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Thema: [FAQ] Über- und Unterfüllung von Farben vom 11.11.2003


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> FAQ - Print -> [FAQ] Über- und Unterfüllung von Farben
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Achim M.
Threadersteller

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Verfasst Di 11.11.2003 23:02
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[FAQ] Über- und Unterfüllung von Farben

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Was sind Überfüllungen? Warum setzt man Sie ein?

Unter Überfüllungen [engl. Trapping] versteht man Maßnahmen, die helfen sollen, Blitzer beim Druck zu verhindern. Von Blitzern spricht man, wenn sich im Druck farbige Flächen gegeneinander verschieben und nicht mehr passgenau aneinanderliegen, so dass an diesen Stellen das Papierweiß sichtbar wird.

Motiv am Bildschirm




Bei einer Farbseparation ohne Überfüllung wird der gelbe Buchstabe im Cyanbogen ausgespart:




Bei Passerungenauigkeit im Druck können dann leicht Blitzer sichtbar werden:




Mit einer Überfüllung können diese Blitzer vermieden werden. Bei der Ausgabe wird dann der gelbe Buchstabe leicht vergrößert, während die Aussparung der Hintergrundfläche gleich bleibt.




So entsteht eine Überlappungszone, die man als Überfüllung bezeichnet. Sie verhindert dann bei Passerungenauigkeiten Blitzer.






Was sind Unterfüllungen?

Überfüllt man ein dunkles Objekt auf einem hellen Hintergrund, so erscheint das Objekt durch den dunklen Farbsaum der Überfüllung größer. In diesem Fall hilft die Unterfüllung. Bei der Unterfüllung ragt der helle Hintergrund in das dunkler Objekt herein.

Motiv am Bildschirm




Mit Überfüllung wirkt der cyanfarbene Buchstabe fetter.




Bei einer Farbseparation mit Unterfüllung wird die Aussparung der Hintergrundfläche verkleinert.




Dank Unterfüllung bleibt die Stärke des dunklen Buchstabens erhalten.




Nicht zu empfehlen ist aber eine Unterfüllung bei hellen Objekten auf einem dunklen Untergrund. Das Beispiel zeigt, dass die Unterfüllung den Buchstaben schmälern würde.




Regel
Helle Objekte auf dunkler Fläche werden überfüllt. Dunkle Objekte auf heller Fläche werden unterfüllt.



Welche Überfüllungsstärke ist empfehlenswert?

Die Breite der Überfüllung ist natürlich vom Bedruckstoff und dem Druckverfahren abhängig. Im Offsetdruck auf gestrichenem Papier ist eine Überfüllung von 0,08 bis 0,1 mm empfehlenswert.


Zuletzt bearbeitet von Achim M. am Do 31.07.2008 13:28, insgesamt 4-mal bearbeitet
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Achim M.
Threadersteller

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Mi 12.11.2003 09:16
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Was bedeutet überdrucken?

Schwarze Objekte stellen einen Sonderfall dar. Um hierbei Blitzer zu vermeiden, muss lediglich auf die Aussparung in der Hintergrundfläche verzichtet werden. Das schwarze Objekt wird einfach auf den Hintergrund gedruckt. Dieses Verfahren bezeichnet man als Überdrucken. Während viele DTP-Programme nur sehr eingeschränkte Einstellungsmöglichkeiten zum Überfüllen bieten, läßt sich das Überdrucken in allen DTP-Anwendungen einstellen.

Motiv am Bildschirm und im Druck




Der Hintergund zeigt beim Überdrucken keine Aussparung.




Wichtig: Überdrucken bietet sich in der Regel nur bei schwarzer Farbe an. Bei allen anderen Farben würde zwangsläufig eine Farbmischung entstehen. Besonders kritisch sind überdruckende weiße Objekte. Diese verschwinden bei der Farbseparation. Acrobat 5 und 6 verfügen über eine Überdruckenvorschau, mit der man fehlerhafte Einstellungen zum Überdrucken sichtbar machen kann.


Zuletzt bearbeitet von Achim M. am Do 31.07.2008 13:27, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Achim M.
Threadersteller

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Verfasst Do 13.11.2003 11:44
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Trotz fehlender Überfüllung keine Blitzer?

Viele DTP-Programme verfügen nur über sehr eingeschränkte Überfüllungsmöglichkeiten. Außerdem sind die Grundeinstellungen häufig wenig brauchbar (QuarkXpress) oder alle Überfüllungen sind standardmäßig deaktiviert (InDesign). Folglich werden wohl viele Dokumente gedruckt, die gar nicht korrekt überfüllt worden sind. Trotzdem müssen deshalb nicht zwangsläufig Blitzer auftreten.

Dafür gibt es mehrere Gründe: Zunächst einmal müssen Halbtonbilder nicht überfüllt werden. Die folgende Separation eines CMYK-Bildes zeigt, dass durch die Verteilung der Tonwerte über alle Farbauszüge Papierweiß nirgendwo sichtbar werden kann:




Außerdem funktioniert das Überdrucken von Schwarz in der Regel problemlos, so dass in diesen Fällen potentielle Blitzer schon einmal ausgeschlossen sind.

Ein wichtige Rolle spielt natürlich auch das Druckverfahren und der Bedruckstoff: So hat ein Siebdrucker in der Regel mit größeren Toleranzen bei der Passgenauigkeit zu kämpfen als ein Offsetdrucker. Aber auch im Offsetdruck macht es natürlich einen Unterschied, ob man gestrichenes Papier mit 200 g/qm im Bogenoffset oder LWC-Papier mit 45 g/qm im Rollenoffset bedruckt.

Wer also regelmäßig Reinzeichnungen für den Bogenoffset erstellt, wird sicherlich seltener mit unansehnlichen Blitzern konfrontiert, als jemand der Reinzeichnungen für Flexo- oder Siebdruck anfertigt.

Darüberhinaus treten Blitzer bei 4-farbigen Elementen aufgrund der gemeinsamen Farbanteile seltener auf. Die folgende Separation eines blauen Buchstaben auf oranger Fläche macht dies deutlich. Blitzer können in diesem Beispiel aufgrund der durchgehenden Fläche im Magenta-Auszug nicht auftreten:


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beta_

Dabei seit: 08.02.2008
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Di 17.02.2009 19:20
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Achim M. hat geschrieben:



Zunächst einmal müssen Halbtonbilder nicht überfüllt werden






liegt das an dieser 3 bzw 5%-regel? dass eben weiss nicht papierweiss sein darf (ausser bei lichtreflexionen o.ä.)
?
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type1

Dabei seit: 19.11.2004
Ort: bielefeld
Alter: 37
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Verfasst Di 17.02.2009 20:35
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beta_ hat geschrieben:
Achim M. hat geschrieben:



Zunächst einmal müssen Halbtonbilder nicht überfüllt werden






liegt das an dieser 3 bzw 5%-regel? dass eben weiss nicht papierweiss sein darf (ausser bei lichtreflexionen o.ä.)
?


das liegt einfach daran, dass in halbtonbildern in jedem kanal werte vorhanden sind. ob papierweiß oder ein weiß a la 3/3/2/1 spielt dabei keine rolle. ob der blitzer rein weiß oder minimale werte aufweist erkennt dein auge eh nicht, das sieht nur einen blitzer.

allerdings kann es in wenigen fällen dennoch nötig sein, flächen gegenüber bildern zu überfüllen. abhängig von der föächenfarbe sowie den werten im halbtonbild. pauschal kann man diese aussage nicht stehen lassen - sie ist aber in der signifikanten mehrzahl der fälle richtig *zwinker*
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pixel_bambi

Dabei seit: 09.01.2009
Ort: an der Donau!
Alter: 28
Geschlecht: Weiblich
Verfasst Do 19.02.2009 19:44
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Ist es meine Aufgabe als Mediengestalterin festzulegen, ob und was überfüllt wird?? Oder macht das der RIP selbst und erkennt an bestimmten Fällen das Problem von allein??

Hab schon vieles in Druck gegeben und nie hatte ich irgendwo Blitzer, ok, außer in der Zeitung sind ja immer Passerungenauigkeiten...!
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type1

Dabei seit: 19.11.2004
Ort: bielefeld
Alter: 37
Geschlecht: Männlich
Verfasst Do 19.02.2009 19:52
Titel

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in einem herkömmlichen, gut ausgestatten 4c-workflow für den offsetdruck erfolgt das heute in 99% der fälle automatisch im workflow.
muss eben entsprechend kommuniziert werden.

bei handwerklichen druckverfahren wie sieb- oder flexodruck ist es nicht verkehrt, wenn man das in absprache mit dem entsprechenden druckdienstleister machen lässt, oder gar selber macht. im offset ist vieles standardisiert, was in anderen verfahren so nicht der fall ist / sein kann.
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