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Thema: [Typo] Währung „€ 100“ oder „100 €“? vom 07.06.2004


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Typografie -> [Typo] Währung „€ 100“ oder „100 €“?
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philyra

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Verfasst So 11.07.2004 23:38
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- Der Duden ist seit der achten Ausgabe mit der "Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache" verschmolzen.
- Komisches Argument, daß in anderen Sprachen die Währungszeichen anders verwendet werden. Muß ich jetzt auch englische Anführungsstriche verwenden?

Um es noch einmal zu wiederholen: Das Eurozeichen oder der ausgeschriebene Währungsnahme muß nach der deutschen Rechtschreibung dem Betrag nachgestellt sein. Man kann in gewissen Fällen (Tabellen mit mehreren Währungen) natürlich umstellen. Ehrlich gesagt muß man als guter Setzer solche Probleme eigenständig und angemessen lösen können. Das heißt, man sollte die Regeln kennen und ggf. verletzen, wenn es sinnvoll ist. Ich persönlich bin gegen eiserne Regeln. Die Detailtypo muß ohne große Erklärungen in ihrer Logik eingängig sein.
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philyra

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Verfasst So 11.07.2004 23:56
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[fränK] hat geschrieben:
911 hat geschrieben:
... das euro-zeichen HINTER der zahl schreibt. Denn in diesem falle liest man fließend und das auge braucht nicht bei preicsangaben, wo euro-z. vorne steht, nicht hin und her zu springen.


Wie allgemein zur Typografie bekannt:
„Wer die Regeln kennt, darf/kann sie brechen.“

In Fachartikeln ist diese Schreibweise aber die
üblich verwendete (sprich: Euro 10). (in anderen
Ländern selbstverständlich)

Wir sind es nur gewohnt, die Preisangabe anders
auszusprechen (sprich: 10 Euro) und sehen daher
die nachgestellte Währung als selbstverständlich
an. (wahrscheinlich durch > „DM“?)


Das ist alles Quatsch.

- Kognitiv falsch: Die kognitive Leserezeption funktioniert anders.
- Historisch falsch: Im Deutschen schrieb man früher "100 Mark" oder "100 M". Das hat man niemals umgestellt. Das ist auch plausibel, weil damals wie heute die Währung normalerweise die einheimische ist. In internationalen Dokumenten kann man das ja anders machen.
- Was sollen das für "Fachartikel" sein?
- Ethnologisch falsch: Was heißt da andere Länder? Großbritannien hat zum Beispiel eine völlig andere Währungsgeschichte. Der Dollar hat wieder eine eigene Geschichte. Für Frankreich stimmt das sowieso nicht. Skandinavien auch nicht. Italien auch nicht. Spanien? Auch nicht.

Der letzte Satz entlarvt eigentlich alles. Die nachgestellte Währung ist das Selbstverständliche! Alles andere sind Sonderentwicklungen. Das gilt für fast alle Länder.

Zu guter Letzt: Schreibst Du auch "Heute war's wieder nur C 15°!" ?

*Whaazzzz uppp?* Was Seventynine so alles in der Schule gelernt hat...
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ExPraktikant

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Verfasst Mo 12.07.2004 00:04
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911 hat geschrieben:
(WICHTIG: Divis, kein Minuszeichen)


Divis = Bindestrich = Minuszeichen

capslockdevil hat geschrieben:
911 hat geschrieben:
(WICHTIG: Divis, kein Minuszeichen)


* Nee, nee, nee * falsch, gerade bei 100,- kommt typografisch korrekterweise der Halbgeviertstrich hin!! Der Bindestrich/Divis dient alleinig zum Trennen von Silben und Verbinden von Wörtern.


Schon besser aber auch nicht richtig... * Nee, nee, nee *

Wenn man bei Währungsangaben die Nullen hinter dem Komma durch einen Strich
ersetzen will, so muss man eigentlich den Geviertstrich nehmen, da dieser den Raum
der beiden Nullen ausfüllt...
Jedoch nimmt man heute gerne den Halbgeviertstrich, da dieser optisch meist schöner
aussieht, es sei denn, man setzt Preistabellen.

Bsp:
In der obersten Zeile der Divis, in der mittleren Zeile der Halbgeviertstrich und in der
unteren Zeile jeweils der Geviertstrich:



eX³


Zuletzt bearbeitet von ExPraktikant am Mo 12.07.2004 00:06, insgesamt 1-mal bearbeitet
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zeitgeisty

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Verfasst Mo 12.07.2004 08:57
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Meine Güte ist das anstrengend mit Euch... * Nee, nee, nee *

Eine (vielleicht ja grundsätzliche) Bitte an die Moderatoren und von mir:

Villeicht sollten wir uns (gerade bei solch grundsätzlichen und wichtigen Diskussionen wie dieser hier) mal angewöhnen, unsere Aussagen auch zu belegen (mit einer QUELLE Jo! ).

Nix für ungut aber was nützt es mir (und Euch), wenn ich für ein Projekt wissen muss, was für ein Zeichen ich benutzen muss und hier jeder etwas anderes erzählt, weil der eine es in der Schule so gelernt hat, der andere von seinem Ausbilder was anderes gesagt bekam und ein dritter "das schon seit Jahren so macht".

Leute, das nervt! Also: Thesen belegen und nicht nur sagen "das muss aber so".

* Ja, ja, ja... *
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philyra

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Verfasst Do 15.07.2004 23:34
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Dann schau halt im Forssmann nach, da hast Du dann Deine Quelle. Ansonsten ist das aber schon gute Tradition, daß jeder Drucker und jeder Setzer eigene Prinzipien hat. Immerhin sind das maßgebliche Fachleute. Der Duden hingegen ist eine für mich sehr fragwürdige und im Vergleich zum Druckergewerbe sehr sehr junge Privatfirma und nicht minder obskur als die GEZ. Die Leute, die dort arbeiten, können keine so guten Sprachwissenschaftler sein, sonders würden sie sich woanders betätigen. Auch von einem Kultusminister, der aussieht wie die Typen, die sich morgen am Bahnhof schon den ersten Chantré genehmigen, laß ich mir ungern etwas vorschreiben. Du darfst nicht vergessen, daß die Typographie ebenso ein Teil der Sprache ist wie Orthographie und Nominalflexion. Ein guter Setzer muß alles beherrschen. Die häufigsten Fehler im Deutschen sind immerhin keine Satzzeichenfehler, sondern Deklinationsfehler. Jemand mit einer guten Ausbildung und jahrelanger Erfahrung muß sich eigentlich nicht auf Quellen berufen.
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[fränK]
Moderator

Dabei seit: 27.04.2002
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Verfasst Fr 16.07.2004 02:46
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philyra hat geschrieben:
- Der Duden ist seit der achten Ausgabe mit der "Rechtschreibung der Buchdruckereien deutscher Sprache" verschmolzen.

Die Inhaltsangabe der Internetseite verweist
leider etwas missverständlich auf:
duden.de hat geschrieben:
Hinweise für die moderne Textverarbeitung und zur Textkorrektur

http://duden.de/produkte/dudenreihe/duden01/inhalt.html

Im Duden findet sich folgendes:
Duden, 22., völlig neu bearbeitete und erweiterte Auflage, Seite 89 hat geschrieben:
Textverarbeitung
Die folgenden, nach Schlagwörtern alphabetisch geordneten Hinweise gelten für die
Herstellung gedruckter Texte. Moderne Textverarbeitungssysteme nähern sich im
hier behandelten Bereich den Möglichkeiten von Satzsystemen immer mehr an, sodass
für sie heute dieselben Maßstäbe gelten können. Sofern sie diese nicht erfüllen,
gelten die allgemeinen Regeln für das Maschinenschreiben (↑Maschinenschreiben
und E-Mails, S. 105). Um eine problemlose Umwandlung elektronisch gespeicherter
Texte in Schriftsatz zu gewährleisten, sollte schon die Texterfassung in Absprache
mit der Druckerei erfolgen.

http://www.duden.de/index2.html?service/textverarbeitung.html

Jedoch gibt es hier weder eine Bezugsangabe,
noch wird z.B. auf die gängige Regel zu Telefon-
nummern verzichtet.

philyra hat geschrieben:
- Komisches Argument, daß in anderen Sprachen die Währungszeichen anders verwendet werden. Muß ich jetzt auch englische Anführungsstriche verwenden?

Nein, natürlich muss man sich nicht vollständig
an ausländische Geflogenheiten anpassen. Diese
liegen aber der Euro-Positionierung zugrunde.

philyra hat geschrieben:
Um es noch einmal zu wiederholen: Das Eurozeichen oder der ausgeschriebene Währungsnahme muß nach der deutschen Rechtschreibung dem Betrag nachgestellt sein. Man kann in gewissen Fällen (Tabellen mit mehreren Währungen) natürlich umstellen.

Wo wir schon bei der Diskussion um Quellen
sind, die wäre?

philyra hat geschrieben:
Ehrlich gesagt muß man als guter Setzer solche Probleme eigenständig und angemessen lösen können. Das heißt, man sollte die Regeln kennen und ggf. verletzen, wenn es sinnvoll ist. Ich persönlich bin gegen eiserne Regeln. Die Detailtypo muß ohne große Erklärungen in ihrer Logik eingängig sein.

Dem kann ich beruhigt zustimmen. Lächel

[fränK] hat geschrieben:
911 hat geschrieben:
... das euro-zeichen HINTER der zahl schreibt. Denn in diesem falle liest man fließend und das auge braucht nicht bei preicsangaben, wo euro-z. vorne steht, nicht hin und her zu springen.


Wie allgemein zur Typografie bekannt:
„Wer die Regeln kennt, darf/kann sie brechen.“

In Fachartikeln ist diese Schreibweise aber die
üblich verwendete (sprich: Euro 10). (in anderen
Ländern selbstverständlich)

Wir sind es nur gewohnt, die Preisangabe anders
auszusprechen (sprich: 10 Euro) und sehen daher
die nachgestellte Währung als selbstverständlich
an. (wahrscheinlich durch > „DM“?)

philyra hat geschrieben:
- Kognitiv falsch: Die kognitive Leserezeption funktioniert anders.

Ich lese von links nach rechts und nehme dem-
entsprechend auch die Buchstaben auf – nicht?
Bitte um Erklärung!

philyra hat geschrieben:
- Historisch falsch: Im Deutschen schrieb man früher "100 Mark" oder "100 M". Das hat man niemals umgestellt. Das ist auch plausibel, weil damals wie heute die Währung normalerweise die einheimische ist. In internationalen Dokumenten kann man das ja anders machen.

Mmm, hab ich nicht bestritten, oder?
(bzw. auf „DM“ bezogen)

philyra hat geschrieben:
- Was sollen das für "Fachartikel" sein?

z.B. von der ECB
http://www.ecb.int/home/html/student.en.html
http://www.ecb.int/pub/pdf/other/monetarypolicy2004en.pdf (1,1 MB)

Wobei das BMF...
http://www.bundesfinanzministerium.de/Anlage24320/Monatsbericht_0504_gesamt.pdf (1,1 MB)

philyra hat geschrieben:
- Ethnologisch falsch: Was heißt da andere Länder? Großbritannien hat zum Beispiel eine völlig andere Währungsgeschichte. Der Dollar hat wieder eine eigene Geschichte. Für Frankreich stimmt das sowieso nicht. Skandinavien auch nicht. Italien auch nicht. Spanien? Auch nicht.

Bestes Beispiel > Schweiz CHF

philyra hat geschrieben:
Der letzte Satz entlarvt eigentlich alles. Die nachgestellte Währung ist das Selbstverständliche! Alles andere sind Sonderentwicklungen. Das gilt für fast alle Länder.

Nicht bestritten.

philyra hat geschrieben:
Zu guter Letzt: Schreibst Du auch "Heute war's wieder nur C 15°!" ?

Sicher nicht und wenn, müsste es „°C 15“ heißen. *zwinker*

zeitgeisty hat geschrieben:
Eine (vielleicht ja grundsätzliche) Bitte an die Moderatoren und von mir:
Villeicht sollten wir uns (gerade bei solch grundsätzlichen und wichtigen Diskussionen wie dieser hier) mal angewöhnen, unsere Aussagen auch zu belegen (mit einer QUELLE Jo! ).

In einem Forum mit mehreren tausend Mitgliedern,
kann es nun mal aufgrund unterschiedlichstem Stand
von Erfahrungen und Wissen (bzw. Drang danach) zu
unterschiedlichen, richtigen und falschen Meinungen
kommen. Darauf haben auch wir Moderatoren keinen
Einfluss. Außerdem gab es doch Quellen...

zeitgeisty hat geschrieben:
Nix für ungut aber was nützt es mir (und Euch), wenn ich für ein Projekt wissen muss, was für ein Zeichen ich benutzen muss und hier jeder etwas anderes erzählt, weil der eine es in der Schule so gelernt hat, der andere von seinem Ausbilder was anderes gesagt bekam und ein dritter "das schon seit Jahren so macht".
Leute, das nervt! Also: Thesen belegen und nicht nur sagen "das muss aber so".

Vielleicht sollte man sich auch selbst mit dem Thema
etwas beschäftigen und sich nicht nur auf Andere ver-
lassen? :evil:

philyra hat geschrieben:
Ansonsten ist das aber schon gute Tradition, daß jeder Drucker und jeder Setzer eigene Prinzipien hat. Immerhin sind das maßgebliche Fachleute.

Ja die Traditionen. Leider hege ich einen Groll dagegen,
weil viele diese Art der Wissensanwendung aus Faulheit
betreiben und sich nicht weiterbilden. Ich habe schon
einige „Fachleute“ kennen gelernt, mit Titeln, ohne Titeln,
traurig... Leider machen diese „eigenen Prinzipien“ in der
Praxis (besonders außerhalb der Typografie) zusätzlich
enorme Probleme.
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