Dabei seit: 25.03.2003 Ort: Hamburg Alter: 29 Geschlecht:
Verfasst Do 05.01.2012 14:00 Titel
Neuanfang nach Burn Out?
Hallo,
nachdem ich Anfang des Jahres stressbedingt (BurnOut) mehrere Monate pausieren musste bin ich zu dem Punkt gelangt dass ich an meinem Lebensstil grundlegend etwas ändern muss und möchte.
Der letzte Stand war dass ich voll im Agenturalltag steckte und zwischen 50 und 70h die Woche gearbeitet habe. Das geht jetzt nach meinem Totalausfall nicht mehr und ich mache mir über berufliche Alternativen im gestalterischen und sozialen Bereich Gedanken. Ich könnte mir gut vorstellen mich in gestalttherapeuthischer Richtung zu qualifizieren bzw. mich als Ergotherapeut weiter bilden lassen. Von einer Bekannten, die früher als Artbuyerin gearbeitet hat weis ich das sie heute als Heilpraktikerin arbeitet.
Vielleicht kennt ihr ja auch Geschichten von Freunden und Bekannten den es ähnlich ging und die eine tolle berufliche Alternative gefunden haben. Würde mich über euer Feedback sehr freuen. Danke.
Dabei seit: 08.09.2011 Ort: Kulmbach Alter: 41 Geschlecht:
Verfasst Do 05.01.2012 21:14 Titel
Das ist ein sehr heikles Thema.
Hast Du mal darüber nachgedacht, erst einmal zu versuchen, bei einer und Inhouse-Agentur unterzukommen? Ich habe in diesem Jahr meinen Arbeitsplatz in einer Agentur verloren und bin dann ironischerweise in der Marketing-Abteilung eines Kunden untergekommen, in der es deutlich ruhiger zugeht. Da war zwar auch viel Glück im Spiel, aber einen Versuch ist es Wert, sich dahin gehend umzuschauen.
Dabei seit: 25.03.2003 Ort: Hamburg Alter: 29 Geschlecht:
Verfasst Fr 06.01.2012 14:39 Titel
Togarini hat geschrieben:
Das ist ein sehr heikles Thema.
Hast Du mal darüber nachgedacht, erst einmal zu versuchen, bei einer und Inhouse-Agentur unterzukommen? Ich habe in diesem Jahr meinen Arbeitsplatz in einer Agentur verloren und bin dann ironischerweise in der Marketing-Abteilung eines Kunden untergekommen, in der es deutlich ruhiger zugeht. Da war zwar auch viel Glück im Spiel, aber einen Versuch ist es Wert, sich dahin gehend umzuschauen.
Hallo Togarini,
vielen Dank für dein Feedback! Da ich leider keine Erfahrung im Marketingbereich habe wird das eher schwierig. Ich habe vor ca. 5 Jahren mein Kommunikationsdesignstudium beendet und hauptsächlich im gestalterischen Bereich gearbeitet bzw. eine zeitlang noch als Bookerin und Produktioner für Modefotografie, aber in diesem Tätigkeitsbereich gehts auch sehr stressig zu?!
Dabei seit: 10.12.2004 Ort: Neuss Alter: 45 Geschlecht:
Verfasst Fr 06.01.2012 14:53 Titel
riot hat geschrieben:
Togarini hat geschrieben:
Das ist ein sehr heikles Thema.
Hast Du mal darüber nachgedacht, erst einmal zu versuchen, bei einer und Inhouse-Agentur unterzukommen? Ich habe in diesem Jahr meinen Arbeitsplatz in einer Agentur verloren und bin dann ironischerweise in der Marketing-Abteilung eines Kunden untergekommen, in der es deutlich ruhiger zugeht. Da war zwar auch viel Glück im Spiel, aber einen Versuch ist es Wert, sich dahin gehend umzuschauen.
Hallo Togarini,
vielen Dank für dein Feedback! Da ich leider keine Erfahrung im Marketingbereich habe wird das eher schwierig. Ich habe vor ca. 5 Jahren mein Kommunikationsdesignstudium beendet und hauptsächlich im gestalterischen Bereich gearbeitet bzw. eine zeitlang noch als Bookerin und Produktioner für Modefotografie, aber in diesem Tätigkeitsbereich gehts auch sehr stressig zu?!
Ich glaube, Togarini meinte damit, als Gestalter in einem Unternehmen tätig zu sein. Wie wir alle wissen, sind Agenturen ja oftmals auf Gedeih und Verderb den Forderungen der Kunden ausgeliefert - was Du schmerzhaft am eigenen Leib erfahren durftest. In unternehmenseigenen Marketing-/Werbeabteilungen sieht das ganze oftmals völlig anders aus. Die Abteilungen passen sich i.d.R. dem Rhythmus des Unternehmens an - und dieser taktet fast immer deutlich langsamer als in einer Agentur.
Dabei seit: 19.11.2004 Ort: bielefeld Alter: 32 Geschlecht:
Verfasst Fr 06.01.2012 15:53 Titel
radschlaeger hat geschrieben:
anders aus. Die Abteilungen passen sich i.d.R. dem Rhythmus des Unternehmens an - und dieser taktet fast immer deutlich langsamer als in einer Agentur.
Es sei denn, dass leitende Angestellte vorher in Agenturen gekloppt haben
Dabei seit: 31.12.2004 Ort: - Alter: 47 Geschlecht:
Verfasst Fr 06.01.2012 17:25 Titel
Burnout ist ein bisschen wie Herzinfarkt; wenn du nichts änderst, kommt der nächste - in kürzerem Abstand.
Ein Bekannter hat sich einen ruhigeren Job gesucht, in einem Buch-Verlag. da ist alles langfristig geplant, ein Buchcover muss nicht morgen fertig sein, in 3 Wochen reicht auch. Dazwischen macht er Seite um Seite, kommt um 9, geht um 5. Bleibt daheim, wenn er krank ist. Geht sichs nicht aus, werden Externe beauftragt.
Bezahlung?: Brutto die Hälfte, aber es sind ja dann weniger Steuern zu zahlen, also nicht so schlimm.
Von so einem Job würde ICH Burnout bekommen
3 Leute aus meinem beruflichen Umfeld sind Schamanen geworden (Hauptberuflich!).
Das boomt ziemlich, auch diverse Berater zu allem möglichen. Gesundheitsthemen, Klangschalen....
Da ich viel Webdesign im passenden Preissegment mache (um/ab 1000€), weiß ich natürlich auch, wie es diesen "Neustartern" geht (man bleibt ja schon rein beruflich in Kontakt). Viele wurscheln sich gerade mal so durch. Zuerst hoffnungsfroh, dann suchen sie sich Nebenjobs (aus ihrer früheren Branche), irgendwann ist der neue Job der Nebenjob, dann kommt der nächste Burnout, weil: 2 Jobs gleichzeitig...
Ich denke: Gehen! - nicht rennen. Schon gar nicht rennen sollte man von einem Beruf zum nächsten, mit einer selbst vor die Nase gehängten Karotte.
In den meisten Berufen kann man sich eine Nische suchen, in der es vielleicht nicht so stressig zugeht. Trotzdem hält man den Kontakt und kann sich immer wieder etwas umorientieren, wenn man wieder alles auf der Reihe hat.
Klar auch, dass man weniger verdient, aber das ist oft nicht so wichtig.
Ahja: Eine grundsätzliche berufliche Umorientierung würde ich nicht von Gehört-Gesagtem abhängig machen. Es gibt Institutionen, die Befähigungstests anbieten, Berufsorientierungskurse usw. Hör dich eher in die Richtung mal um.
Dabei seit: 14.09.2006 Ort: Berlin Alter: 51 Geschlecht:
Verfasst Fr 06.01.2012 19:24 Titel
Man kann in der Arbeitszeit volle Kraft rotieren, auch lange und viel - sowas hält fit. Was aber absolut lebenswichtig ist, ist klare Grenzen zu ziehen. Wenn Feierabend, dann Feierabend und wenn Wochenende, dann Wochenende, ohne jeden Kompromiss. Das muss man wollen und lernen. "Dienst"-Handy abschalten, keine "Dienst-Mail" lesen. Reiner Selbsterhaltungstrieb.
Nur so sammelst du Kraft und hast auch Montag früh wieder Lust. Die ewig rotierenden machen nicht nur sich selber krank, sondern auch ihre Umgebung, Partner, Kinder etc. Und wem ist mit einem monatlangen Ausfall gedient?
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