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Nachricht |
bauchbieber
Dabei seit: 22.11.2005
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Verfasst Fr 08.02.2008 16:09
Titel
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| cyanamide hat geschrieben: | | bauchbieber hat geschrieben: | Entschuldigung, aber das halte ich doch für ein wenig übertrieben.
Das würde bedeuten, dass Du 10 Tage im Jahr frei hast und mindestens (!) 70 Stunden pro Woche arbeitest. Ohne Wochenende. Und das regelmäßig. Allein die Zeit, die Du im Forum verbringst, würden eine 70h+ Woche nicht zulassen. |
Nee. Nicht übertrieben )
Ich liebe meine Jobs und habe kein Problem damit.
Im Forum bin ich immer zwischendurch mal. Das ist
einer der Vorteile Chef zu sein. Das wird mir kaum
einer verbieten. Ich habe drei Betriebe, die alle
recht, ich sag mal zufriedenstellend laufen. Das
geht aber auch nur durch ständige Präsenz und
Kontrolle.
Ich denke kaum, dass du irgendwelche Äußerungen
schreiben kannst, ob das sein kann, oder nicht. Das
würde ich mir auch nicht über dich zutrauen. Ich
kenne dich nicht, du kennst mich nicht.
Merkste selbst, ne? |
Ich will Dir nicht zu nahe treten. Ich kann es nicht beurteilen, da hast Du Recht. Ich kenne Dich nicht, da hast Du auch Recht. Ich will mir auch kein Urteil darüber erlauben. Alles was mir möglich ist, ist meine Einschätzung aus erstens Arbeitspsycho- und physiologischen Untersuchungen, zweitens aus meiner Erfahrung und drittens aus den Erfahrungen meines direkten Umfeldes zu ziehen.
zu 1) Es gibt zahlreiche Untersuchungen auf dem Gebiet der Arbeitspsychologie, der Arbeitsphysiologie und der Arbeitsergonomie. Die meisten davon stammen aus der Automobilindustrie, dem Militär oder (traurigerweise) aus Untersuchungen in Arbeits- und Gefangenenlagern. Die meisten der Untersuchungen kommen zu einem ähnlichen Ergebnis, obwohl völlig verschiedene Arbeiten, Gesellschaftsschichten, Bildungsgrade und viele andere Faktoren verglichen werden: Die menschliche Leistung/pro Zeit dW/dt(t) verläuft in einer Kurve. Zunächst ist die tageszeitlich normalisierte Leistung bei ausreichend Pausen relativ konstant bzw. leicht zyklisch, ab einer gewissen durchschnittlichen täglichen Stundenanzahl fällt die Leistungskurve stark ab. Integriert man die Fläche unter der Kurve in seinen Grenzen, so bekommt man die Arbeitssummenleistung heraus. Hat man also den Verlauf der Kurve per Best-likely-hood-Estimation ausreichend mathematisch bestimmt, handelt sich also um eine klassische Extremwertaufgabe, die mit einfacher Mathematik oder mit Nummerik zu lösen ist.
Das Ergebnis sieht in fast allen Untersuchungen gleich aus: Erstaunlicherweise kommt heraus, dass der Mensch nach ziemlich genau 6 Tagen Arbeit eine Ruhepause von einem Tag benötigt und die optimale tägliche Arbeitszeit bei ca. 8-9h liegt (Achtung: private Arbeiten sind da nicht mit inbegriffen oder herausgerechnet, es handelt sich also um Arbeitszeit für das Unternehmen). Ab einer gewissen täglichen Stundenlast wird die Arbeit so ineffizient oder es passieren so viele Fehler, dass es sinnvoller ist, eine Unterbrechung einzulegen. Wenn es wirklich effizient wäre, viel mehr Stunden zu arbeiten, würden es die Unternehmen schon längst im breiten Einsatz so machen.
zu 2) Ich selbst habe gerade im letzen Jahr mein erstes Studium, ein Ingenieursstudium, abgeschlossen. Nebenher hatte ich immer ein, manchmal zwei Jobs, z.T. zusätzlich zu verschiedenen Projekten in Unternehmen. Die Arbeitslast im Studium beträgt offiziell ca. 40h/Woche, im Semester etwas weniger, in den "Semesterferien", also in der zehnwöchigen Klausurzeit deutlich mehr. Die Jobs und Projekte haben in der Summe zusätzlich zu den 40h durchschnittlich ca. 15-25h eingenommen, in seltenen Fällen auch mehr. Wann ich als Student arbeite, danach fragt niemand. I.d.R. habe ich immer 6 Tage in der Woche gearbeitet. Meine persönliche Erfahrung ist, dass es über einen langen Zeitraum regelmäßig nicht möglich ist, ohne einen freien Tag auszukommen. 10 Tage frei im Jahr halte ich persönlich für zu wenig.
zu 3) Vier meiner engeren Freunde sind bei großen Unternehmensberatungen (PWC, McK, RB). Die Jobs sind "Junior s", also Sprungbretter im klassischen Sinne: Man macht den Job ein, zwei Jahre, arbeitet sich dumm und dämlich und kann hinterher hingehen wohin man will.
Es werden denen alle Arbeitserleichterungen geboten, die man sich vorstellen kann: ein Gehalt jenseits der 90mille, dicke Spesen, freie Autowahl bei Autovermietern, die besten Hotels, Flüge immer Businessclass, Teamassistenz, Back-Office, Übersetzer, Vor-Ort-Betreuung (Wäsche, Fitnessstudios, Freizeitaktivitäten...). Die Unternehmen verlangen aber auch alles von denen. Die Jobs sind nochmal ne Runde krasser, als die meisten Jobs in unserer Branche. Fast nie zu Hause, jeden Tag voll Power, kaum Freizeit, häufige Zeitzonenwechsel. Trotzdem: Mehr als 75 Stunden macht von denen regelmäßig keiner, erstens, weil es einfach ineffizient wäre und zweitens, weil sie die nächste Woche auch noch überstehen müssen. Häufig fallen bei denen die Wochenenden flach. Mehr als 3 Wochen am Stück ohne Wochenende bringt aber keinen zusätzlichen Nutzen. Eine einfache betriebswirtschaftliche Überlegung. Die Typen sind schon harte Hunde, die machen das nicht, weil sie nicht hart genug gegen sich selbst sind, sondern weil sie intelligente Menschen sind und es einfach nicht sinnvoll wäre (alle vier haben in jeweils mehr als drei Ländern z.T. auf Eliteuniversitäten studiert, z.T. mit Doppeldiplom).
Wie auch immer. Ich kann mir weder vorstellen, dass es möglich, noch dass es sinnvoll oder gar gesund ist, weit mehr als 75 Stunden über einen langen Zeitraum ohne Wochenenden dazwischen zu arbeiten. Das sagt mir mein Körper, mein Geist und mein gesunder Menschenverstand.
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cyanamide
Moderator
Dabei seit: 09.12.2002
Ort: Altkaiserreich Koblenz WW
Alter: 32
Geschlecht:
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Verfasst Fr 08.02.2008 17:14
Titel
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naja,
mag ja alles sein.
ich komme wunderbar zurecht so,
kann mir alles einteilen wie ich will
und nen großen teil mache ich von
zu hause aus...
und mir geht's gut so.
und das seit jahren
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bauchbieber
Dabei seit: 22.11.2005
Ort: -
Alter: -
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Verfasst Fr 08.02.2008 17:41
Titel
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Als Selbständiger hast Du vielleicht den Vorteil, dass Du Dir Deine Ziele selbst stecken kannst. Somit kannst Du Dein Arbeitsverhalten lastflexibler anpassen. Natürlich hat man als Selbständiger nie "richtig" Feierabend, da man noch ein Stück mehr über berufliche Probleme in seiner Freizeit nachdenkt. Wenn man diese Zeit mitrechnet, ist 70h sicherlich nicht zu hoch gegriffen.
Wenn es tatsächlich so ist, dass Du so viel arbeitest, finde ich das einerseits sehr bewundernswert, andererseits sehr bemitleidenswert. Es ist schon so, dass wenn man eine berufliche Tätigkeit leidenschaftlich betreibt, mit einer hohen Arbeitsbelastung ganz gut leben kann (ich unterstelle Dir mal einfach diese Leidenschaft). Wenn einem die Dinge spass machen, sind Belastungen einfach erträglicher. Trotzdem bin ich der festen Überzeugung, dass man ein solch hohes Arbeitspensum nur eine begrenzte Zeit machen sollte.
Aus unserer Branche kenne ich Menschen, die dem Druck nicht standgehalten haben. Menschen, die jeder als fit, gesund und physisch wie psychisch belastbar einschätzen würde. Menschen, die mitten im Leben stehen oder standen, bei denen ich es nicht erwartet hätte. Die Auswirkungen sind unterschiedlich: Schlafstörungen, gestörtes Sozialverhalten, Trennung vom Partner, Drogen- und Medikamentenmissbrauch, Depressionen, in einem Falle, einer geschätzten ehemaligen Kollegin, Suizid.
Im persönlichen Umfeld kenne ich einen Fall, bei dem die Gesundheit so stark in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dass an eine regelmäßige Arbeit nicht mehr zu denken ist. Die Psyche ist gecrasht. Von heute auf morgen. Ohne Vorwarnungen. Einfach so.
Ich finde, man sollte seine Belastungsgrenzen austesten, richtig einschätzen lernen und nicht überschreiten. Die persönliche Grenze zieht jeder anders. Bevor ich diese Grenzen überschreiten würde, würde ich lieber aussteigen.
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cyanamide
Moderator
Dabei seit: 09.12.2002
Ort: Altkaiserreich Koblenz WW
Alter: 32
Geschlecht:
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Verfasst Fr 08.02.2008 20:37
Titel
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ich habe sicher nicht vor das in dieser form die nächsten
jahre fortzuführen. die letzten jahre hatte ich halt einige
sehr gute möglichkeiten mehr zu erreichen, diese habe
ich genutzt. für zwei der betriebe habe ich schon einen
'stellvertreter', bis das aber alles so läuft wie ich denke,
werden locker noch 1-2jahre vergehen. da mir das alles
so gefällt und spaß macht wie's ist... who cares.
ein viertes und letztes vorhaben werde ich in dieser
zeit ggf. noch umsetzten, wenn auch das läuft wie ich
das will, dann werde ich die verlorene freizeit schon
irgendwie, wenigstens ansatzweise, wieder nachholen.
//
ach ja, was die gesundheit angeht war ich das letzte mal
vor... öhem... sechs jahren oder so richtig krank. irgendwie
hatte ich nie das bedürfnis krank zu werden, seit ich
selbständig bin. keine ahnung warum. außer hws-probleme
und mal nen kleiner schnupfen...
Zuletzt bearbeitet von cyanamide am Fr 08.02.2008 20:39, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Buffy_S
Dabei seit: 10.10.2007
Ort: Karben
Alter: -
Geschlecht:
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Verfasst Mo 11.02.2008 16:37
Titel
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Ich find das wirklich klasse wie hier einige ihre Arbeit managen und das meine ich ohne jegliche Ironie. Trotzdem denke ich, dass einem eine Eingewöhnungszeit durchaus gestattet sein sollte.
Aus eigener Erfahrung weiß ich dass man als Jugendlicher vieles auf die (zu) leichte Schulter nimmt und das sollte auch irgendwann mal enden. Ich für meinen Teil stehe da selbst mit mir selbst im Zwiespalt, denn auf der einen Seite denke ich dass fast jeder 40 oder mehr Stunden arbeiten muss, da werd ich das wohl auch schaffen, aber auf der anderen Seite möchte ich auch (mehr) Zeit (als im Moment) mit meiner Familie verbringen (und nein wir ziehen uns abends keine stumpfsinnigen Fernsehsendungen rein ) und auch mal die Seele baumeln lassen.
Ich hab einen wahnsinns Respekt vor allen Menschen die soviel arbeiten um der Familie oder sich selbst eine Menge zu ermöglichen, aber ich würde gerne einen gesunden Mittelweg finden, auf dem ich auf nichts verzichten muss, aber eben auch nicht auf meine Freizeit.
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bacon
Dabei seit: 24.10.2007
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: -
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Verfasst Mo 11.02.2008 22:55
Titel
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Da ist was dran. Wenn es anders wäre, wären die Einstiegsgehälter auf dem Arbeitsmarkt auch sicherlich höher.
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Kev
Account gelöscht
Ort: -
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Verfasst Mo 11.02.2008 23:39
Titel
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trotzdem isset ein wenig "frech" seine Arbeitszeiten selbst gestalten zu wollen,... und ich find grad als junger mensch ist man doch zumindest vom kopf etwas belastbar.
Beispiel:
Meine Freundin ist jetzt knapp 20, sie arbeitet 6 Tage die Woche (Automobilkauffrau) hat des öfteren Urlaubssperre, muss zu seminaren und ab und an auch mal 2-3 Wochen am sTück sondershow durcharbeiten.... Ich frag mich manchmal auch wie sie das durchhält, aber sie machts halt weils sein muss und weil das eben ihr Traumberuf ist und Ihr Traumbetrieb...
wenn sie jetzt Ihren Chef sagen würde, sie kommt nur noch bis 17h, 4,5 Tage die Woche, könnt Sie sich Ihre Sachen packen,.. man muss Prioritäten setzen.
Zuletzt bearbeitet von am Mo 11.02.2008 23:40, insgesamt 1-mal bearbeitet
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mizkA
Dabei seit: 07.11.2003
Ort: Saarbrücken
Alter: 26
Geschlecht:
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Verfasst Mo 18.02.2008 14:12
Titel
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Heute bei Spiegel nen interessanter Artikel zu diesem Thema:
Spiegel
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