ein solches), da wird in aller Regel fast immer nochmal irgendein Fehler gefunden; dann mit dieser Korrektur nach Freigabe zum Kunden gehen und auf die nun gefundenen Fehler hinweisen. Der Kunde ist euch dann dankbar (Kundenbindung) und weiss sich in guten Händen. Zwar kostet Korrekturlesen auch Geld, aber im Vergleich zu dem, was man im Laufe eines Jahres kaputt machen kann ohne Lesen.....die Beweise habt Ihr ja nun selbst auf dem Tisch.
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M_a_x

Dabei seit: 28.02.2005
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 09:49
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radschlaeger hat geschrieben:

grundsätzlich hast du recht - aber das bestreben als dienstleister sollte es sein, professionelle und fehlerfreie arbeit abzuliefern. ...

ein korrekturabzug setzt nicht automatisch dieses bestreben ausser kraft.

Im gegenteil: ein korekturabzug zeigt dem kunden sogar, dass man bestrebt ist, vernünftige qualität ohne schreibfehler abzuliefern, die übrigens nicht immer von der reprobude selbst, sondern auch vom kunden verursacht werden können.

Mit korrekturbzug wird's einfach für beide seiten sicherer, die gewünschte quali zu produzieren.
Der kund bekommt ja z.B.: auch einen farbproof um die farbqualität zu sehen (den er übrigens auch mit seiner unterschrift rechtsverbindlich abzeichnet), warum sollte das gleiche nicht auch für text gelten, quasi als eine art rechtschreibproof!?


Zuletzt bearbeitet von M_a_x am Sa 09.09.2006 09:50, insgesamt 1-mal bearbeitet
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radschlaeger
Moderator

Dabei seit: 10.12.2004
Ort: Neuss
Alter: 49
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 09.09.2006 09:54
Titel

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M_a_x hat geschrieben:
radschlaeger hat geschrieben:

grundsätzlich hast du recht - aber das bestreben als dienstleister sollte es sein, professionelle und fehlerfreie arbeit abzuliefern. ...

ein korrekturabzug setzt nicht automatisch dieses bestreben ausser kraft.

Im gegenteil: ein korekturabzug zeigt dem kunden sogar, dass man bestrebt ist, vernünftige qualität ohne schreibfehler abzuliefern, die übrigens nicht immer von der reprobude selbst, sondern auch vom kunden verursacht werden können.

Mit korrekturbzug wird's einfach für beide seiten sicherer, die gewünschte quali zu produzieren.
Der kund bekommt ja z.B.: auch einen farbproof um die farbqualität zu sehen (den er übrigens auch mit seiner unterschrift rechtsverbindlich abzeichnet), warum sollte das gleiche nicht auch für text gelten, quasi als eine art rechtschreibproof!?


das ding ist ja, dass der threadersteller in seinem beitrag kein einziges mal das wort "kunde" erwähnt hat. insofern bin ich davon ausgegangen, dass es wohl eher um interne abläufe geht...


Zuletzt bearbeitet von radschlaeger am Sa 09.09.2006 09:55, insgesamt 1-mal bearbeitet
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