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bauchbieber
Dabei seit: 22.11.2005
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Verfasst Sa 03.05.2008 14:44
Titel
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@EHST: Ich finde das hervorragend, wenn Drucker ihr Handwerk(!) noch richtig gut beherrschen und ihren Job lieben und leben und bin davon überzeugt, dass Drucker auch ein spannender Beruf bleiben wird. Der Job wird sich aber unweigerlich in den nächsten Jahren stark ändern. Ich finde Veränderungen spannend und sehe das nicht negativ. Wenn es Zeit wird, muss man sich von alten Dingen lösen und sein Herz neuen Herausforderungen und Aufgaben schenken.
@2MASH: Es ist die Frage worüber wir reden. Es gibt Druckerein die ohne Standards arbeiten. Alles passiert nach optischen Qualitätskriterien und nach Erfahrung. Wenn der Mediengestalter in seine SWOP-Profile konvertiert hat werden im Blindflug die Platten belichtet und der Drucker fährt die Farbe nach seinem Ermessen mit riesigen Toleranzbereichen von +/- 0.30. Ich habe schon mit eigene Augen gesehen, wie Prozessfarben "geschönt" wurden, indem da etwas Sonderfarbe in die Suppe gekippt wurde. Im Feuchtwasser wird das Bier gekühlt und der Chef steht dann mit dem Kunden an der Maschine und alle schauen unter völlig vergilbten Abmusterungslampen gebannt auf die flinken tastenhackenden Hände des Druckers und seine farblichen Wunderwerke, welche zusammen mit dem Proof ein hervorragendes Diptychon ergeben würde, das auch Andy Warhol gefallen hätte.
Ein standardisierter Prozess ist aber etwas anderes. Der PSO ist z.B. ein Ziel so groß wie nen Möbellaster. Jede Druckerei, egal mit welchen alten Maschinen sollte da ran kommen. So ist der Standard konzipiert. Man kann innerhalb des Standards bleiben und trotzdem die Farbe noch merklich als Drucker beeinflussen.
Was ich unter engen Farbstandards verstehe, ist aber noch etwas anderes: Viele Druckereien drucken nach wesentlich engeren Standards als der PSO, sie schießen wenn Du so willst auf eine Scheibe so groß wie ein Bierdeckel und nicht auf Möbellaster. Entsprechend kann man es sich nicht leisten, zumindest wenn man seine eigenen Standards ernst nimmt, dass ein Drucker mit seinen Zonen nach Augenmaß Klavier spielt. Die Prozesskontrolle ist so gut, dass der Drucker, so er denn keine Automatischen Messsysteme hat, nur noch sein Densitometer ablesen muss und einfach jede Zone in Toleranzgrenzen von +/-0.05 halten muss. Wenn das gewährleistet ist, ist die Übereinstimmung mit Proof so gut, dass der Proof von der Auflage nicht mehr zu unterscheiden ist. Wenn etwas farblich dem Proof nicht entspricht, stimmt etwas mit dem Prozess nicht. Das sind Probleme, die die meisten Drucker dann nicht lösen können. Die Prozesskontrolle und Steuerung der Zonen nach vorgegebenen Werten ist hier Aufgabe des Druckers. Im Prinzip könnte der Drucker farbenblind sein.
Zuletzt bearbeitet von bauchbieber am Sa 03.05.2008 14:45, insgesamt 1-mal bearbeitet
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EHST
Dabei seit: 08.08.2006
Ort: Orbg.-Sachsenhausen
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Verfasst Sa 03.05.2008 19:05
Titel
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| 2MASH hat geschrieben: | Ich hoffe das war ironisch gemeint.
Mit einer SM52 wirst du wohl kaum alt werden. |
Nein, das war nicht ironisch gemeint. Wieso auch? Und wieso sollte man damit nicht alt werden? ich würde jetzt gern deine Antwort abwarten und schauen, ob was Kluges rauskommt, aber ich werde es Dir mal lieber gleich sagen. Man braucht nur die Aufträge für eine SM52 (2 Farbwerke ), dann sehe ich keine Probleme. Als kleinere Akzidenzdruckerei erst recht nicht! Wenn 4/4 Drucksachen nicht die Regel sind, braucht man auch keine tolle 4-Farbmaschine. Das wäre sogar sehr dumm und der Tod für die Druckerei. So gesehen kann ich deinen Satz sogar umdrehen und sagen, dass man mit einer SM52 sogar sehr alt werden kann, wenn man, wie gesagt, die Aufträge dafür hat.
Es gibt ja jetzt auch nicht viel, was man mit der nicht drucken kann.
Bauchbieber. Klar, Veränderungen müssen auch sein, da hast Du recht. Mir muss Arbeit aber eben sehr großen Spaß machen, sonst wird das nix. Ist ja nicht so, dass ich moderne Maschinen ablehne, aber irgendwann wäre für mich der Punkt erreicht, an dem es keinen Spaß mehr macht. Und das wäre, wenn ich nur noch überwachen müsste. Aber zwischen der SM52 mit 2 Farbwerken und diesem Punkt ist zum Glück noch viel Platz. Und zur Not gehe ich dann halt an den Tiegel.
Zuletzt bearbeitet von EHST am Sa 03.05.2008 19:06, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Beluga
Dabei seit: 26.03.2008
Ort: Hockenheim
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Verfasst Sa 03.05.2008 22:16
Titel
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Ach EHST - du sprichst mir aus der SEEELEEEEE....
Mir gehts genaso - ISO Leck mich am Arsch - ich drucke so, dass es dem Kunden gefällt. Wenn ich einem Kunden sage, das ist standart und so muss es sein, dann war der einmal bei uns und nie wieder.
In einer Mittelstänischen Druckerei wirst du das alles nicht finden - das kann sich niemand leisten. Was sollen wir machen, wenn es ein Gummituch nicht mehr gibt wird ein anderes getestet. Oder soll ich an die Maschine stehen und heulen... die Produktion muss ja schlieslich weitergehen.
Und von wegen der Drucker hat nix ander Farbe zu suchen - das wird alles klammheimlich gemacht. Oder meinst du wir kriegen die Info dass da jetzt andere Pigmente (meistens billigere) drin sind? Die Farbe heißt genauso und trotzdem ist der Inhalt anders.
Wir haben auch diese schöne automatischen Farbstellungen - trotzdem bin ich der Drucker und ich sage was gut ist und nicht der PC oder der Densitometer. Und solange die Mediengestalter teilweise so schlechte ergebnisse abliefern muss der Drucker eingreifen. Klar mag das selbstherrlich klingen - dafür wurden wir aber ausgebildet und vor 15 Jahren gab es eben keine elektronischen Kontrollen.
Du glaubst garnicht, wie gut man mit ner 52iger Maschine überleben kann. Bei uns hier in der gegend haben alle aufgerüstet - haben ihre 52iger Maschinen rausgeworfen und sind auf 74iger umgestiegen. ALLE - nur wir nicht!
Gut für uns - wir drucken nämlich jetzt für alle anderen Druckereien außenrum ihre Visitenkarten, Hüllen und Aufträge bis 10.000 Bogen sowie ihre Broschüren in Kleinauflagen.... Und neue Mitarbeiter wurden auch eingestellt.
Die hochgelobge Indigo ist meiner meinung nach der größte Schrott - ein Spielzeug. Ein guter Kunde von uns hat diese 500000 Euro Maschine - ständig ist ein Monteur da weil das ding rumzickt. Ausdrucke sehen zwar gut aus - sind aber nur bis 800 Bogen rentabel. Danach gehen alle Aufträge an uns....
Warten wir mal die Drupa ab - mal sehen, was es so neues an Digitaldruckmaschinen gibt. Die Dinger müssen einfach günstiger, schneller und billiger in den Verbrauchsmaterialien werden. Erst dann sehe ich die Konkurrenz zu uns...
@ Bauchbieber:
Von Iso habe ich nichts gesagt - ich erstelle ja auch keine Flyer, Broschüren oder sonstiges. Das einzige was ich mache sind kleinere Korrekturen, änderungen in Briefbogen oder Visi, oder auch mal Farbanpassungen mit Pitstop (wenn so ein Profi RGB ins PDF mit eingebaut hat. Und das kann ich... dazu brauche ich kein ISO - genausowenig für´s ausschießen. Entweder es stimmt oder es ist falsch!
Man kann also auch nen Drucker an den PC oder Mac setzen (nen Hilfsarbeiter) der eure Jobs macht! In ein paar Jahren wird es wohl so aussehen, dass es nur wenige hochbezahlte Creative Köpfe gibt und der rest macht der Hilfsarbeiter. Kein Problem - die Programme machen ja sowieso schon vieles Automatisch und nen PC hat sowieso jeder daheim. Vorlagen für Broschüren und Briefbogen findet man ziemlich gute im Netz - wozu brauche ich da nen Mediengestalter???
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bauchbieber
Dabei seit: 22.11.2005
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Verfasst Sa 03.05.2008 22:36
Titel
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Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie weit Meinungen auseinanderklaffen. Man kann noch nicht einmal sagen, das eine oder andere Vorgehen sei falsch.
Du hast völlig recht: Was braucht eine kleine Druckerei Color Management und einen standardisierten Prozess, wenn das Klientel Lokalkunden und ahnungslose Agenturen sind? Die Kunden sind mit jedem Schrott zufrieden, alles andere wäre herausgeschmissenes Geld.
Andersherum habe ich schon einige Druckerein daran kaputt gehen sind, dass sie nicht innovativ waren oder den Standards der Zeit genügt haben. Es ist ein schmaler Grad.
By the way: Ich freue mich schon wie ein kleines Kind auf die drupa. Habe gerade in meinen Kalender geschaut und beschlossen, dass ich mir noch einen vierten Tag für die drupa freischaufeln werde.
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EHST
Dabei seit: 08.08.2006
Ort: Orbg.-Sachsenhausen
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Verfasst Sa 03.05.2008 23:14
Titel
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| Beluga hat geschrieben: |
Und von wegen der Drucker hat nix ander Farbe zu suchen - das wird alles klammheimlich gemacht. Oder meinst du wir kriegen die Info dass da jetzt andere Pigmente (meistens billigere) drin sind? Die Farbe heißt genauso und trotzdem ist der Inhalt anders.
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Wie zum Beispiel HKS 42N. Vom leuchtenden Blau zu einem HKS 41-Abklatsch
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Beluga
Dabei seit: 26.03.2008
Ort: Hockenheim
Alter: 29
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Verfasst So 04.05.2008 08:36
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Oha - genau mit HKS 42 haben wir auch unsere Probleme gehabt. Einfach so die Farbe total verändert... und HKS soll standart sein. Klar Standart ist so lange Standart bis jemand etwas dran rumschraubt und dies für den neuen Standart erklärt.
| Zitat: | | Du hast völlig recht: Was braucht eine kleine Druckerei Color Management und einen standardisierten Prozess, wenn das Klientel Lokalkunden und ahnungslose Agenturen sind? Die Kunden sind mit jedem Schrott zufrieden, alles andere wäre herausgeschmissenes Geld. |
Das hier ist der größte Mist den ich bis jetzt gelsesen habe. Wenn du wüsstest wer unsere Kunden sind, dann würdest du so einen schrott nicht von dir geben. Ich nenn dir jetzt mal nur 3 Kunden die bei uns Drucken: SAP, SRH, Audi,
Ich habe einblick in die Druckereien unserer gegend. Davon sind 2 Großdruckereien dabei - eine davon hat einen perfekten Ruf und druckt z.b. so ziemlich alles für Mercedes. NUR von dieser Druckerei kann man sagen, dass sie (wahrscheinlich) an die ISO bestimmungen dran kommt. Ich habe in div. anderen ISO Zert. Druckereien gearbeitet - glaubst du echt, da werden alle Sachen gemacht, die in diesem Dicken Ordner drinstehen? Kurz bevor der Prüfer kommt wird alles Kontrolliert und unterschrieben - fertig. Die Zeit die für diese ganzen Auflagen nötig ist, hat keine Druckerei - besonders nicht bei dem Preisverfall. Aber es kommt gut, wenn es auf dem Briefpapier steht: ISO Zertifiziert! Und Leute wie du glauben das auch noch....
Oder woran erkennst DU eine Iso Druckerei?
Wozu brauche ich diesen ISO Stempel? Wenn ein Kunde mit Chromalin oder Proof zu uns kommt, dann drucke ich nach diesem und komme wunderbar damit klar. Kommt ein unv. Nachdruck, dann hole ich das alte Muster raus und drucke nach den Werten die ich mir notiert haben. Und das ding sieht wieder aus wie letztes mal.
Wenn du mal Bucheinbände gedruckt hast auf so nem schönen geriffeltem Papier, dann weißt du, wieviel ein Densitometer wert ist. Den kannst du dann in den Müll werfen weil er durch die Riffelung + glänzendes Papier bei jedem Messen einen anderen Wert anzeigt. Da jeder Buchrücken einer Reihe aber gleich Aussehen muss - soll ja schön aussehen wenn 20 Bücher nebeneinander im Regal stehen - solltest du schon ein gutes Auge und Muster haben.
Dem Springer Verlag war es schnurzegal, wie wir das hinbekommen haben. Da kam es auch garnicht gut, dass plötzlich von HKS die Farben verändert wurden... der Drucker (in dem Fall ich) durfte hinstehen und irgendwie die Farbe hinmischen (natürlich mit Rezeptangaben) und da hätte das beste Messgerät nichts genutzt da man auf dem Papier einfach keine LAB Werte hätte messen können.
Wird der Ausdruck auf unserem Proof gemacht dann stimmt das Ergebnis hinterher. Fertig. Die Agenturen sind zufrieden (und wir arbeiten nur mit Agenturen, Verlagen und anderen Druckereien, keine Laufkundschaft die nix zahlen will und mit Worddateien ankommt)
Unsere Kunden interessiert das Ergebnis - und die Kunden sind zufrieden, sonst würden sie nicht schon Jahrelang bei uns drucken und uns weiterempfehlen. Wir haben keinen Außendienst, keine Webseite und keine Werbung und wachsen.
Was will man mehr...
Und dann schau dich doch um - ihr druckt (fast) alle in diesen billigen Onlinedruckereien die wahrscheinlich jeden technischen Schrott in ihren Maschinen haben weil es Zeit spart. Und einige davon sollen sogar ISO-Zert. sein...
Und was kommt bei euch an? So ne Qualität würden wir unseren Kunden niemals anbieten! Und ich habe schon einige dieser "Qualitätsdrucke" gesehen....
Ich sehe den Druckerberuf wie der eines Piloten:
Der hat auch seinen Autopiloten und div. Hilfsmittel - er bleibt jedoch Pilot (und nicht Hilfsarbeiter) und greift immer wieder ein. Verlässt er sich nur darauf und es kommt ein Gewitter (oder schwerer Auftrag) könnte es schlimm für ihn ausgehen. Genauso ist es beim Drucker - er beobachtet alles, sieht es scheiße aus, greift er ein und macht die Sache selber.
Zuletzt bearbeitet von Beluga am So 04.05.2008 08:46, insgesamt 1-mal bearbeitet
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bauchbieber
Dabei seit: 22.11.2005
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Alter: -
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Verfasst So 04.05.2008 13:51
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| Zitat: | | Ich habe einblick in die Druckereien unserer gegend. Davon sind 2 Großdruckereien dabei - eine davon hat einen perfekten Ruf und druckt z.b. so ziemlich alles für Mercedes. |
Nicht wirklich. Da unterschätzt Du den Mercedes-Etat ein bisschen.
| Zitat: |
NUR von dieser Druckerei kann man sagen, dass sie (wahrscheinlich) an die ISO bestimmungen dran kommt. Ich habe in div. anderen ISO Zert. |
Ich habe momentan keinen Überblick, wie für Mercedes gearbeitet wird. Für BMW drucken nur Druckerein, die nicht nur nach PSO sondern nach eigenen viel strengeren Kriterien zertifiziert sind und in einem Pool wie Zulieferer nach ISO 9000 gerankt werden. Da BMW über Greenhouse (ein strategische Allianz von BMW und Jung von Matt) produziert wird und Jung von Matt den kompletten Etat von Mercedes hält, kann ich mir gerade sehr schwer vorstellen, dass Mercedes nach wesentlich anderen Kriterien produziert wird, aber ich werde mich mal bei den Jungs in Hamburg schlau machen, wenn ich sie das nächste mal treffe.
| Zitat: | | Ich habe in div. anderen ISO Zert. Druckereien gearbeitet - glaubst du echt, da werden alle Sachen gemacht, die in diesem Dicken Ordner drinstehen? Kurz bevor der Prüfer kommt wird alles Kontrolliert und unterschrieben - fertig. Die Zeit die für diese ganzen Auflagen nötig ist, hat keine Druckerei - besonders nicht bei dem Preisverfall. Aber es kommt gut, wenn es auf dem Briefpapier steht: ISO Zertifiziert! Und Leute wie du glauben das auch noch.... |
Ich denke nicht, dass Du Dir eine Aussage darüber anmaßen solltest, was ich glaube und was nicht. Ich habe den PSO nicht nur einmal erfolgreich eingeführt. Übrigens sind PSO und ISO-Normen zwei völlig verschiedene paar Schuhe.
Ich weiß wie einige Druckerein mit der Standardisierung im Offset umgehen. Betriebswirtschaftlich ein ziemlicher Blödsinn, nicht danach zu arbeiten, wenn man den Standard einmal eingeführt hat: Die Initialisierungskosten bedingt durch die Schulungen sind relativ hoch, während die laufenden Kosten relativ gering sind. Diesen Aufwand zu betreiben ist sicherlich nicht sinnvoll, wenn er nicht langfristig angelegt ist. Aber, ja, Du hast recht, es gibt solche Betriebe.
| Zitat: | | Oder woran erkennst DU eine Iso Druckerei? Wozu brauche ich diesen ISO Stempel? |
Die Zertifizierung ist kein Selbstzweck, sondern soll dem Betrieb dabei helfen, die Arbeit effizienter zu gestalten. Eine Druckerei, die mit dem Standard wirbt, ihn aber nicht einhält, erkenne ich in wenigen Minuten. Ein kurzes Gespräch mit den Druckern oder der Vorstufe reicht da.
| Zitat: |
Wenn ein Kunde mit Chromalin oder Proof zu uns kommt, dann drucke ich nach diesem und komme wunderbar damit klar. Kommt ein unv. Nachdruck, dann hole ich das alte Muster raus und drucke nach den Werten die ich mir notiert haben. Und das ding sieht wieder aus wie letztes mal. |
wahnsinn. Dann schaffst Du es also gleichbleibende Qualität nach Standard zu liefern ohne nach einem Standard zu arbeiten. Ein Drucker-Naturtalent.
| Zitat: | | Wenn du mal Bucheinbände gedruckt hast auf so nem schönen geriffeltem Papier, dann weißt du, wieviel ein Densitometer wert ist. Den kannst du dann in den Müll werfen weil er durch die Riffelung + glänzendes Papier bei jedem Messen einen anderen Wert anzeigt. Da jeder Buchrücken einer Reihe aber gleich Aussehen muss - soll ja schön aussehen wenn 20 Bücher nebeneinander im Regal stehen - solltest du schon ein gutes Auge und Muster haben. |
Klar Spezialfälle gibt es immer. Aber ein Auftrag, bei dem ein kleiner Teil der Prozesskontrolle ausfällt, rechtfertigt doch nicht die komplette Arbeitsweise über den Haufen zu werfen.
| Zitat: | | Dem Springer Verlag war es schnurzegal, wie wir das hinbekommen haben. Da kam es auch garnicht gut, dass plötzlich von HKS die Farben verändert wurden... der Drucker (in dem Fall ich) durfte hinstehen und irgendwie die Farbe hinmischen (natürlich mit Rezeptangaben) und da hätte das beste Messgerät nichts genutzt da man auf dem Papier einfach keine LAB Werte hätte messen können. |
Für solche Fälle haben große Druckereien ein Qualitätsmanagement, manchmal mit Laboreinrichtungen um rheologische oder chromatische Eigenschaften von Farbe zu untersuchen. Die Farbe wird reklamiert und eine neue Farbe angefordert. Fehler und Änderungen passieren halt überall. Das Beispiel rechtfertigt doch umso mehr eine Arbeit nach festgelegten Qualitätskriterien.
| Zitat: |
Und dann schau dich doch um - ihr druckt (fast) alle in diesen billigen Onlinedruckereien die wahrscheinlich jeden technischen Schrott in ihren Maschinen haben weil es Zeit spart. Und einige davon sollen sogar ISO-Zert. sein...
Und was kommt bei euch an? So ne Qualität würden wir unseren Kunden niemals anbieten! Und ich habe schon einige dieser "Qualitätsdrucke" gesehen.... |
Woher willst Du wissen, in welchen Druckerein ich drucken lasse?
| Zitat: | | Ich sehe den Druckerberuf wie der eines Piloten |
Das sagen die Lokführer auch.
Zuletzt bearbeitet von bauchbieber am So 04.05.2008 13:55, insgesamt 4-mal bearbeitet
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druckschlampe
Dabei seit: 26.07.2005
Ort: Hamburg/SH/DK
Alter: 33
Geschlecht:
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Verfasst So 04.05.2008 20:44
Titel
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ich denke mit der lösung sich hier zu themen des druckens äußern zu können ist schon viel getan....
es müssen sich eben noch mehr drucker mit einem problem zusammenfinden um dann eine eigene lösung zu erarbeiten.warum das alles so schwer ist wurde ja schon angedeutet, speziell was die allüren vieler drucker angeht (psychologen würden sagen drucker sind strukturabweisend).
zur ganzen standardisierung...in der regel reiner aktionismus um kunden zu beeindrucken (den PSO halte ich auch für kein gutes mittel um ein bestimmtes ziel zu erreichen...ist ja auch eh abgekupfert und verballhornt worden/gruß in die schweiz...also aus der schweiz abgeguckt...brunner ist da auch näher am prozess und der qualität).
denken in einer prozesskette ist wirklich von nöten! was nützt es wenn ich mir als mediengestalter ein bein ausreiss, wenn der mensch an der maschine nach reinem auge druckt....andersrum....was soll ich einen bestimmten standard drucken wenn sich keiner in der vorstufe dran hält)
zwischenmenschlich müssen wirklich noch viele drucker an sich arbeiten!!!
ich denke es ist aber auch ein deutsches problem.........zumindest habe ich mich das jetzt gefragt als ich mich im ausland beworben habe. maschinenpark recht frisch (nix über zwei jahre bis auf die heidelberger zylinder) im 70/100cm format mit 5 farben und lack. das ganze läuft EINSCHICHTIG!!!!!!! und rechnet sich inklusive einer vernünftigen buchbinderei (stitchmaster 400)......bei doppelt so hohen löhnen und 37 h woche.......da muss man sich doch mal fragen was hier verkehrt läuft!!!!
aber ein rein fachliches forum wäre schon nett (es gibt sowas ja auch speziell im kfz bereich) ich habe die und die maschine mit dem und dem problem.......wer weiss rat!
denke ein forum lebt von könnern, aber auch von den bewunderern!
also haut rein mädels und jungs
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