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Thema: [Korrekturlesen] Referat über Typografie vom 30.01.2005


Neues Thema eröffnen   Neue Antwort erstellen MGi Foren-Übersicht -> Typografie -> [Korrekturlesen] Referat über Typografie
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Scheinwelt
Threadersteller

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Verfasst So 30.01.2005 19:24
Titel

[Korrekturlesen] Referat über Typografie

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Der Titel sagt's ja eigentlich schon aus. Könntet ihr euch mal die folgenden Zeilen durchlesen und mir bestätigen, daß ich keinen Mist schreibe? Danke. Hauptsächlich inhaltlich!



Allgemeines
Definition:
Typographie, zusammengesetzt aus altgriechisch „typtein“ (=schlagen, stoßen) und „graphien“ (=ritzen, schreiben), beschrieb früher den gesamten Bereich der Buchdruckerkunst vom Entwurf der Druckschrift und die Gestaltung von Druckwerken über den Letternguss und das eigentliche Drucken.

Geschichte:

Der eigentliche Beginn der Typographie ist mit der Erfindung des Buchdruckes durch Johannes Gutenberg um ca. 1450 anzusetzen, bei dem bewegliche Letter zur Wiedergabe von Schrift verwendet wurden. Seit Ende dieses materiellen Einsatzes von Typographie geht der Zusammenhang mit seinem Ursprung zusehends verloren. Gewöhnlich meint man heutzutage bei Verwendung dieses Begriffes die digital kodierte Schrift und deren Gestaltung.

Teilbereiche der Typographie:

- der wissenschaftliche Bereich umfasst die Erforschung der Geschichte von Schrift, deren Klassifikation und Einordnung in die Geschichte
- Erforschung von Betrachtungs- und Lesegewohnheiten
- die Herstellung von Schriften in Bezug auf Leserlichkeit, Ästhetik und Funktion sowie deren richtiger Einsatz beim Entwurf von Druckmedien und Screendesigns
- Schrift bei einem Druckerzeugnis, einer Online-Präsentation oder sonstigen Arbeiten zusammen mit weiteren gestalterischen Elementen (Bilder, Symbole, etc.) zu einem ansprechenden und inhaltlich korrekten Ganzen zu verbinden
- das Wissen um die handwerkliche Herstellung von Schrift, ihre digitale Umsetzung und technische Anwendbarkeit

Technik
Die Schriftformate:
Seit der Erfindung des Personal Computers und einer grafischen Benutzeroberfläche findet im Bereich der digitalen Schriften ein heftiger Wettkampf der Firmen Adobe, Apple und Microsoft statt. Mit der Erfindung von hochwertigen PostScript-Type-1-Schriften durch Adobe, kamen die beiden Kontrahenten in Zugzwang. Als Antwort entwickelte Apple das TrueType-Format und lizenzierte es später für Microsoft. TrueType kann direkt vom Betriebssystem verwaltet werden, ganz im Gegensatz zum Type 1-Format, welches für die Anzeige den Adobe Type Manager (ATM) benötigte. Dieser musste erst aus den codierten Vektoren Raster zur Bildschirm- oder Druckerausgabe errechnen.
Bis vor kurzer Zeit war das Chaos, welches durch diese Formateschlacht entstanden war, noch deutlich in allen Agenturen und Vorstufen zu bemerken. Mittlerweile scheinen sich die ehemaligen Gegner verbündet zu haben. Seit OS X und Windows 2000 ist ATM nicht mehr nötig, da beide Systeme bereits mit der PostScript-Technologie von Adobe ausgestattet sind. Zusätzlich arbeitet man gemeinsam an der Umsetzung eines plattformunabhängigen Formates, dem OpenType-Standard.

PostScript Type 1:

Aufgrund seiner qualitativ hochwertig digitalisierten Schriften hat sich dieses Format zum Standard für das Desktop-Publishing entwickelt. Immer noch verwenden viele Gestalter dieses Schriftformat. Ein Nachteil ist die Beschränkung der Schriften auf das jeweils angepasste Betriebssystem durch unterschiedliche Kodierungen. Außerdem sind für eine Schrift mehrere Dateien nötig, einmal .pfm/.afm als sog. Metrikdatei und eine .pfb Datei, in der die Vektordaten gespeichert sind.

TrueType:
Dieses Format wurde ursprünglich von Apple entwickelt, später aber an Microsoft verkauft. Unter Gestaltern gilt es als minderwertig, was nicht daran liegt, dass es technisch schlecht wäre, sondern daran, dass viele Software-Hersteller aus Lizenzierungsgründen ihren Programmen eine Sammlung .ttf-Fonts beilegten. Diese waren jedoch oft nur unzureichend aus dem Type 1-Format konvertiert, besaßen weder Hinting- noch Kerninginformationen (z. B. Corel).

OpenType:

Das Format der Zukunft wird eindeutig OpenType werden. Es vermeidet die Nachteile und vereint die Vorteile der beiden anderen Formate. Darüber hinaus lassen sich mit ihm noch zusätzliche gestalterische Möglichkeiten ausschöpfen, z. B. echte Kapitälchen, Ligaturen und Varianten der verschiedenen Zeichen sind in einer einzigen Schriftdatei vorhanden und können von Satzprogrammen automatisch angewandt werden, sofern diese so etwas unterstützen.
Da die Unicode-Dateistruktur die 7- bzw. 8-bit Kodierung ersetzt ist eine Beschränkung auf maximal 224 druckbare Zeichen hinfällig. Die mit 16bit kodierten .otf Dateien enthalten bis zu 65536 Zeichen, könne also als Unicode Zeichensatz verwendet werden und sorgen für die internationale Austauschbarkeit von Informationen.

Schriftverwaltung:
Eine große Auswahl an guten Schriften ist die Vorraussetzung dafür, dass ein Gestalter eine gute Arbeit abliefern kann. Bei der gleichzeitigen Verwendung von einigen hundert Schriften wären die Betriebssysteme jedoch so überlastet, dass sämtliche Prozesse verlangsamt oder sogar völlig lahmgelegt würden, deshalb ist eine Verwaltung der vorhanden Schriften unerlässlich. Windows hat von Haus aus kein solches Programm, der Mac seit OS X Panther mit der Schriftsammlung schon. Früher konnte auf beiden Systemen die Verwaltung mit der Deluxe-Version des ATM vorgenommen werden, die allerdings nicht mehr weiterentwickelt wird. Das wahrscheinlich am meisten verwendete Programm ist momentan Extensis Suitcase 9. Hiermit lassen sich die Schriften bequem mittels Drag-And-Drop in selbstdefinierte Ordner ablegen und bei Bedarf durch einen Klick aktivieren. Hiebei werden Verknüpfungen im Fonts Ordner des Betriebssystems erzeugt, welches wiederum den aktivierten Font den verschiedenen Applikationen zur Vergügung stellt. Durch den zusätzlichen Einsatz des Suitcase-Servers kann in einer Arbeitsgruppe sichergestellt werden, dass alle Mitglieder über die gleichen Schriften verfügen und keine Komplikationen untereinander auftreten.

Gestaltung
Schriftgeschichte:
Wie bereits oben erwähnt, hat die maschinelle Reproduktion von Geschriebenem dazu geführt, dass sich Menschen mit dem Entwurf von Schrift befassten. Die gestalterischen Grundlagen lieferten die sogenannten Prototypographen, welche die „Deutsche Kunst“ in die europäischen Macht- und Kulturzentren transportierten und somit die erste „Medienrevolution“ starteten. Die Gestaltung der Typen orientierte sich dabei an zeitgenössischen und regionalen Handschriften. In den folgenden Jahrhunderten nahmen kulturelle Ereignisse und Epochen unmittelbar Einfluss auf die Entwicklung der Typographie. So erstarkte in Deutschland durch Luthers Bibelübersetzung die Fraktur, während im europäischen Umland die Antiqua weiterentwickelt wurde. Erst mit Beginn der Klassik durch Goethe und Schiller gewann auch die Antiqua wieder an Land. Die Industrialisierung am Ende des 19. Jahrhunderts und der erste Weltkrieg bis 1918 bewegten eine junge Generation Typographen (bekanntester Vertreter Jan Tschichold) dazu sich von den alten spießbürgerlichen Schriften zu distanzieren und eine fortschrittlichere Grotesk zu entwickeln.
Für Deutschland war der 2. Weltkrieg auch auf dem Gebiet der Typographie eine Katastrophe. Die Fraktur wurde dem Judentum zugeschrieben und verboten, die Groteskschriften galten als entartet, die Antiqua wurde zur Normalschrift erhoben.
Seit Anfang der 80er der PC seine Verbreitung fand und DTP kein Fremdwort mehr war, hat sich die Bedeutung des Begriffes „Typographie“ gewandelt. Typographie ist „weniger eine Technik zur Herstellung von Drucksachen (...) als vielmehr eine neue Art des Schreibens und Denkens“.


Zuletzt bearbeitet von Scheinwelt am Mo 31.01.2005 16:47, insgesamt 4-mal bearbeitet
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twiety

Dabei seit: 28.10.2003
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Verfasst So 30.01.2005 21:44
Titel

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Typographie /Typografie angleichen
(ändert sich ab 2. Satz von Allgemeines - Geschichte)

Letternguß = Letternguss (letzter Satz :Allgemeines - Definition)

Bei Überschrift „Teilbereich“ = Mehrzahl

Bei Überschrift „Teilbereich“ = Satz nach 4. Aufzählungspunkt ist irgendwie komisch

Einheitliche Schreibweise für „PostScript“ (Absatz Technik - Die Schriftformate)

Betriebsystem = Betriebssystem (Absatz Technik - PostScript Type 1 / 3.Satz)

Darüberhinaus = Darüber hinaus (Absatz Technik - OpenType / 3.Satz)

könne = können (Absatz Technik - OpenType / letzter Satz)

Die Einleitung „Ein größerer Satz an guten Schriften..“
evtl. noch mal umformulieren, da passt was mit der Thematik: Schrift/Satz/Schriftsatz/Zeichensatz nicht.

vollig = völlig (Absatz Technik - Schriftverwaltung / 2. Satz)

Betriebsystem = Betriebssystem (Absatz Technik - Schriftverwaltung / vorletzt. Satz)

Prototypographen (Schriftgeschichte - 2. Satz = siehe 1. Korrektur)

Alles unter „Schriftgeschichte“:

zeitgenössichen = zeitgenössischen
erstarkten = erstarkte
bewegte = bewegten


Zuletzt bearbeitet von twiety am So 30.01.2005 22:43, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Scheinwelt
Threadersteller

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Verfasst Mo 31.01.2005 16:42
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Danke Twiety *Thumbs up!*

Für alle anderen: Bitte hauptsächlich auf den Inhalt achten! Ich hab einen ganzen Haufen an Quellen durchgelesen und meistens nicht ganz übereinstimmende Erklärungen und Beschreibungen gefunden. Vielleicht weiß es ja der ein oder andere besser.


Zuletzt bearbeitet von Scheinwelt am Mo 31.01.2005 16:53, insgesamt 1-mal bearbeitet
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shakadi
Griller Killer

Dabei seit: 21.12.2003
Ort: SHA
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Verfasst Mo 31.01.2005 16:46
Titel

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les es auch gleich mal


Allgemeines/Definition hat geschrieben:
), beschrieb füher den gesamten...


OpenType hat geschrieben:
andere Formate. Darüberhinaus....


Schriftverwaltung hat geschrieben:
Applikationen zur Vergügung


Schriftgeschichte hat geschrieben:
lieferten die sogennanten...


Schriftgeschichte hat geschrieben:
sich dabei an zeitgenössichen...


Zuletzt bearbeitet von shakadi am Mo 31.01.2005 16:59, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Lupusfried

Dabei seit: 17.01.2005
Ort: Daheim
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Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 31.01.2005 16:56
Titel

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Zur Geschichte:

Würde die Geschichte früher ansetzen, da Gutenberg lediglich für den ersten "Schriftsatz" verantwortlich war.
Das erste mal kann man wohl bei der sumerischen Keilschrift/ ägyptischen Hieroglyphen (2500 v. Chr.) von Typografie sprechen.
[...]
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Scheinwelt
Threadersteller

Dabei seit: 18.07.2003
Ort: 192.168.0.1
Alter: 34
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Verfasst Mo 31.01.2005 17:15
Titel

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Ach shit. Wieso hab ich diesen Thread nur Korrekturlesen genannt Meine Güte!
Die Rechtschreibfehler sind immer das Letzte, was ich korrigiere. Mir ist der Inhalt im Moment wichtiger.

@Lupus: die Keilschriften und die Hieroglyphen waren sogar schon ca. 3300 v. Chr. da. Erste Schriftsysteme enstanden ganz und gar schon um 5000 v. Chr. Allerdings geht mir das doch einen Schritt zu weit, da ich mit dem Ausflug in die typografische Entwicklung nur zeigen will, wie sich die Gestaltung der jeweiligen kulturellen Situation angepasst hat.
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Lupusfried

Dabei seit: 17.01.2005
Ort: Daheim
Alter: 31
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 31.01.2005 17:23
Titel

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Oder noch früher.

Aber lässt sich doch auch unausführlich in 2-3 Sätzen formulieren.
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Scheinwelt
Threadersteller

Dabei seit: 18.07.2003
Ort: 192.168.0.1
Alter: 34
Geschlecht: Männlich
Verfasst Mo 31.01.2005 17:36
Titel

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Ja schon, aber nee. Das hat ja nix mehr mit der Typografie im neueren Sinn zu tun, sondern schon mit der Entstehung der Handschrift. Und wie ich mich kenne, mach ich aus 2-3 Sätzen einen ganzen Absatz und eigentlich hab ich eh schon zuviel geschrieben und es kommen ja noch Schrifterstellung, -mischung, -satz.
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