Dabei seit: 14.09.2006 Ort: Berlin Alter: 51 Geschlecht:
Verfasst Fr 19.06.2009 10:36 Titel
Tendenzen
Hallo,
ich bin seit vielen Jahren in einem Prüfungsausschuss der IHK zu Berlin und ich möchte mich hier mal zu einer m.E. bedenklichen Tendenz äußern - rein subjektiv natürlich.
Ich habe das überdeutliche Empfinden, dass das Verständnis für technische und physikalische Vorgänge permanent sinkt, was sich besonders im Themenbereich Medienausgabe/Medienintegration wiederspiegelt. Ob daran die Schulbildung, der allgemeine gesellschaftliche Trend ("doof ist schick") oder was auch immer Schuld ist, weiss ich nicht, aber es ist so.
Habe gerade die Abschlussprüfungen korrigiert - von einigen Lichtblicken abgesehen, überwiegend schwach bis traurig. Den Leuten fehlt jegiches "Gefühl" für Technik. Viele halten sich für tolle Designer und vergessen dabei völlig (oder haben keine Ahnung), dass das was sie da designt haben, auch irgendwie hergestellt, transportiert, übertragen oder angezeigt werden muss.
Meine Einstellung war immer die, die dahinterstehenden Grundlagen zu kennen, dann kann man mit relativ geringem Aufwand auch komplexe Vorgänge durchschauen, auf "Bausteinbasis" sozusagen. Und eben an jenem Grundlagenwissen fehlt es allerorten.
Am schärfsten fand ich die Antworten auf die Fragen nach der virtuellen Maschine. Ach ja, und Rechnen scheint auch nicht sehr beliebt zu sein, nur einige wenige lagen da richtig. Meiner Meinung nach auch ein Ausdruck der Tatsache, dass die meisten garnicht wissen, was sie da rechnen, denn es haben die vier Grundrechenarten genügt und Taschenrechner war erlaubt.
Dabei seit: 01.08.2006 Ort: Nordwalde Alter: 25 Geschlecht:
Verfasst Fr 19.06.2009 11:59 Titel
also ich muss sagen, ich seh das in etwa ähnlich. ich kenne auch viel zu viele, die meinen, dass sie die technik garnicht kennen müssen und es überhaupt nicht einsehen sich damit zu beschäftigen. meiner meinung nach ist das die falsche einstellung, denn wenn ich meinen beruf vernünftig ausüben möchte sollte ich mich auch mit meinen arbeitsmitteln auskennen.
ich muss aber auch sagen, dass die vorbereitung druch die schule nicht so prall war. ich find aber auch, dass man sich da auch selbst hinterklemmen kann, wenn man defizite in bestimmten bereichen hat.
Dabei seit: 08.06.2009 Ort: Bielefeld Alter: 26 Geschlecht:
Verfasst Fr 19.06.2009 12:05 Titel
Technik wissen ist mit sicherheit wichtig.
Allerdings kommt es darauf an wo man arbeitet.
Denn das bestimmt hinterher was man ausgeprägter lernt,
wenn man, wie oben erwähnt, nicht selbst was tut.
Bei uns in der Klasse hatten wir zum Beispiel Leute die
in Agenturen gearbeitet haben und Leute aus Druckereien.
Die aus der Agentur wussten halt gestalterisch besser bescheid
und die Drucker drucktechnisch etc.
Allgemein finde ich das Berufsfeld sehr groß, sodass man denke ich
nicht alles wissen kann/muss sondern sich auf etwas spezialisieren sollte.
Dabei seit: 14.09.2006 Ort: Berlin Alter: 51 Geschlecht:
Verfasst Fr 19.06.2009 12:11 Titel
Beach-Bomb hat geschrieben:
Für was gibt es denn eigentlich noch Informatiker für Systemintegration? Total überflüssig.
Erwischt! Das ist genau die Einstellung, die ich meine.
Vor Jahren fragte mich mal ein Mediengestalter beim Thema CMYK im Unterricht: "... wozu muss ich das denn wissen, ich mache doch Nonprint!" Ich war fassungslos.
Zurück zu den virtuellen Maschinen: Ich finde, das gehört heute fast schon zur Allgemeinbildung. Man muss ja nicht unbedingt alle Produkte und Varianten aufzählen können oder gar eine einrichten, aber was das ist und welche Vor- und Nachteile die haben, ist einfach Standard. In diesen Kreisen hier auf jeden Fall.
Zuletzt bearbeitet von qualidat am Fr 19.06.2009 12:12, insgesamt 1-mal bearbeitet
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.