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Thema: [FAQ] Barrierefreiheit vom 03.02.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> FAQ - Nonprint -> [FAQ] Barrierefreiheit
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ulmer_hocker
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Verfasst Mi 08.02.2006 08:10
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Mit der Barrierefreiheit gibt es doch neben den von XSchinkenX genannten Problemen vor allem folgende:

1. Barrierefrei = hässlich. Machen wir uns nichts vor. 90% der Websites die explizit auf Ihre Barrierefreiheit verweisen sind visuelle Umweltverschmutzung. Dementsprechend ist das für designorientierte Surfer/Gestalter oft schon der Punkt an dem sie sich nicht weiter mit dem Thema auseinandersetzen wollen.

2. Jeder Idiot nennt sich Webdesigner.
Das kriegt man jeden Tag aufs neue präsentiert. Statt Barrierefrei sind viele Seiten Barrieremaximiert. Mit Tabellenkonstruktionen die an verknotete Kabelhaufen erinnern, Texten die als Grafik daherkommen, fixierten Schriftgrößen in 7Px und dergleichen. Das liegt dann schlicht an den mangelhaften, oder überhaupt nicht vorhandenen handwerklichen Fähigkeiten des Gestalters.
Und wenn ich im Bezug auf Barriereminimierung (den Begriff finde ich realitätsnäher als Barrierefrei) immer wieder sowas lese: „Wieviele Auftraggeber sind bereit diesen Mehraufwand zu bezahlen?“ - dann ist bei mir Schicht: ES IST KEIN MEHRAUFWAND.
Es ist ja für einen Gas-Wasser-Scheisse-Installateur auch kein Mehraufwand für Dichtigkeit zu sorgen. Eine barriereminimierte Seite zu gestalten ist kein Mehraufwand, es sei denn der Webworker beherrscht sein Handwerk so wenig, das er sich erst über semantisch korrekte Auszeichnung, Textformatierungen etc. informieren muss. Das sollte man als Webworker aber alles können.

3. Falsch verstandene Ansätze der barriereminimierung.
Wenn ich in der Kritik zu einem Foto-Blog lese das dieser nicht barrierefrei sei, dann * Ööhm... ja? * *balla balla* * Ich geb auf... * - wieviele Blinde wollen sich denn einen Fotoblog reinziehen? Sein wir doch mal ehrlich!
Es gibt auf der einen Seite die Fundamentalisten, bei denen jeder Scheiß „barrierefrei“ sein soll, und auf der anderen Seite jene die das alles als unbezahlbaren Mehraufwand abtun. Beides ist dumm.
Langsam aber sicher wächst glücklicherweise der Anteil der Realisten, die eine barriereminimierung, und in spezifischen Fällen die Anpassung an bestimmte Nutzergruppen mit Handicap anstreben. Und das ist der einzig richtige Weg. Ich kann den Inhalt eines Fotoblogs, oder einer Partyfoto-Seite nicht uneingeschränkt Blinden zugänglich machen, ich kann eine Musikseite mit Soundschnipseln nicht uneingeschränkt für gehörlose nutzbar machen etc. ich kann aber dafür sorgen das nicht unnötige Barrieren durch technisch unzulängliche Arbeit entstehen.
Die Barrieren die manch Seite einem vorsetzt sind ja nciht nur für gehandicapte Menschen ein Problem. Wenn eine Website die Kontaktaufnahme nur über ein Formular erlaubt das einzig mit einer Version eines bestimmten Browsers zugänglich ist, und das auch nur auf einer Rechnerplattform. Dann ist auch das für mich ein Grund für barriereminimierung zu sorgen.
 
datenkind

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Verfasst Mi 08.02.2006 09:19
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XSchinkenX hat geschrieben:
Der Punkt, an dem wir uns befinden, ist der Anfang. Deshalb unterstütze ich die Ansätze auch mit einem weinenden Auge - ich versuche selbst, mit dem Mist klarzukommen. Denn nur der Entwickler in der Masse - und damit der Enduser - kann die Browserhersteller und die "Entscheider" über Webstandards zwingen, Lösungen zu entwickeln, die tatsächliche Barrierefreiheit ermöglichen. So wie es im Moment aussieht, sind die Mittel einfach nicht genügend, und die Programmierer von bspw. Screenreadern müssen sich mit dem Mist auch noch rumschlagen (dabei ist deren Budget gering genug).


Du sagst es. Aber ich denke, dass das kein Hinderungsgrund, es nicht zu versuchen. Klar ist der wirtschaftliche Aspekt ein ausschlaggebender Grund, die Entwicklung der Barrierefreiheit auf einer "herkömmlichen" Seite stark zu beschränken. Aber wenn man ein Informationsportal für bspw. Blinde/Sehgeschädigte entwirft, entzieht sich mir der Sinn, wenn man genau das nicht macht. Dafür gibt es, meiner Meinung nach, schon genügend Mittel, um es zu bewerkstelligen.

ulmer_hocker hat geschrieben:
Mit der Barrierefreiheit gibt es doch neben den von XSchinkenX genannten Problemen vor allem folgende:

1. Barrierefrei = hässlich. Machen wir uns nichts vor. 90% der Websites die explizit auf Ihre Barrierefreiheit verweisen sind visuelle Umweltverschmutzung. Dementsprechend ist das für designorientierte Surfer/Gestalter oft schon der Punkt an dem sie sich nicht weiter mit dem Thema auseinandersetzen wollen.


Das ist zwar ein Argument, aber kein Grund. Das Internet dient immer noch als Informationsmedium. Und wer auf einer, sagen wir mal zielgruppenspezifischen, Seite nur mit "Design" überzeugen kann, macht was falsch. Also solltest du da etwas mehr differenzieren und nicht alles durch die "Designerbrille" anschauen.
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hilson

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Verfasst Mi 08.02.2006 10:38
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datenkind hat geschrieben:
Du sagst es. Aber ich denke, dasDas ist zwar ein Argument, aber kein Grund. Das Internet dient immer noch als Informationsmedium. Und wer auf einer, sagen wir mal zielgruppenspezifischen, Seite nur mit "Design" überzeugen kann, macht was falsch. Also solltest du da etwas mehr differenzieren und nicht alles durch die "Designerbrille" anschauen.


Mann kann ja (ähnlich wie "flash - nonflash") eine "barrierereduzierte" und eine designlastige Version anbieten, genauso wie es high - and low bandwith Versionen gibt. Das Web ist nun mal in erster Linie ein visuelles Medium weswegen der Punkt "Design" doch einen grossen Stellenwert einnimmt.

Ansonsten bin ich auch der Meinung, daß Blinde oder Gehörlose ja (gezwungenermaßen) auch nicht an allen Angeboten im Web Interessiert sind und man einfach differenzieren muss, wo es angebracht ist und wo nicht.

//quote korrigiert *zwinker*


Zuletzt bearbeitet von burnout am Mi 08.02.2006 11:44, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Verfasst Mi 08.02.2006 10:49
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na endlich mal einer, ders versteht. ich raff nicht, warum man alles krampfhaft dem client aufhalsen muss...
 
Achim M.

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Verfasst Mi 08.02.2006 10:58
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XSchinkenX hat geschrieben:
ich raff nicht, warum man alles krampfhaft dem client aufhalsen muss...


Sehe ich auch so. Jede einigermaßen professionelle Website basiert doch auf einem CMS. Da ist es doch wirklich ein vertretbarer Aufwand entsprechende Templates für verschiedene Bedürfnisse einzurichten. In jedem Fall besser als diese CSS-Monster, die mit tausend Tricks arbeiten müssen, damit bei verschiedenen Browsern ein gleiches Ergebnis herauskommt.

Gruß

Achim


Zuletzt bearbeitet von Achim M. am Mi 08.02.2006 10:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Verfasst Mi 08.02.2006 11:54
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Re: Wozu Barrierefreiheit?

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Webnauts hat geschrieben:
DevEdge hat geschrieben:
Aber bei dem was ich schon mal grob überflogen habe, scheint es einiges mehr an Arbeit zu bedeuten. Wieviele Auftraggeber sind bereit diesen Mehraufwand zu bezahlen?


For example, if you really know HTML and CSS, it does not take more work and time. It saves work and time at the development process period, and later in the web site's content management.


Bei dem was ich überflogen habe, habe ich was anderes in Erinnerung. Ich habe jedenfalls keinen Plan, wie ich eine Webseite in Gebärdensprache darstellen soll. Man darf nicht vergessen, dass deutsche Schrift für Gehörlose eine Fremdsprache ist und die meisten damit ihre Probleme haben.

Oder die Navigation nach Möglichkeit auch ohne Text mit selbsterklärenden Symbolen zu gestalten, damit sie auch von Analphabeten verstanden werden.

*sarkasmus=on* Und wichtig! Alles auch mit kurzen Sätzen. Jeder soll es verstehen. Für Menschen mit wenig Verstand. *sarkasmus=off*
Soll man eine Seite mit anspruchsvollem Inhalt in einfachstm Deutsch anbieten und sich damit die eigentliche Zielgruppe vergraulen?

Dass einfache Barrieresenkungen nicht mehr Aufwand bedeuten müssen, ist mir kalr. (So wie abgesenkte Bordsteinkanten)
Aber eine 100%ige Barrierefteiheit ist in meinen Augen eine Utopie.

Das Beispiel mit den Fahrkartenautomaten finde ich übrigens sehr gut. Auch wenn ich zu den Leuten gehöre die mit einem IQ deutlich über 115 gesegnet bin, meide ich diese Dinger mitlerweile wann immer es geht. (Unser Städtchen ist glücklicherweise > 10.000 Einwohner).
Warum kann man die Teile nicht gleich mit einem Callcenter verbinden um seinen Fahrkartenwunsch einem Menschen mitzuteilen? (Ja, ja. Ist "natürlich" zu teuer oder angeblich technisch nicht machbar. )

Wir leben nun mal alle in einer Gesellschaft und sind auf die Hilfe anderer angewiesen. Der Eine mehr der Andere weniger. Und ich bin lieber von Menschen abhängig als nur noch von Maschinen.
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datenkind

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Verfasst Mi 08.02.2006 12:52
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Re: Wozu Barrierefreiheit?

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top hat geschrieben:
Bei dem was ich überflogen habe, habe ich was anderes in Erinnerung. Ich habe jedenfalls keinen Plan, wie ich eine Webseite in Gebärdensprache darstellen soll. Man darf nicht vergessen, dass deutsche Schrift für Gehörlose eine Fremdsprache ist und die meisten damit ihre Probleme haben.


Das hätte auch rein gar keinen Sinn. Gebärdensprache ersetzt doch nicht die Schriftsprache. Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Gehörlosen lesen können. Die wollen sich sicher nicht mit ihrem Computer unterhalten.


Zuletzt bearbeitet von datenkind am Mi 08.02.2006 12:59, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Verfasst Mi 08.02.2006 15:53
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Re: Wozu Barrierefreiheit?

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datenkind hat geschrieben:
Ich gehe mal davon aus, dass die meisten Gehörlosen lesen können. Die wollen sich sicher nicht mit ihrem Computer unterhalten.


Dann lies dir mal im Anhang den Absatz "Gehörlose und Schriftsprache" in dieser PDF durch:

http://www.gehoerlosen-bund.de/download/pdf/stellungnahme_bitv.pdf
* Ich will nix hören... *


Zuletzt bearbeitet von top am Mi 08.02.2006 15:54, insgesamt 1-mal bearbeitet
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