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Aktuelles Datum und Uhrzeit: Mi 07.12.2016 19:32 Benutzername: Passwort: Auto-Login

Thema: Kreativitätsprobleme, oder: vom Fluch der Freiheit vom 02.02.2006


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Ausbildung -> Kreativitätsprobleme, oder: vom Fluch der Freiheit
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Morgo

Dabei seit: 10.08.2005
Ort: Von Kowelenz bis Kölle
Alter: 32
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 03.02.2006 15:11
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Alleine, dass du Illustrator anwirfst, nur um dich zu beschäftigen, zeigt doch, dass du in dem Beruf richtig bist.

Mir geht es oft ähnlich. Und bis vor kurzem war ich auch der Meinung, dass es reicht, das Programm zu starten und darin herumzuschieben, damit am Ende etwas vernünftiges dabei herauskommt. Aber die Wahrheit ist, dass das meistens in die Hose geht.

Vielleicht fehlt dir ja einfach ein konkretes Thema, ein Ziel, auf dass du hinarbeitest. Jedenfalls geht es mir ab und zu so.
Am besten hilft da wohl, sich zu fragen: Was will ich eigentlich darstellen? Wem soll es gefallen? Soll es schlicht oder pompös sein? etc. Dass man eine ganz genaue Vorstellung vom Endergebnis hat, kommt -jedenfalls bei mir- nur in den seltensten Fällen vor.

Und dann erst fängt man an auszuprobieren, auszuprobieren und dann wieder auszuprobieren, um am Ende sowieso ein vollkommen anderes Ergebnis herauszubekommen. Die konkreten Ideen kommen bei der Arbeit. Der Rest ist Handwerk.. Sobald man den Anfang hat, kommt man (meistens) vom einen aufs andere. Bei mir wird auch ein Kreis, ein Text oder auch nur ein kleiner Schatten mindestens 500 mal herumgeschoben, bis er dann (vielleicht) seine Position gefunden hat.

Und meistens gibt es den dann in 10 verschiedenen Ebenen, um ihn ja später nochmal umändern zu können.

Wie schon gesagt wurde: Nach ein paar Wochen findet man das Ergebnis dann sowieso wieder grausam. Aber davon sollte man sich nicht entmutigen lassen. Immerhin heisst das, dass man sich weiterentwickelt.
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kuenstler

Dabei seit: 03.02.2006
Ort: -
Alter: -
Geschlecht: -
Verfasst Fr 03.02.2006 21:46
Titel

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hallo, studiere Kunst und kann das was du schreibst gut nachvollziehen.
Nich umsonst bin ich hier im forum für mediengestalter gelandet.
Ich studiere freie kunst und ich denk auch das nur wenige die veranlagung haben unbedingt ihre ideen zu verwirklichen.
Mir gehts seid beinn des studiums haargenau so wie dir.
hab wahrscheinlich das falsche studium begonnen.
Grad in der freien kunst geht es ja wirklich nur darum seine gedanken umzusetzen und ein bild vor augen zu haben, welches umgesetzt werden will. Nur leider geht bei mir irgendwie nix mehr. kein drang, kein großes mitteilungsbedürfnis, keine ideen.
bin kurz davor alles hinzuschmeißen.
leider schon zu lange dabei um für ein anderes studium noch bafög zu bekommen. Achja, und kein abi für ein anderes studium.

mitfühlender gruß vom kuenstler
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RickMKK

Dabei seit: 21.10.2005
Ort: Main-Kinzig-Kreis - Hanau
Alter: 46
Geschlecht: Männlich
Verfasst Fr 03.02.2006 22:09
Titel

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Hallo silver!

Ein toller Text. Geniale Gedanken.

Ich will nur mit einem Gedanken darauf antworten:

Es sind immer die Genies, die wahren Künstler, die Talente, die sich - so wie Du - selbst absolut in Frage stellen, so unbedingt kritisieren, sich selbst gering schätzen und ihre Talente selbst nicht anerkennen. Das geht bei den Genies leider so weit, daß sie Selbstmord begehen oder vor Selbstzweifeln und Grübelei kaputtgehen.

Nur die Nichtskönner, die Talentlosen, die Billigheimer lassen keine Kritik an sich selbst zu, sehen ihre Arbeiten als gottgleich und nicht-mehr-verbesserungsfähig an. Und gewinnen meistens damit in der Praxis. Leider!

Daher mein Wunsch an Dich: Lass Deine Selbstkritik ruhig zu. Aber nutze sie, Deine Arbeiten immer besser werden zu lassen - und gib nicht auf, weiterhin kreativ zu sein!

Allein Dein Posting zeigt, wie kreativ Du sein kannst!

Gruß, Rick
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Dr.Dangerous

Dabei seit: 04.10.2004
Ort: MW
Alter: 33
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 04.02.2006 01:06
Titel

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Hallo, ich geb auch meinen Senf dazu...

Es wurde eigentlich bereits alles gesagt. Ich würde dir auch empfehlen weiter bei der Gestaltung zu bleiben, denn die Tatsache das du mit dir unzufrieden bist, macht dich auf Dauer fortschrittlich. Alle, die denken, sie könnten alles, treten auf der Stelle und haben kein Ziel (Ideen) vor Augen. In erster Linie muß es Spass machen. Und wenn das Projekt nicht optimal war, dann machst du es beim nächsten besser und steigerst dich somit Schritt für Schritt und merkst am Ende vielleicht gar nicht, wie deine Arbeit wertgeschätzt wird...Wenn du mal auf deine Anfänge zurückschaust, stellst du fest, dass du ja gar kein schlechter Gestalter bist. Und dann stell dir vor, wo du dich in ein paar Jahren befinden könntest, wenn du weiter so bei der Sache bleibst.

Das ist eigentlich wie bei den Modelleisenbahnern...die haben auch keinen Spass daran, wenn alles steht bzw. funktioniert, sie wollen immer nur basteln. Und ähnlich geht es doch uns Gestaltern auch.
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gtz

Dabei seit: 15.04.2002
Ort: -
Alter: 41
Geschlecht: Männlich
Verfasst Sa 04.02.2006 03:08
Titel

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don't like it -> don't do it.

no point in arguing.
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Coffein

Dabei seit: 09.01.2006
Ort: Moers
Alter: 32
Geschlecht: -
Verfasst Sa 04.02.2006 03:52
Titel

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mh,

ich kann mich soweit den meisten anderen hier nur anschliessen wollte halt nur noch dazu sagen das man nicht immer auf dennen schaun soll die es besser können sondern auch einfach mal schaun wer alles schlechter als du bist, keine ideen haben ist so ne sache ich habe ständig hammer ideen aber wenn ich es umsetze und ich es mir dann anschaue finde ich es blöd und lösch es wieder ... solange bis ich was habe was mir gefällt.

ich habe keine ausbildung als Mediengestalter, ich bin immernoch auf der suche....

wie wäre es wenn du dir einen typen suchst der besser ist als du, und du versucht denjenigen einfach zu toppen wenn du den getoppt hast suchst du einfach wieder n besseren Lächel so ungefähr mache ich es ich richte mich im moment voll und ganz auf der homepage www.derbauer.de wenn ich was geschafft habe was doppelt so gut aussieht, suche ich mir einen wo es 4 mal so gut aussieht und versuch den dann zu toppen.
damit du auch siehst das ich meine ziele hoch ansetze kannst du meine momentanen kentnisse hier betrachten www.gfx-dream.net und vor ca. 2 monaten sah das ganze noch 100 mal schlimmer aus.

wie gesagt halt einfach immer weitermachen und deine ausbildung auf jeden fall zu ende machen.


Zuletzt bearbeitet von Coffein am Sa 04.02.2006 03:54, insgesamt 1-mal bearbeitet
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elninio

Dabei seit: 09.04.2005
Ort: Nürnberg
Alter: -
Geschlecht: Weiblich
Verfasst So 05.02.2006 12:43
Titel

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Du sprichst da ein Thema an, daß mich seit ich denken kann fast in den Wahsinn treibt. Grins

Bis vor zwei Jahren war ich auf der Suche nach einer Ausbildung im Bereich Mediengestaltung. Vorher habe ich praktisch jede Sekunde damit zugebracht mich in allen erdenklichen Disziplinen weiter zu bilden, um endlich mal dieser inneren Unruhe zu entkommen und nur nicht ins Grübeln zu verfallen.

Durch Zufall bin ich dann mal in einem Praktikum bei einem freischaffenden Künstler gelandet. Wenn ich diese fantastischen Radierungen und was weiß ich noch gesehen habe, war mein Gedanke ständig: "Wie kann das ein einzelner Mensch aus einem weißen Blatt Papier hervorbringen?". Nun ja, klingt für euch jetzt vielleicht komisch, aber nachdem ich diesen "fantastischen Künstler" mal ganz nebenbei mal bei der Arbeit beobachtet hatte, viel es mir wirklich wie Schuppen von den Augen, und den "Schock" hatte ich nach einer Woche immer noch nicht verdaut. Da hat der doch einfach auf einem Blatt Papier angefangen zu kritzeln, wie ich es aus meinen frühesten Kindertagen kannte, ohne zu wissen wohin das führen sollte. Nur hatte er im Gegensatz zu mir den Mut das weiter zu entwickeln. Und das geschah auch nicht einfach so wie ein Geistesblitz und fertig wars. Im Grunde genommen war das Endprodukt das Ergebnis einer langen Kette von Eindrücken und Gedanken. Im Endeffekt so wie es matchbox schon geschrieben hatte. Ich kann euch echt nicht sagen, wie ich mich geschämt habe, als ich bemerkt habe, das es einfach nur der Mut war, der mir gefehlt hatte (und teilweise immer noch fehlt).

Vorher habe ich davon geträumt einen ganz normalen Job zu haben. Habe mir ausgemalt wie schön es wäre an einem Schreibtisch zu sitzen. Früh um 8:00 Uhr anzufangen und abends um 17:00 Uhr Feierabend. Vor mir einen Stoß Ordner deren Inhalt zu 100% keiner auch nur annähernder Kreativität entsprungen ist. Zahlen und Daten in den Computer zu hauen und den grauen Büro-Alltag zu genießen, den ich nur aus Erzählungen kannte.

Gesagt getan. Seit zwei Jahren habe ich einen dieser Jobs. Ein Jahr war es auch eine unglaubliche Befreiung. Ich habe mich vor keiner auch noch so langweiligen Aufgabe gedrückt und war einfach happy. Nun ja, das ging so lange gut, bis diese kleine Firma entdeckte, das ich mit einem PC mehr anfangen konnte, als nur Texte in Word zu schreiben Menno!. Es hat dann damit geendet, das ich den ganzen Corporate-Kram neu gemacht und obendrauf eine Kampagne zur Kundenwerbung angerollt habe, die zwar nicht der Brüller war aber eine sehr große Firma angelockt wurde und das Ganze in einer rettendenden Firmen-Übernahme endete. Es hat mich schon ziehmlich ins Grübeln gebracht, das meine praktisch nicht vorhandene Kreativität zu so etwas führen konnte. So weit zu meiner Vorgeschichte.

Den Job habe ich immer noch und kann mir so mein Geld verdienen und beruhigt diesen kleinen Quälgeist (mit dem ich ich wohl abfinden muß) in meinem Hirn, der mir immernoch einzutrichtern versucht, daß ich nichts wert bin. In letzter Zeit bekomme ich nur so ein Kribbeln in den Fingern und das Gefühl, daß irgend etwas fehlt, wenn ich ein weißes Blatt Papier oder meine alten Kalligraphie-Federn sehe. Jetzt werde ich einen neuen Versuch wagen und versuchen für dieses Jahr eine Lehrstelle als Mediengestalterin zu finden. Das Handwerk habe ich auf jeden Fall drauf.

Ich hoffe Dir etwas Mut gemacht zu haben. Vielleich wäre einfach ein öder Nebenjob was für Dich, bei dem Du Dich einfach mal auf was Anderes konzentrieren kannst? Hast Du Dir schon mal ein Buch über Kalligraphie angeschaut? Sieht toll aus, oder? Das ganze Geheimnis ist jedoch eiserne Disziplin und Übung, so das das Endergebnis auch ohne all zu viel kreativem Einsatz fantastisch aussehen und eine gehörige Portion Zufriedenheit verursachen kann.

Gruß
elninio
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RAFi

Dabei seit: 05.02.2006
Ort: Rosdorf
Alter: 29
Geschlecht: Männlich
Verfasst So 05.02.2006 22:22
Titel

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Hallo silver2k1

Ich will dir hiermit danken, deine offene Art über deine Beziehung zum gestalterischen Arbeiten zu reden hat mir die Augen geöffnet. Das Ergebnis war noch vor diesen Zeilen hier, dieser Thread Link

Ich finde in deinen Zeilen immer wieder Dinge die ich von mir selber kenne oder denke sie zu kennen.

Ich befinde mich an einer ganz anderen Stelle der Treppe als du, viele Stufen niedriger, eben jene die du bis jetzt erklommen hast. Auch wenn ich gerne würde kann ich dir keinen echten Rat geben, weil ich eben die Stufen vor dir auch noch nicht kenne.
Nur dieses einen: Geh den Weg weiter den du vor Augen hast, dies ist besser als im Dickicht einen anderen zu suchen und dir dabei die Kleider zu zerreißen.


Gruß RAF
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