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Thema: Wie lang wirds MG noch geben / welchen Anreiz, es zu lernen? vom 16.06.2004


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Ausbildung -> Wie lang wirds MG noch geben / welchen Anreiz, es zu lernen?
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Reddenz

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Verfasst Mi 16.06.2004 18:10
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solange der kunde sie braucht, oder es genügend KD´s gibt das keine MG´s mehr brauch.
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Verfasst Mi 16.06.2004 19:02
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Hä?
 
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Do 17.06.2004 06:40
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Vor einigen Monaten gab es mal einen Artikel im Focus über die Trendberufe der Zukunft. Zu allem Überfluss wurde auch der Mediengestalter genannt. Begründung: Der Trend zur Nachbearbeitung von digitalen Bilder und Texten nimmt zu. Soweit so doof. Meines Erachtens haben die Jungs und Mädels beim Focus bei der Faktensichtung nicht beachtet, dass die Nachbearbeitung zunehmend einfacher wird und keine Fachleute mehr notwendig macht.

Mittlerweile nimmt der Trend zum Selbermachen in den Unternehmen doch rapide zu. Ich kenne genügend Firmen vom kleinen Mittelständler bis zum Großkonzern, die längst ein vollständiges DTP-Equipment haben und von der Agentur nur noch den Erstentwurf kaufen. Der Rest wird dann von der Sekretärin erledigt. Über die qualitativen Mängel der Endergebnisse wird dann auch gerne hinweggeschaut ('dafür sparen wir ja auch richtig Geld').

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als die Erstellung von Präsentationen ein häufiger Auftrag war. Wer macht so etwas heute nicht mit Powerpoint selber? Und ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, als Kunden noch hinter öden MS-DOS-Rechnern saßen, DTP für Zauberkunst hielten und der einzige funktionierende Datenaustausch per Diskette als Textdatei erfolgte. Ich weine diesen Zeiten nicht nach. Aber was sich hier so technisch rückschrittlich anhört, ist gerade einmal 10 Jahre her. Man braucht nicht viel Fantasie, um davon auszugehen, das der Zenit an Vereinfachung und Automation noch keineswegs erreicht ist. Warten wir ab, was in den nächsten 10 Jahren auf uns zu kommt.

Ich glaube, dass man auch in Zukunft Menschen braucht, die gestalten, einen Workflow konzipieren und überwachen. Aber man braucht davon nicht so viele, wie in den letzten Jahren ausgebildet wurden. Die Nonprintler haben den Printlern hier schon einen Erfahrungsschritt voraus. Einzelseitendesign spielt doch heute nur noch eine untergeordnete Rolle. Fast jeder bessere Webauftritt liegt doch schon einem CMS zu Grunde. Bezogen auf die Umsetzung spielt es da kaum noch eine Rolle, ob die Website 10 oder 1000 Bildschirmseiten haben wird. Davon ist man beim Print noch entfernt. Obwohl seit Jahren diskutiert, spielen Database-Publishing und XML noch eine geringe Rolle. Aber das wird sich meines Erachtens ändern ...

Und was in Sachen Globalisierung auf uns zu kommt, hat chrikle ja hier schon bildhaft skizziert:
http://www.mediengestalter.info/viewtopic.php?p=296842#296842

Das hier soll kein pessimistischer Einstand in den Tag sein, aber vielleicht ist es besser, nicht auf einen Beschäftigungsboom zu warten, der sowieso nicht kommt ...

Gruß

Achim
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der_Milchmann
Threadersteller

Dabei seit: 29.02.2004
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Verfasst Do 17.06.2004 07:14
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ich kann Achim M. nur zu 100% zustimmen. *hu hu huu*

ein bekannter von mir ist unternehmensberater. dieser meinte,
DTP und Co wird zunehmend ins Haus geholt, dazu gibts dann maximal einen
Menschen (meistens _keinen_ gelernten), der sich daheim mal mit Photoshop
und Co beschäftigt hat oder eben Studenten, die dann die VKs setzen
oder auch mal die Flyer gestalten, welcher Discothekenbesitzer macht
das nicht im Büro heute mit MS Publisher und Co selbst? Dann ab zum Copy
Shop und schon hat man 200 EU oder mehr gespart.


Mein Bekannter meinte desweiteren auf die Frage hin, was er so von diesem Beruf denkt,
dass er wohl früher oder später der Automatisierung zum Opfer fallen wird.
Man sehe sich allein mal Photoshop an, es legal zu erwerben, ist keine Kunst dank ebay für
wenige Euro. Darin rumzubasteln auch nicht, da viele MGs in den Betrieben eh wenig
professionelles in PS lernen (was nicht auch jeder Privatmann sich beibringen kann),
ist der Unterschied zwischen professioneller Bildbearbeitung und laienhafter immer kleiner.

Es gibt autom. Tonwertkorrektur, autom. Kontrast etc etc demnächst gibts autom. Visitenkarten,
ähh sorry, gibts ja schon lang Lächel also es wird alles automatisiert.

Wo iich mich etwas gekränkt gefühlt habe, der unternehmensberater aber soooo recht hat,
war folgende Aussage:

"Lieber Markus (ich), was verlangst du eigentlich von deinem Beruf (Mediengestalter),
wer sollte denn für welche Leistung bezahlen, alles was du machst, ist doch lediglich
Programme bedienen oder denkst du etwa selbst? Nein, das übernehmen die Programme
für dich."
ich antworte "natürlich ... ich bin kreativ".
Er kontert "Würdest du dir kreativ gestaltetes Klopapier holen, auch wenns funktionell
genau gleich ist mit unbedrucktem, wenn du knapp bei Kasse bist? Nein! Würdest du nicht."


Und er hat ja eigentlich so recht. Bedienen von Programmen erfordert heute keinen
grossen IQ mehr, das kann mit Übung jeder Praktikant und es wird nicht schwerer,
nein es wird einfacher. Mein Gespräch ging noch weiter:

Er meinte "Meinen Beruf (Unternehmensberater) kann kein Programm abnehmen,
da bin ich auf der sicheren seite. Hier gibts einfach noch nichts, was die enorme
Individualität eines Unternemens abdeckt, anders als ein Visitenkartenautomat,
der um die 1000 Varianten bereit hält. Kurz gesagt:
Viel denken im Beruf hat den Vorteil man kann schlecht von Computern abgelöst werden.
Allein daran siehst du doch schon, dass du als MG dein Geld nicht wert bist, dass
du als Azubi die exakt gleiche arbeit machst, wie ein Facharbeiter. Hast du schonmal
einen Azubi gesehen, der Microsoft vor dem kartellamt vertritt? Nein"

Und er hat so recht * Ich bin unwürdig *
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Achim M.

Dabei seit: 17.03.2003
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Verfasst Do 17.06.2004 07:29
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@der_Milchmann

Wie ich höre, geht es vielen Unternehmensberatern im Augenblick auch nicht so gut. Das ist auch nicht so schwer zu erklären, weil Unternehmensberater häufig nur mit allgemeinen Floskeln wie 'Sie müssen Ihre Kosten in den Griff bekommen' glänzen. Um sich den Unternehmensberater zu sparen, braucht man häufig nicht mal eine Maschine, es reicht schon normaler Menschenverstand.

In einem Dilbert Buch wurde das mal treffend auf den Punkt gebracht (sinngemäß): Einem Ingenieur mit einem Studium in Elektrotechnik und 10-jährigerer Praxiserfahrung wird ein Unternehmen nicht so viel Sachverstand zu trauen, wir einem Unternehmensberater, der morgens an einem Elektronikgeschäft vorbeikommt ...

Die Machbarkeit der LKW-Maut und der wirtschaftliche Erfolg von UMTS wurde auch von Unternehmensberatern per Powerpointpräsentation für ein sattes Honorar bestätigt.

Gruß

Achim
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der_Milchmann
Threadersteller

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Verfasst Do 17.06.2004 07:38
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Das stimmt, man braucht ihn oft nicht, doch der Vorteil ist in dem Falle,
dass mein Bekannter einige Betriebe beraten hat, nach Jahren dann
hat er als Insolvenzberater den Betrieb dicht gemacht und doppelt daran verdient.
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El Barto

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Verfasst Do 17.06.2004 07:54
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Ein paar Std. nicht reingeschaut und schon nimmt es ganz andere Phasen an hier.
Gefällt mir die Diskussion! Auch wenn der Sinn und Unsinn von Arbeitern und Arbeit nicht wirklich zu etwas führen würde. Arbeitsstellen werden abgebaut wegrationalisiert und neue entstehen und ... das ganze wird so lange laufen wie sich die Erde noch dreht. Arbeit wird es immer geben, welcher Art auch immer.

Sehe optimistisch in die Zukunft, bin nicht so blauäugig um anzunehmen das ich in 20 Jahren noch als MG angestellt bin. Denke das heute eine Ausbildung und das war es nicht mehr gilt. Flexibel und dehnbar sollte man sein, aber auch nicht gleich alles aufgeben weil es gerade einmal nicht gut läuft. Das einzige was mir dabei Sorgen macht sind die Worte "Sie sind überqualifiziert!" Wie kann man überqualifiziert sein? Wenn man sich auf eine Stelle bewirbt möchte man diese Stelle auch haben, ob man studiert hat etc. .... Latte, man will arbeiten deswegen verstehe ich diese Worte nicht?!

Denke mal das es uns "noch" *ha ha* ganz gut geht!

MFG
El Barto
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Verfasst Do 17.06.2004 08:03
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Achim M. hat geschrieben:

Ich kann mich noch an Zeiten erinnern, als die Erstellung von Präsentationen ein häufiger Auftrag war. Wer macht so etwas heute nicht mit Powerpoint selber? Und ich kann mich auch noch an Zeiten erinnern, als Kunden noch hinter öden MS-DOS-Rechnern saßen, DTP für Zauberkunst hielten und der einzige funktionierende Datenaustausch per Diskette als Textdatei erfolgte. Ich weine diesen Zeiten nicht nach. Aber was sich hier so technisch rückschrittlich anhört, ist gerade einmal 10 Jahre her. Man braucht nicht viel Fantasie, um davon auszugehen, das der Zenit an Vereinfachung und Automation noch keineswegs erreicht ist. Warten wir ab, was in den nächsten 10 Jahren auf uns zu kommt.


Genau das ist doch gerade auch die Lösung aus der "Misere". Viele MGs haben einfach falsche Vorstellungen von der Marktlage und damit auch falsche Ansprüche an sich selbst.

Nicht jeder Mensch ist nun einmal mit künstlerischem Talent (in seiner weitesten Form geboren), das soll ja auch nicht so sein. Dennoch nehmen 80% der MGs eben diese Eigenschaft als Hauptcharakter Ihres Berufsbildes (Zitat Milchmann "Aber ich arbeite doch kreativ"...). Ein Werkzeug wie PS wird erst zu einer "Waffe" in der Hand des MGs, wenn er damit auch "Killerstuff" produzieren kann. Und das (so leid mir das tut), sehe ich selbst in einem Riesenforum wie diesem nur von einer Handvoll Leuten.

Mit dem gestalterischen Aspekt ist das Berufsbild aber noch lange nicht ausgeschöpft, WENN sich der MG darauf einlässt. Einlassen worauf? Auf Techniken, die der gemeine Anwender eben NICHT beherrscht, weil die Programme sie so nicht bieten.

Stichwort: Database Publishing (von Achim als "Kaum praktiziert" geschmäht) ist einer der wenigen Aufgabenbereiche, der sicherlich noch wachsen wird, und in dem MGs dringend benötigt werden (Musterlayouteinrichtung, Satz, Eintwicklung von Lösungen zur Textkonvertierung/Strukturierung, Bildbearbeitung). Hier greifen so viele Tätigkeitsfelder ineinander, das macht man sich gar nicht vor.

Gestern noch bin ich vom Stuhl gefallen, mit welch einfachen Mitteln man selbst in Standardsoftware richtige Automaten entwickeln kann. Beispiel: Eine vollkommen automatisch EPS-Konvertierung in Illustrator, geschrieben als PlugIn in VB, 2/3 DIN A4-Seite Quelltext. Und sowas geht mit JEDER Adobe-Software klaglos und gleichfalls, weil die API meist dieselbe ist.
Und diese ist auch noch hervorragend dokumentiert. Doch genau hier liegt die Grenze: Zu technisch, zu unkreativ, unter der Würde des "normalen" MGs?

Immer wieder falle ich hier vom Stuhl (siehe meinen Thread zu den Satzprogrammen), in welch engen Rahmen hier "kreativ" gearbeitet wird (Frage: "Quark oder InDesign"). Dies liegt nicht zuletzt auch an der verbohrteit der Vorstufenbetriebe, die seit Jahren nix anderes verwenden (nach dem Motto: "Was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht!").

Was ich mit meinen Worten ausdrücken will: Nicht nur im Nonprint, auch im Print-Sektor (und gerade da!!!) gibt es so viel meist unerschlossenes Potential und Aufgabenfelder für den MG, ihr müsst sie euch nur erschließen. Und das gilt auch für die Bildungseinrichtungen!

Wer als MG nur der "Softwarebediener" ist, von dem Milchmann spricht, ist imho selbst schuld.
 
 
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